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IG BCE kritisiert Biontech-Management wegen mangelnder Transparenz bei Standortschließungen
In Entwicklung
Handelsblatt23.05.2026Business3 dk okumaGermany

IG BCE kritisiert Biontech-Management wegen mangelnder Transparenz bei Standortschließungen

Auf einen Blick

  • Die Gewerkschaft IG BCE wirft Biontech-Management mangelnde Transparenz bei der geplanten Schließung von Produktionsstandorten vor.
  • Gewerkschaftssekretär Christian Trapp zweifelt an ernsthaften Verkaufsabsichten und kritisiert den Fokus auf Profit statt Weltverbesserung.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Gewerkschaft IG BCE kritisiert das Management des Impfstoffherstellers Biontech wegen mangelnder Transparenz bezüglich der geplanten Schließung mehrerer Produktionsstandorte. Bis zu 1.860 Stellen sind gefährdet. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das Unternehmen, um eine neue Firma zu gründen.

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Die Gewerkschaft IG BCE wirft dem Management des Impfstoffherstellers Biontech vor, keine ernsthaften Verkaufsabsichten für ihre von der Schließung bedrohten Produktionsstandorte zu haben. „Es gibt keine Transparenz und keinerlei Informationen des Unternehmens“, sagte Gewerkschaftssekretär Christian Trapp der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Deshalb herrscht eine große Verunsicherung unter den Beschäftigten.“

Auch der Konzernbetriebsrat werde in die Vorgänge nicht miteinbezogen. Dazu komme die Ansage des Biontech-Vorstands, dass der mögliche Verkauf der Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie der Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac bis Oktober über die Bühne gehen solle, berichtete der Gewerkschafter. Dieser kurze Zeithorizont mache die Situation zusätzlich sehr schwierig.

Es gebe zwar Signale, dass Gespräche mit Interessenten geführt werden. Wegen der fehlenden Transparenz zweifele er jedoch daran, dass das Unternehmen wirklich ernsthaft daran arbeite, die von der Schließung betroffenen Standorte zu verkaufen und die bedrohten Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Trapp.

Das Unternehmen hatte jüngst angekündigt, wegen einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Betroffen von den Plänen sind Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac. Bis zu 1.860 Stellen sind in Gefahr. Bei Curevac allein sind demnach rund 820 Jobs bedroht - größtenteils am Hauptsitz in Tübingen.

Die IG BCE wirft dem Biontech-Management vor, keine Strategie für die Zukunft nach dem Ausscheiden der Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci zu haben. „Biontech hat einen Spirit eines Start-up-Unternehmens, das die Welt verbessern möchte.“ Aus diesem Grund seien auch die meisten Mitarbeitenden zu Biontech gekommen, erklärte Trapp. „In der Betriebsversammlung in Mainz ist diese Maske gefallen. Es geht nicht mehr darum, die Welt zu verbessern, sondern um knallhart Profit zu machen.“

Biontech wurde 2008 von Sahin und Türeci gegründet. Die Eheleute wollen nun eine neue Firma gründen. In dem neuen Unternehmen möchten sich die beiden Mediziner der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen. Anteilseigner von Biontech werden sie aber bleiben. Nach dem angekündigten Abschied läuft die internationale Suche nach einer neuen Unternehmensführung. Der Fokus liege auf den Vereinigten Staaten.

Biontech hat nach eigenen Angaben global rund 7.200 Beschäftigte, darunter etwa 4.000 in Mainz. Sahin sagte bei seinem letzten Auftritt als Unternehmenschef bei der virtuellen Hauptversammlung vor wenigen Tagen allen vom Jobverlust Betroffenen sozialverträgliche Lösungen zu. Die geplanten Standortschließungen begründete er mit der veränderten strategischen Ausrichtung des Biopharma-Unternehmens, sich wieder konsequent auf Forschung und Entwicklung in der Onkologie zu konzentrieren.

Biontech wurde in der Corona-Pandemie weltbekannt, weil das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Impfstoff gegen Covid-19 bekam. Die Herstellung des Covid-19-Impfstoffs soll künftig vollständig von den Pfizer-Standorten in Europa und Amerika abgedeckt werden.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Biontech wird bis Oktober versuchen, die von der Schließung bedrohten Standorte zu verkaufen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Es wird zu Entlassungen bei Biontech und Curevac kommen.

    Sehr wahrscheinlich · Kurzfristig

  • Ugur Sahin und Özlem Türeci werden eine neue Firma gründen und sich auf mRNA-basierte Medikamentenentwicklung konzentrieren.

    Sehr wahrscheinlich · Kurzfristig

Offene Fragen

  • Welche konkreten Interessenten gibt es für die betroffenen Standorte?
  • Wie wird die 'sozialverträgliche Lösung' für die betroffenen Mitarbeiter aussehen?
  • Welche Strategie verfolgt Biontech nach dem Ausscheiden der Gründer langfristig?
  • Wie wird sich die Fokussierung auf Forschung und Entwicklung auf die zukünftige Geschäftsentwicklung auswirken?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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