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BackGespräch mit Radweltmeister Mike Kluge über Fahrradsicherheit
Gespräch mit Radweltmeister Mike Kluge über Fahrradsicherheit
Sport
FAZ19.06.2026Sport3 dk okumaGermany

Gespräch mit Radweltmeister Mike Kluge über Fahrradsicherheit

Auf einen Blick

  • Radweltmeister Mike Kluge kritisiert die Selbstüberschätzung vieler Radfahrer und betont die Wichtigkeit von richtigem Bremsen und Ausweichen.
  • Er erklärt, dass moderne Autos Fahrfehler eher verzeihen als Fahrräder.
  • Sicherheitstrainings sollen falsche Verhaltensmuster korrigieren.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Der Artikel behandelt drei unterschiedliche Themen: Fahrradsicherheit, Herzgesundheit und die Bedeutung von KI in der Bildung. Radweltmeister Mike Kluge äußert sich zur Selbstüberschätzung von Radfahrern. Eine Kollegin teilt persönliche Erfahrungen mit Herzproblemen und der Kardio-CT. Ein Gastautor plädiert für ein "Studium plurale" im Zeitalter der KI.

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Liebe Leserin, lieber Leser, warum kommen so viele Radfahrer auf Deutschlands Straßen ums Leben? Radweltmeister Mike Kluge sagt: 90 Prozent fahren schlecht. Wir haben mit ihm ein Gespräch über Selbstüberschätzung, Sicherheitstrainings und unvorsichtige Autofahrer geführt: „Das Problem der meisten Radfahrer und Radfahrerinnen ist, dass sie glauben, sie könnten Rad fahren. Nur weil man geradeaus unfallfrei fahren kann, heißt das noch lange nicht, dass man ein guter Radfahrer ist. Ein guter Radfahrer, eine gute Radfahrerin kann richtig bremsen und richtig ausweichen. Auf einem Rad ist das schwieriger als im Auto. Ein Auto fährt auf vier Reifen. Wenn also ein Kind hinter einem stehenden Lkw hervorspringt, greifen vier Reifen, wenn Sie auf die Bremse treten. Und dann gibt es noch die modernen Autos, die Ihnen beim Ausweichmanöver helfen. All das gibt es bei einem Fahrrad nicht. Taucht ein Hindernis wie ein Dackel, der gerade auf die Straße rennt, auf, bremsen die meisten wie verrückt. Und das ist dann meist der Supergau.“

Und das Schwierigste bei den Sicherheitstrainings? „Die falschen Verhaltensmuster, die sich bei einigen Menschen über 20, 30 Jahre hinweg eingeschlichen haben, wieder rauszubekommen.“ Kluge hat das Radfahren von der Pike auf gelernt. Mit 16 Jahren stieg er in den Radsport ein, wurde Nationalmannschaftsfahrer, sechsmal deutscher Meister im Querfeldeinrennen, heute Cyclocross genannt, gewann 1992 auch die Weltmeisterschaft der Profis.

Nun bin ich kein Fan von Texten, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, auch wenn ich selbst schon welche geschrieben habe, zum Beispiel über meine Erfahrungen mit einem Elektroauto. Und in diesem Fall hier ging es ebenfalls nicht anders: „Ich war 22 Jahre alt, als das Herz meines Vaters aufhörte zu schlagen. Ohne Vorwarnung hat es einfach den Betrieb eingestellt. Mein eigenes Herz tat damals weh vor Traurigkeit. Aber immerhin – es arbeitete weiter. Bum, bum. Bum, bum. Nur unmittelbar nach der ersten Corona-Infektion spielte es mir einen Streich. Mein Herzschlag galoppierte davon und ließ mich verunsichert zurück. In den Folgemonaten saß ich immer wieder bei verschiedenen Ärzten“, schreibt die Kollegin Marie Lisa Kehler – sehr persönlich.

Und dann entschied sie sich für eine Untersuchungsmethode, die immer häufiger zum Einsatz kommt, die Kardio-CT. Durch das moderne Röntgen-Diagnoseverfahren können Radiologen den Zustand der Herzkranzgefäße genau beurteilen. Bei der Untersuchung werden dreidimensionale, hochauflösende Schichtbilder des Herzens und seiner Gefäße gemacht. Das Besondere: Dabei werden auch feinste Kalk- und Plaqueablagerungen in den Herzkranzgefäßen dargestellt. Sie sind oft frühe Boten einer koronaren Herzerkrankung.

An unserer Schule hatten wir einen Lehrer, wenn das Telefon klingelte und er sich meldete, sagte er nicht etwa „Humboldt-Gymnasium Dortmund“, sondern „Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium Dortmund“. Diese Unterscheidung war ihm wichtig. Wenn er wüsste, wie wichtig sie 40 Jahre später geworden sein würde. Bei der Nutzung von KI sollten wir uns an Wilhelm von Humboldt halten, findet unser Gastautor. Denn die Künstliche Intelligenz (KI) erfordere, dass wir Ausbildung und Wissen neu durchdenken, im Sinne eines „Studium plurale“, so wie es Humboldt wollte. Denn nicht das Wissen verliert an Bedeutung, sondern das bloße Abrufwissen verliert seine Exklusivität.

„Wissen, das sich abfragen lässt, kann die Maschine besser; Wissen, das reift, lässt sich nicht delegieren. Der Schein, alles Wissen sei auf Knopfdruck verfügbar, trügt. Denn das Wissen, auf das es ankommt, entsteht erst im denkenden Menschen. Ein Studium plurale setzt genau hier an. Es bildet Denkplastizität aus − Probleme bewusst aus verschiedenen Denkweisen zu durchdringen, insbesondere auch als Grundlage, das eigene Urteil zu reflektieren und Verantwortung für die gewählte Lösung zu übernehmen. Wer darüber verfügt, wird die Künstliche Intelligenz nicht fürchten, sondern souverän nutzen.“ Das schreibt Detlef Schoder, Professor für Wirtschaftsinformatik sowie Gründer und Direktor des Cologne Institute for Information Systems (CIIS), und er hat recht.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit, über das ich mich sehr freue. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an [email protected].

Offene Fragen

  • Wie viele Radfahrer sterben jährlich in Deutschland?
  • Wie verbreitet sind Sicherheitstrainings für Radfahrer?
  • Wie viele Menschen nutzen die Kardio-CT in Deutschland?

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This article was originally published by FAZ.

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