IWF-Chefin fordert Sparsamkeit von Eurostaaten
Auf einen Blick
- IWF-Chefin Kristalina Georgieva mahnt Eurostaaten zur Sparsamkeit angesichts verschlechterter Wirtschaftslage.
- Sie fordert Fokus auf Infrastruktur, Verteidigung und Energiewende und kritisiert Streit über Ausnahmen von EU-Fiskalregeln.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Kristalina Georgieva, Managing Director of the IMF, has urged Eurozone governments to exercise extreme caution in fiscal policy due to the deteriorating economic situation exacerbated by the Gulf War. She presented the IMF's latest economic analysis to the Eurogroup finance ministers, which includes downwardly revised growth forecasts for the Eurozone.
Die Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, hat die Regierungen der Eurostaaten aufgefordert, in der Haushaltspolitik äußerste Vorsicht walten zu lassen. Angesichts der durch den Krieg am Golf erheblich verschlechterten Wirtschaftslage könnten es sich die Staaten der Währungsunion nicht leisten, Geld zu verschwenden, sagte Georgieva nach dem Treffen der Eurogruppe am Donnerstagabend in Luxemburg.
Wachstumsaussichten weiter verschlechtert
Die IWF-Chefin hatte den Eurofinanzministern zuvor die neueste ökonomische Analyse des Fonds zur Lage im Euroraum vorgelegt. Sie enthält noch einmal nach unten revidierte Konjunkturprognosen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum werde 2026 noch um 0,9 Prozent steigen, das sind 0,5 Punkte weniger als vor Ausbruch des Kriegs am Golf erwartet. Für 2027 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, das sind 0,2 Punkte weniger als zuletzt. Die Inflation werde in diesem Jahr auf 2,8 Prozent steigen und auch 2027 noch über dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Referenzwert von zwei Prozent liegen.
Die Zahlen zeigten, dass sich die Wirtschaftslage sicher nicht sehr schnell bessern werde, sagte Georgieva. Die Eurostaaten benötigten deshalb ein fiskalisches Polster für den Fall, dass sich die Lage weiter verschlechtere. „Die Eurostaaten sollten sparsam wirtschaften. Das gilt zwar immer. Sie sollten aber vor allem kein Geld ausgeben, das sie nicht haben“, sagte die Bulgarin.
Streit über neue Ausnahmen von den EU-Fiskalregeln
Mit Blick auf die beginnende heiße Phase im Streit über den künftigen EU-Finanzrahmen empfahl Georgieva, die früher EU-Haushaltskommissarin war, die EU solle sich auf Investitionen in die Infrastruktur, in die Verteidigung und in die Energiewende konzentrieren. Ansonsten gelte: „Wenn Sie kaum Geld haben, verschwenden Sie es nicht!“
Die Appelle der IWF-Chefin trafen in Luxemburg auf einen Streit der Eurofinanzminister über den richtigen Umgang mit den EU-Budgetregeln. Die Ressortchefs diskutierten erstmals über die Idee der EU-Kommission, auch nationale Ausgaben für „Energieinvestitionen“ zu einem Teil von den EU-Fiskalregeln auszunehmen. Bisher ist das nur für Verteidigungsausgaben möglich.
Die Kommission hatte in der vergangenen Woche vorgeschlagen, die ursprünglich nur für die Rüstungsbeschaffung vorgesehenen Ausnahmen von den EU-Budgetregeln auf bestimmte Energieinvestitionen auszudehnen, soweit diese der Energiewende dienen. Dagegen wurde in Luxemburg aus mehreren Delegationen Kritik laut.
Vor allem die Niederlande, Dänemark, Schweden und Estland, aber auch – eher untypisch – Frankreich ließen Widerstand erkennen. Sie begründeten ihn vor allem damit, dass weitere Ausnahmen die Glaubwürdigkeit des erst kürzlich reformierten Regelwerks gefährden.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hielt sich mit Kritik zurück, machte aber deutlich, dass die Verteidigungsausgaben unter der Kommissionsinitiative nicht leiden dürften. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis will in Kürze schriftlich darlegen, wie sich seine Behörde die Ausnahme konkret vorstellt. Nach Einschätzung von Teilnehmern dürfte sich an dem Vorschlag kein Grundsatzstreit entzünden. „Alle Staaten werden sich jetzt in den Konflikt um den mittelfristigen Finanzrahmen stürzen“, sagte ein Diplomat.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
EU Commission will formally present its proposal for energy investment exceptions.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Intensified debate and negotiation regarding the EU's medium-term financial framework.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- What specific energy investments will be considered for exceptions?
- What will be the precise nature of the EU Commission's written proposal?
- How will the differing views of member states be reconciled?
- What are the potential long-term consequences for the EU's fiscal framework?




