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Israel greift iranische Militärziele nach Raketenangriffen an
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Die Welt8.6.2026Welt4 Min. LesezeitGermany

Israel greift iranische Militärziele nach Raketenangriffen an

Nach iranischen Raketenangriffen auf Israel meldet Teheran Explosionen in mehreren Städten; Trump hatte zur Zurückhaltung aufgerufen.

Auf einen Blick

  • Israel hat nach eigenen Angaben militärische Ziele im Westen und Zentrum Irans angegriffen, nachdem der Iran Raketen auf Israel abgefeuert hatte.
  • Die Eskalation steht im Zusammenhang mit den Spannungen um Libanon, Hisbollah und gescheiterte Deeskalationsbemühungen der USA.

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Israel hat nach Angaben des israelischen Militärs in den frühen Morgenstunden als Reaktion auf iranische Raketenangriffe militärische Ziele in der islamischen Republik angegriffen. Die Ziele lägen im Westen und Zentrum des Landes, teilte das Militär auf der Plattform X mit.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in den Städten Täbris, Karaj und Isfahan. Wohngebiete innerhalb Teherans wurden demnach offenbar nicht getroffen. Die Nachrichtenagentur Nournews meldete zudem eine Explosion in der Nähe der iranischen Stadt Karadsch. Der Iran sperrte den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran.

Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurden die Ziele mit luftgestützten ballistischen Raketen angegriffen. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. US-Präsident Donald Trump hatte Israel zuvor zur Zurückhaltung aufgerufen.

Das Portal „Axios“ berichtete, Trump habe mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefoniert und ihn aufgefordert, sich mit Gegenschlägen zurückzuhalten, da man kurz vor einer Vereinbarung mit dem Iran stehe. Das Portal berief sich dabei auf einen hochrangigen US-Beamten sowie eine israelische Quelle, die nicht namentlich genannt wurden.

Netanjahu habe sich zwar zunächst gewehrt, dann aber zugestimmt, berichtete Axios. Die israelischen Angriffe sprechen jedoch dagegen. Medienberichten zufolge erklärte ein US-Vertreter zudem, dass sich das US-Militär nicht an den israelischen Angriffen auf den Iran beteiligt habe.

Israels Armeechef Ejal Samir hatte eine harte Reaktion auf die iranischen Raketenangriffe bereits angekündigt. Die israelischen Streitkräfte würden die Islamische Republik „mit aller Härte angreifen, sobald grünes Licht gegeben“ werde, erklärte Samir bei einer Lagebesprechung vor Beginn der israelischen Angriffe.

Auslöser der Eskalation waren iranische Raketenangriffe auf Israel. Am späten Sonntagabend meldeten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven. Israelischen Medienberichten zufolge feuerte der Iran rund zehn Wellen an Raketen ab. Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen. Gleichzeitig habe man weitere Raketenangriffe identifiziert, so aus dem Jemen, wo die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen ansässig sind.

Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Im Norden und im Zentrum Israels, darunter in den Städten Haifa, Caesarea und Hadera, wurde Luftalarm ausgelöst. Zunächst war von einer Verletzten in Israel die Rede.

Der Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet. Die Grenzübergänge in den Gazastreifen wurden dagegen geschlossen. Dabei handele sich um eine „Sicherheitsmaßnahme“, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen israelischen Cogat-Behörde.

Irans zentrales Militärkommando begründete die Attacke der iranischen Streitkräfte mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.

Das iranische Militär warf Israel vor, mit seinem jüngsten Angriff auf Beirut „alle roten Linien überschritten“ zu haben. Die israelische Armee müsse ihre Angriffe auf den Süden des Libanon und die Vororte stoppen, forderte Armeekommandeur Ali Abdollahi. „Wenn sie ihre Angriffe in dieser Region ausweitet oder auf die Aktionen des Iran antwortet, wird es noch verheerendere und bedauerlichere Rückschläge erleiden“, sagte er, ohne die Raketensalven zu erwähnen.

Konkret reagierte der Iran mit seiner Attacke auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntag, trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden bei einem israelischen Luftangriff zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Der Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut gegolten, teilte das Ministerium mit.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz teilten mit, die Armee habe in Beirut „Terroristen-Hauptquartiere“ als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen. Die israelische Armee erklärte, sie werde die Militäreinsätze im Libanon fortführen und die Einsätze gegen die Hisbollah verstärken. „Wir haben in Beirut als Reaktion auf die unerbittlichen Angriffe der Hisbollah auf die Gemeinden im Norden Israels zugeschlagen“, sagte Militärsprecher Effie Defrin in einer TV-Ansprache.

Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.

Defrin sagte in einer Video-Ansprache, der Iran habe mit den neuen Raketenangriffen auf Israel einen „schweren Fehler begangen“, indem er erneut „den Weg des Terrors“ gewählt habe. Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir schrieb auf X: „Heute Nacht muss Teheran brennen!“

Trump zeigte sich nicht glücklich mit den jüngsten Angriffen Israels auf Beirut. Zugleich forderte er den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er sei eigentlich davon ausgegangen, dass eine Vereinbarung mit dem Iran am Montag, Dienstag oder Mittwoch unterzeichnet werden könne, sagte er Fox News. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt eine kurzfristige Einigung mit dem Iran in Aussicht gestellt, die dann aber nicht zustande kam.

Trump machte Netanjahu nach den iranischen Angriffen, aber vor den israelischen Gegenschlägen, eine neue Ansage. Dieser werde ein künftiges Abkommen der USA mit dem Iran akzeptieren müssen, sagte Trump der „Financial Times“. „Er wird keine Wahl haben“, zitierte die Zeitung den US-Präsidenten aus einem Interview. Trump sagte weiter: „Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen.“ Netanjahu müsse sich jedem Deal beugen, den die USA mit der Führung in Teheran aushandeln, berichtete das Blatt.

Auf die Frage, was passieren würde, wenn ein Abkommen scheitern sollte, sagte Trump der Zeitung: „Erstens würde es bedeuten, dass wir möglicherweise einmarschieren und uns um den Rest des Landes kümmern, um den wir uns militärisch noch nicht gekümmert haben. Oder es würde einfach bedeuten, dass wir die Blockade gegen den Iran aufrechterhalten, da die Blockade wahrscheinlich wirkungsvoller war als jeder Angriff, der jemals auf dieses Land verübt wurde.“

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This article was originally published by Die Welt.

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