Innio geht für 20 Milliarden Dollar an die Börse
Auf einen Blick
- Der österreichische Gasmotorenhersteller Innio plant seinen Börsengang in New York mit einer angestrebten Bewertung von 20 Milliarden Dollar.
- Das Unternehmen profitiert vom Boom der Rechenzentren und der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der österreichische Gasmotorenhersteller Innio, der Maschinen für Stromerzeugung und Kühlung von Rechenzentren entwickelt, geht an die New Yorker Börse. Das Unternehmen war ursprünglich Teil von General Electric und wurde 2018 an Advent International verkauft.
Der österreichische Gasmotorenhersteller Innio bietet bei seinem New Yorker Börsengang am Donnerstag Aktien für 27 Dollar pro Stück an. Damit liegt der Ausgabepreis am oberen Ende der zuvor festgelegten Preisspanne von 24 bis 27 Dollar. Innio strebt im Zuge des Börsengangs (Initial Public Offering, kurz IPO) eine Bewertung von 20 Milliarden Dollar an.
„Die Bewertung ist zum IPO ambitioniert und spiegelt die hohe Nachfrage nach Aktien von Unternehmen aus dem KI-Sektor wider“, kommentiert Marktstratege Andreas Lipkow von CMC Markets. Innio stellt Maschinen her, die sowohl der Stromerzeugung als auch der Kühlung von Rechenzentren dienen.
Konkret sollen beim Börsengang 75 Millionen Aktien aus dem Bestand des Großaktionärs AI Alpine platziert werden. Hinter der luxemburgischen Beteiligungsholding stehen der US-Finanzinvestor Advent International und der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi ADIA, die ihre Anteile über dieses Vehikel gebündelt halten.
Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption („Greenshoe“) über bis zu weitere 11,25 Millionen Papiere. Auf Basis der avisierten Preisspanne ergibt sich damit ein potenzielles Emissionsvolumen im Bereich von rund 1,8 bis gut 2,3 Milliarden Dollar.
Das Orderbuch war zweistellig überzeichnet und beinhaltete nach Angaben eines Insiders „alle guten Namen der institutionellen Welt“. Gemeint sind damit vor allem langfristig orientierte Investoren („Long-only“), also große Vermögensverwalter, während kurzfristig agierende Hedgefonds den Kreisen zufolge kaum vertreten waren.
Geldanlage
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Bei vielen IPOs versuchen die Konsortialbanken, das Orderbuch so zu strukturieren, dass der Großteil auf langfristige Investoren entfällt, während sich der Rest auf Hedgefonds und zu einem kleineren Teil auf Privatanleger verteilt.
Innio profitiert vom Boom um Rechenzentren
Das Unternehmen profitiert von der stark steigenden Nachfrage nach Rechenzentren. Innio entwickelt und produziert Gasmotoren der Marken Jenbacher und Waukesha sowie Anlagen zur dezentralen Stromerzeugung und Gaskompression, die unter anderem in Kraftwerken, Industrieanlagen und Rechenzentren eingesetzt werden. Innios Maschinen helfen sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Kühlung von Rechenzentren. Weltweit beschäftigt Innio mehr als 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
„Mit Innio wagt ein traditionsreiches österreichisches Industrieunternehmen den Schritt an die US-Technologiebörse Nasdaq“, sagt Marktstratege Lipkow. „Die Produkte kommen überall dort zum Einsatz, wo eine zuverlässige, flexible und effiziente Energieversorgung benötigt wird – ein Markt, der durch den globalen Ausbau von Rechenzentren derzeit besonders stark wächst“, sagt er. Der steigende Energiebedarf von KI-Anwendungen und Rechenzentren sorge weltweit für einen wachsenden Bedarf an dezentralen und ausfallsicheren Stromversorgungslösungen.
Ursprünglich gehörte die im österreichischen Jenbach in Tirol beheimatete Firma zu General Electric. Der US-Konzern verkaufte sie im Zuge seiner Restrukturierung 2018 für 3,25 Milliarden Dollar an den US-Investmentfonds Advent.
Innio-Werk in Jenbach: Die Maschinen des Unternehmens helfen bei der Stromerzeugung und bei der Kühlung von Rechenzentren. Foto: Innio
Wie sich der Kurs in den Wochen und Monaten nach dem Börsengang entwickle, hänge stark davon ab, ob Investoren davon ausgingen, dass sich der globale Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz (KI) noch in einer frühen Phase befinde, erklärt Lipkow.
„Der Fokus der Kapitalmärkte richtet sich zunehmend auf Unternehmen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette, von Halbleitern und Netzwerktechnologie über Softwareplattformen bis hin zu Energie- und Infrastrukturunternehmen“, sagt er. Gerade der rasant steigende Strombedarf moderner KI-Rechenzentren mache Anbieter zuverlässiger Energieversorgung zu potenziellen Gewinnern dieses Megatrends.
Firmenzentrale in München, IPO in New York
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Als österreichischer Hidden Champion mit Zentrale in München und deutschem Management-Team wäre eine Börsennotierung in Frankfurt aus Sicht des Unternehmens naheliegend gewesen.
Ausschlaggebend für die USA dürfte jedoch die intensive Nachfrage der Investoren nach Rechenzentren gewesen sein. Technologie- und KI-nahe Unternehmen würden an den US-Börsen häufig mit höheren Bewertungsmultiplikatoren gehandelt als vergleichbare Gesellschaften in Europa, erklärt Stratege Lipkow.
Gleichzeitig biete der US-Kapitalmarkt aufgrund seiner Größe und Liquidität einen deutlich breiteren Investorenkreis. Außerdem erzielt die Innio Holding einen wesentlichen Teil seiner Umsätze in Nordamerika, insbesondere über seine US‑Standorte in Waukesha (Wisconsin) und Houston (Texas) sowie über den kanadischen Standort Welland.
Mehr: Österreichischer Gasmotoren-Hersteller Innio will an die Nasdaq
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Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Innio wird eine Bewertung von 20 Milliarden Dollar erreichen.
Sehr wahrscheinlich · Sofort
Der Aktienkurs von Innio wird von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren.
Wahrscheinlich · Mittelfristig
Offene Fragen
- Wie wird sich der Aktienkurs von Innio kurz- und langfristig entwickeln?
- Welchen Einfluss hat die Bewertung von 20 Milliarden Dollar auf zukünftige Investitionen des Unternehmens?
- Wie stark wird der KI-Sektor die Nachfrage nach Innios Produkten in den kommenden Jahren beeinflussen?






