Israel setzt Militäroperationen im Libanon fort – Netanyahu kündigt Maßnahmen nach Kreuz-Zerstörung an
Hisbollah setzt laut Armee Angriffe fort – Libanon bestellt Ex-Botschafter für Verhandlungen mit Israel
Auf einen Blick
- Die israelische Armee setzt ihre Militäroperationen im Libanon fort und begründet dies mit mutmaßlichen Verstößen der Hisbollah gegen die Feuerpause.
- Eine zehntägige Waffenruhe war in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten, dennoch gab es gegenseitige Angriffe.
- Der Libanon kündigte an, künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschließlich über den ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, zu führen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Seit Oktober 2023 gibt es anhaltende Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah im Grenzgebiet. Die jüngste Eskalation führte zu einer zehntägigen Feuerpause, die jedoch bereits wenige Tage nach Inkrafttreten durch gegenseitige Angriffe belastet wurde.
Die Armee begründete ihren Aufruf mit mutmaßlichen Aktivitäten der Hisbollah in dem Gebiet. Die proiranische Miliz habe »ihre terroristischen Aktionen unter Verstoß gegen die Vereinbarung für eine Feuerpause fortgesetzt«, hieß es in der Erklärung weiter. Dementsprechend werde die israelische Armee weiter im Gebiet operieren, um die Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören und »direkte Bedrohungen für die Gemeinden im Norden Israels abzuwehren«. In der Nacht zum Freitag war eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. Dennoch gibt es immer wieder gegenseitige Angriffe. Israels Armee griff beispielsweise eigenen Angaben zufolge in der Nacht eine Raketenabschussrampe im Süden des Nachbarlandes an. Diese sei feuerbereit und eine »direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael« sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Der Libanon kündigte seinerseits an, künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschließlich über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, zu führen. Keine andere Partei werde an dem Prozess beteiligt oder den Libanon vertreten, betonte Präsident Aoun in der Hauptstadt Beirut. Die Gespräche auf Botschafterebene könnten nach israelischen Medienberichten am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden. Dies berichteten das israelische Nachrichtenportal »ynet« und die »Jerusalem Post«. Offiziell gab es zunächst keine Bestätigung dafür. Israelischer Soldat zerstört Kruzifix – Netanyahu kündigt »harte Maßnahmen« an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte unterdessen »harte Maßnahmen« gegen einen Soldaten an, der ein Kruzifix im Süden des Libanon niedergerissen hat. »Ich war fassungslos und traurig, als ich erfuhr, dass ein israelischer Soldat eine katholische Ikone im Südlibanon beschädigt hat«, schrieb Netanyahu im Onlinedienst X. »Militärermittler nehmen eine strafrechtliche Untersuchung vor und werden dementsprechend harte Maßnahmen gegen den Täter ergreifen«, fügte Netanyahu hinzu. Ein Bild der Zerstörungsaktion hatte im Internet für Wut und Entsetzen gesorgt. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten, der mit einem großen Hammer auf den Kopf einer Jesus-Figur einschlägt, die offenbar schon zuvor vom Kreuz gerissen worden war. Das Kruzifix befand sich im früher vorwiegend von Christen bewohnten Dorf Debl, das in unmittelbarer Nähe zur israelischen Grenze liegt, wie Gemeindevertreter der Nachrichtenagentur AFP bestätigten. Sie konnten allerdings nicht sagen, wie stark das Kruzifix beschädigt wurde.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die Feuerpause wird weiterhin fragil bleiben mit gelegentlichen Verstößen
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Bilateralen Verhandlungen in Washington könnten am Donnerstag beginnen
Möglich · Innerhalb von Tagen
Offene Fragen
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die Verletzung der Feuerpause reagieren?
- Wird die Zerstörung des Kruzifixes die Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan belasten?
- Werden die Verhandlungen in Washington tatsächlich am Donnerstag stattfinden?



