Eilmeldung
RUВ Подмосковье и Свердловской области возбудили дела о секте педофиловRUЧисло раненых в Горловке в результате атак ВСУ возросло до восьмиKR문화체육관광부, 메가박스중앙 회생절차 개시 신청 관련 긴급 간담회 개최BRRodoviário morre após ser atingido por caminhão em cruzamento no RioDEVerkehrsunfall in Brockzetel: Acht Verletzte, einer in LebensgefahrPLMateriały wybuchowe z czasów wojny znalezione w Ornecie. Ewakuowano mieszkańcówCN黄河水利委员会完成主汛期前调水调沙 取得多重成效CN澤倫斯基:與川普討論中國在烏俄戰爭中的角色,歐洲領袖稱中國反對俄動用核武DE86-Jähriger stirbt bei Frontalzusammenstoß mit Linienbus in WeenerDEBahnstrecke Leer-Norddeich Mole ab 18. Juli 2026 gesperrtRUВ Подмосковье и Свердловской области возбудили дела о секте педофиловRUЧисло раненых в Горловке в результате атак ВСУ возросло до восьмиKR문화체육관광부, 메가박스중앙 회생절차 개시 신청 관련 긴급 간담회 개최BRRodoviário morre após ser atingido por caminhão em cruzamento no RioDEVerkehrsunfall in Brockzetel: Acht Verletzte, einer in LebensgefahrPLMateriały wybuchowe z czasów wojny znalezione w Ornecie. Ewakuowano mieszkańcówCN黄河水利委员会完成主汛期前调水调沙 取得多重成效CN澤倫斯基:與川普討論中國在烏俄戰爭中的角色,歐洲領袖稱中國反對俄動用核武DE86-Jähriger stirbt bei Frontalzusammenstoß mit Linienbus in WeenerDEBahnstrecke Leer-Norddeich Mole ab 18. Juli 2026 gesperrt
Newsgather
BackJean-Luc Mélenchon: Frankreichs streitbarer Linkspopulist auf dem Vormarsch
Jean-Luc Mélenchon: Frankreichs streitbarer Linkspopulist auf dem Vormarsch
In Entwicklung
Handelsblatt17.06.2026Politik5 dk okumaGermany

Jean-Luc Mélenchon: Frankreichs streitbarer Linkspopulist auf dem Vormarsch

Auf einen Blick

  • Jean-Luc Mélenchon, Frankreichs umstrittener Linkspopulist, gewinnt an Zuspruch, insbesondere bei jungen und migrantischen Wählern.
  • Mit einer Mischung aus Provokation und neuen politischen Strategien könnte er 2027 die Stichwahl um das Präsidentenamt erreichen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Jean-Luc Mélenchon, ein prominenter linker Politiker in Frankreich, polarisiert die Öffentlichkeit, gewinnt aber zunehmend an Unterstützung, insbesondere bei jüngeren und migrantischen Wählern.

Schriftgröße

Saint-Denis. Jean-Luc Mélenchon polarisiert wie kaum ein anderer – und zählt zugleich zu den erfolgreichsten Politikern Frankreichs. In den Umfragen holt der streitbare Linkspopulist auf, und plötzlich scheint es möglich, dass er im Frühjahr 2027 die Stichwahl ums Präsidentenamt erreicht. Bei der vergangenen Wahl fehlten ihm dafür nur 400.000 Stimmen.

Schon in der Metro von Paris zu seinem Wahlkampfauftakt in Saint-Denis zeigt sich, wer an diesem Nachmittag Mélenchon hören will: auffallend viele junge Menschen. Vor der berühmten Kathedrale, in der zahlreiche französische Könige begraben sind, drängen sich Tausende. Die Menge schiebt sich bis in die Seitenstraßen. Die Veranstalter sprechen von 26.000 Teilnehmern.

Als der 74-Jährige die Bühne betritt, brandet Jubel auf. Mélenchon braucht nur wenige Sekunden, um den Ton des Nachmittags zu setzen. „Ich widme unsere Veranstaltung dem unbesiegten palästinensischen Volk“, ruft er in die Menge. Aus dem Applaus werden „Free Palestine“-Rufe hörbar. Es ist eines der Themen, mit denen er besonders die migrantischen Communitys in den Vorstädten ansprechen will. In der Menge haben sich einige das Palästinensertuch gegen die brennende Sonne über den Kopf gezogen.

Zur politischen Strategie Mélenchons gehört seit Jahren die kalkulierte Provokation. Er verteidigte Diktatoren wie Nicolás Maduro aus Venezuela oder Fidel Castro aus Kuba, äußerte sich trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine nachsichtig gegenüber Russland und weigerte sich, die palästinensische Miliz Hamas als Terrororganisation zu bezeichnen. Im Februar löste er zudem Empörung aus, als er auf einer Bühne jüdische Namen wie Epstein, Einstein und Glucksmann verhöhnte.

Noch vor wenigen Monaten schien er deswegen politisch angeschlagen, auch frühere Verbündete gingen auf Distanz. Ein ehemaliger Weggefährte und sozialistischer Abgeordneter beschimpfte ihn sogar als „antisemitischen Mistkerl“. Nun aber – elf Monate vor der Wahl – gehört ausgerechnet Mélenchon zu den Kandidaten mit der größten Dynamik.

Mélenchon begann seine Karriere in der Sozialistischen Partei, war zeitweise Minister. Als sich die Sozialisten immer stärker zur Mitte bewegten, gründete er seine eigene Bewegung: „La France insoumise“, das unbeugsame Frankreich.

Mit einem EU-kritischen, wirtschaftsnationalen und radikal israelkritischen Kurs formte er daraus die erfolgreichste Kraft am äußersten linken Rand. In Unternehmerkreisen gilt Mélenchon seit Jahren als Schreckfigur: Er wetterte gegen Reiche und Konzerne, fordert massive Umverteilung und verspricht einen Staat, der tiefer in Wirtschaft und Arbeitsmarkt eingreift.

Damit beschreibt Mélenchon ein neues gesellschaftliches Verständnis: urban, jung, digital vernetzt und oft migrantisch geprägt. Das politische Zentrum dieses neuen Frankreichs verortet er in den Vorstädten der Metropolen. Saint-Denis ist daher ein Symbolort. Zudem regiert in der Stadt mit knapp 150.000 Einwohnern seit März ein Bürgermeister seiner Partei. Daher inszeniert Mélenchon hier seinen ersten großen Auftritt der Kampagne.

Seine größte Zustimmung erhält er bei den Jüngeren. Einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Ifop zufolge können sich nur neun Prozent der über 35-Jährigen vorstellen, Mélenchon zu wählen. Bei den unter 35-Jährigen sind es 24 Prozent.

Mélenchons Projekt ist eine Republik, die die Vielfalt des Landes anerkennt – und daraus eine politische Mehrheit gegen rechts formt. Auch der Anfang-30-jährige Yann, der sich selbst als großen Mélenchon-Fan beschreibt, kann sich mit diesem neuen Frankreich identifizieren: „Das ist ein Bruch mit dem Bild, dass alle mit Migrationshintergrund kriminell sind“, sagt er in Saint-Denis. „Jetzt fühlen sich viele wahrgenommen, die lange von den Eliten ignoriert wurden.“

Das Wählerpotenzial der Banlieues hat Mélenchon schon lange im Blick. In den sozial benachteiligten und oft migrantisch geprägten Vorstädten bleibt die Wahlbeteiligung oft unter dem Landesdurchschnitt. Indem er diese Nichtwähler mobilisiert – etwa durch scharfe Kritik an Israels Kriegsführung sowie Warnungen vor antimuslimischem Rassismus –, will Mélenchon die Stimmen holen, die ihm bei der vergangenen Präsidentschaftswahl fehlten.

Außerdem verspricht Mélenchon für das „neue Frankreich“ einen höheren Mindestlohn, den Renteneintritt mit 60 und einen weitreichenden Umbau des politischen Systems. „Frankreich ist seit Macron ein soziales Ruinenfeld“, ruft er seinen Anhängern zu. Zugleich wirbt er für eine neue Verfassung, die die Macht des Präsidenten beschneiden soll. Das Volk, so Mélenchon, sei seit „zwei Kaiserreichen und fünf Republiken“ unterdrückt worden.

Für Deutschland wird Mélenchon vor allem wegen seiner außen- und wirtschaftspolitischen Positionen relevant. Er steht für einen linken Nationalpopulismus: gegen Freihandelsabkommen, gegen die bestehenden EU-Verträge, gegen strategische Abhängigkeiten. Abkommen wie mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur oder mit Indien lehnt er ab. Zugleich fordert er den Austritt Frankreichs aus den militärischen Strukturen des Verteidigungsbündnisses Nato.

Wie grundsätzlich seine Abneigung speziell gegen Deutschland ist, zeigte Mélenchon schon 2015. In seinem Pamphlet „Deutschland: Der Bismarckhering – das deutsche Gift“ beschrieb er damals die Bundesrepublik als dominierende Macht in Europa, die vor allem ihre eigenen Interessen verfolge.

So leidenschaftlich Mélenchon verehrt wird, so groß ist auch die Ablehnung seiner Ideen. Nach Daten des Ipsos-Barometers wären 70 Prozent der Franzosen unzufrieden, sollte er Präsident werden. Rund zwei Drittel werfen ihm Aggressivität und eine demonstrativ konfrontative Rhetorik vor. Die Kandidaten des in Umfragen führenden rechtspopulistischen Rassemblement National, Marine Le Pen und Jordan Bardella, kommen in dieser Erhebung jeweils nur auf 48 Prozent Unzufriedenheit.

In Saint-Denis sagen einige, Mélenchon sei nicht mehr so aggressiv wie früher, wirke stattdessen kontrollierter und milder, „präsidialer“. Das ist Teil seiner Strategie. Nach Jahren der Polemik versucht er nun, die zerstrittenen Kräfte links der Mitte wieder hinter sich zu versammeln, auch jene, die ihn lange für untragbar hielten.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Mélenchon erreicht die Stichwahl um das französische Präsidentenamt 2027.

    Möglich · Innerhalb von Monaten

  • Stärkere Mobilisierung von Nichtwählern in Vorstädten.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

Offene Fragen

  • Wie wird sich Mélenchons Rhetorik auf die politische Landschaft auswirken?
  • Können die zerstrittenen linken Kräfte hinter ihm vereint werden?
  • Wie reagieren internationale Partner auf seine EU- und Nato-kritischen Positionen?

Verwandte Themen

This article was originally published by Handelsblatt.

Ähnliche Meldungen

Mehr zu diesem ThemaJean-Luc Mélenchon