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Jerome Powell bleibt nach Ende seiner Fed-Amtszeit im Vorstand
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Tagesschau Wirtschaft30.04.2026Business2 dk okumaGermany

Jerome Powell bleibt nach Ende seiner Fed-Amtszeit im Vorstand

Der scheidende Notenbankchef kündigt an, trotz politischer Spannungen mit der Regierung Trump als Gouverneur im Gremium zu verbleiben.

Auf einen Blick

  • Der scheidende Fed-Chef Jerome Powell überrascht mit der Ankündigung, nach seinem Ausscheiden als Vorsitzender Mitte Mai als Gouverneur im Vorstand zu bleiben.
  • Er begründet dies mit dem Schutz der Unabhängigkeit der Notenbank gegenüber politischem Druck durch die Regierung Trump.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Jerome Powell steht kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Fed-Vorsitzender. Die US-Regierung unter Donald Trump übt seit längerem Druck auf die Notenbank aus, die Zinsen schneller zu senken.

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Dass sich der scheidende Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Jerome Powell mit einer Zinspause wegen der Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs verabschiedet, war erwartet worden. Überraschend war jedoch: Auch nach dem planmäßigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai will er im Vorstand der US-Notenbank bleiben.

"Ich habe vor, mich in dieser Funktion zurückhaltend zu verhalten", sagte er bei seiner letzten Pressekonferenz als Fed-Vorsitzender. Wie lange er als sogenannter Gouverneur im Vorstand arbeiten wolle, ließ er indes offen. Auf Powell soll auf Vorschlag von US-Präsident Donald Trump der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh folgen.

Warsh war nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid vom Bankenausschuss des Senats bestätigt worden. Nun muss der gesamte Senat noch grünes Licht geben. Ökonomen befürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf Entscheidungen nehmen und indirekt Zinslockerungen erwirken könnte. Powell könnte im Vorstand bleiben wollen, um ein Gegengewicht darzustellen - zum Ärger Trumps, der ihn schon lange gefeuert sehen möchte.

Der Präsident hatte über Monate Powell öffentlich verbal angegriffen und ihn für aus seiner Sicht zu langsame Zinssenkungen verantwortlich gemacht. Seine Reaktion auf den angekündigten Verbleib kam daher schnell. "Powell will bei der Fed bleiben, weil er nirgendwo sonst einen Job bekommt, niemand will ihn", erklärte Trump in seinem Onlinedienst.

Finanzminister Scott Bessent sagte im Sender Fox Business, Powells Verbleib sei ein "Verstoß" gegen die Regeln der Fed und eine "Beleidigung" für Warsh. Powells Verbleib ist zwar ein ungewöhnlicher Schritt, doch steht ihm diese Option zu. Er verteidigte seine Entscheidung in einer Art Brandrede, in der er Sorge über das juristische Vorgehen der Trump-Regierung äußerte. Dieses sei in der 113-jährigen Geschichte der US-Notenbank beispiellos.

Die "rechtlichen Angriffe" gegen ihn gefährdeten "unsere Fähigkeit, Geldpolitik ohne Berücksichtigung politischer Faktoren zu betreiben", sagte der Fed-Chef. "Ich habe gesagt, dass ich den Vorstand nicht verlassen werde, bis diese Untersuchung wirklich und endgültig unter transparenten Bedingungen abgeschlossen ist, und daran halte ich fest", so Powell. Die jüngsten Ereignisse hätten ihm "keine Wahl" gelassen als im Vorstand zu verbleiben.

Vergangene Woche hatte Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro angekündigt, ihre Ermittlungen gegen Powell wegen angeblich ausufernder Renovierungskosten an einem Fed-Gebäude einzustellen. Powell bestätigte nun, dass auch das Justizministerium von einer Wiederaufnahme der Ermittlungen sowie der Zustellung neuer Vorladungen absehen will.

Die Fed hielt derweil zum dritten Mal in Folge still und beließ den Leitzins wie erwartet in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent. Elf der zwölf Mitglieder stimmten für die Beibehaltung des Zinses, lediglich der Trump-Berater Stephen Miran votierte für eine Senkung. Außergewöhnlich war, dass zudem drei Mitglieder den Kurs künftiger Zinslockerungen ablehnten. Dies dürfte ungeachtet der unsicheren Wirtschaftslage auch als demonstratives Zeichen gegen Trumps Forderungen nach Zinssenkungen gewertet werden.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Verschärfung der Spannungen zwischen der Fed und dem Weißen Haus

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

  • Weitere politische Debatten im Senat über die Unabhängigkeit der Fed

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

Offene Fragen

  • Wie lange plant Powell tatsächlich im Vorstand zu bleiben?
  • Wie wird der Senat auf die Konfrontation zwischen Trump und Powell reagieren?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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