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BackInternationale Friedensmissionen: Weniger Personal, mehr Konflikte
Internationale Friedensmissionen: Weniger Personal, mehr Konflikte
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Tagesschau Ausland24.05.2026Welt3 dk okumaGermany

Internationale Friedensmissionen: Weniger Personal, mehr Konflikte

Auf einen Blick

  • Ein SIPRI-Bericht zeigt, dass 2025 die Zahl der internationalen Friedenskraftsoldaten auf einem 25-Jahres-Tief lag.
  • Finanzielle und politische Zurückhaltung der Staaten sowie UN-Liquiditätskrisen verschärfen Konflikte.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Internationale Friedensmissionen sind seit etwa 25 Jahren nicht mehr so schwach aufgestellt wie Ende 2025. Die Zahl der eingesetzten Kräfte ist seit 2015 fast halbiert. SIPRI führt dies auf geringere Investitionsbereitschaft der Staaten und zunehmende geopolitische Spannungen zurück.

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2025 war kein gutes Jahr für internationale Friedensmissionen. Ihre Gesamtzahl ist laut dem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zwar nur leicht zurückgegangen. Seit rund 25 Jahren waren aber nicht mehr so wenige internationale Kräfte im Einsatz.

Knapp 79.000 Personen waren es Ende Dezember - Soldatinnen und Soldaten, Polizeikräfte und zivile Beschäftigte zusammengerechnet. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl dem Bericht zufolge fast halbiert.

Dafür gebe es mehrere Gründe, sagt SIPRI-Forscherin Claudia Pfeifer Cruz: "Im Grunde sind die Staaten einfach weniger bereit, in Friedensmissionen zu investieren - sowohl finanziell als auch politisch." Und die Verhandlungen in den Gremien, die über die Entsendung oder die Verlängerung von Mandaten entscheiden, würden schwieriger.

Das liegt laut Pfeifer Cruz vor allem daran, dass die geopolitischen Spannungen zugenommen haben, vor allem seit der russischen Invasion der Ukraine.

Den UN geht das Geld aus

Im UNO-Sicherheitsrat blockieren sich die Vetomächte zunehmend gegenseitig, in regionalen Organisationen wie der Afrikanischen Union gibt es ähnliche Probleme. Außerdem geht internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen das Geld aus - dort fehlten 2025 zeitweise mehr als zwei Milliarden US-Dollar im Budget.

"Die Liquiditätskrise der UNO wurde auch dadurch verursacht, dass die USA die vereinbarten Beiträge für die Friedenssicherung nicht bezahlt haben", erklärt die SIPRI-Forscherin. Das sei ein großes Problem - denn der Beitrag der USA mache mehr als ein Viertel des gesamten Budgets für Friedensmissionen aus.

"Konflikte werden sich selbst überlassen"

Auch andere große Geberländer wie China haben die vereinbarten Beiträge nicht oder verspätet gezahlt. In der Folge mussten alle UNO-Missionen ihren Einsatz einschränken und Personal abbauen.

"Das hat also bereits Konsequenzen", so Pfeifer Cruz. "Und wenn ganze Missionen beendet werden müssen, bleiben manche Konflikte einfach sich selbst überlassen." Wenn das passiere, werde es wahrscheinlich noch mehr Konflikte geben - "und vor allem solche, die schwerwiegendere Folgen für die Zivilbevölkerung haben".

Regionale Akteure und bilaterale Friedenseinsätze zwischen Nachbarstaaten können koordinierte UNO-Missionen nicht ersetzen, ist die Friedensforscherin überzeugt - ebenso wenig wie der Einsatz privater Militärunternehmen.

"Wir sehen, dass solche Einsätze wenig effektiv sind", betont Pfeifer Cruz. Und was sie noch mehr beunruhige, seien die "furchtbaren Konsequenzen für die Zivilbevölkerung". Ihnen fehle der Rahmen multilateraler Friedensoperationen - "nämlich die Achtung der Menschenrechte, des humanitären Völkerrechts und so weiter".

"Beste Option, die wir haben "

Auch deshalb glaube sie an die Zukunft internationaler Friedensmissionen, sagt sie: "Ich glaube, dass sie weiterbestehen werden, nur vielleicht etwas kleiner und auf eine etwas andere Art als bisher. Aber ich bin immer noch überzeugt, dass sie die beste Option zum Konfliktmanagement sind, die wir derzeit haben."

Das Friedensforschungsinstitut SIPRI veröffentlicht jedes Jahr mehrere Berichte, unter anderem zu Militärausgaben und Rüstungsindustrie. Die unabhängige Organisation wird zu großen Teilen von der schwedischen Regierung finanziert.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Internationale Friedensmissionen werden weiterbestehen, aber kleiner und anders strukturiert sein.

    Wahrscheinlich · Mittelfristig

  • Zunahme von Konflikten mit schwerwiegenderen Folgen für die Zivilbevölkerung.

    Wahrscheinlich · Mittelfristig

Offene Fragen

  • Welche spezifischen Konflikte sind am stärksten von den Kürzungen betroffen?
  • Welche alternativen Konfliktlösungsstrategien werden von den Staaten verfolgt?
  • Wie wird sich die Reduzierung der Friedensmissionen auf die Zivilbevölkerung auswirken?
  • Welche Rolle spielen private Militärunternehmen zukünftig?

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This article was originally published by Tagesschau Ausland.

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