KI-Nutzung: Erinnerungslücken täuschen nach einer Woche über Urheberschaft
Auf einen Blick
- Eine Studie zeigt, dass Menschen nach nur einer Woche oft nicht mehr sicher sagen können, ob eine Idee von ihnen selbst oder einer KI stammt.
- Forscher empfehlen, die Entstehung von Inhalten von Anfang an zu dokumentieren, anstatt sich auf das Gedächtnis zu verlassen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Eine Studie der Universität Bayreuth und der Aalto University in Helsinki hat untersucht, wie gut sich Menschen nach einer Woche noch an die Urheberschaft von Texten erinnern können, wenn KI beteiligt war. Die Ergebnisse zeigen signifikante Erinnerungslücken, insbesondere bei gemischten Workflows.
Eigene Leistung? Viele Menschen wissen nach einer Woche nicht mehr, in welchem Maße KI an einem Text beteiligt war, zeigt ein Experiment. Wie schnell uns unser Gedächtnis täuscht und was zu tun ist.
Erinnerungslücken bei KI-Nutzung: Nach einer Woche können viele Menschen nicht mehr sicher sagen, ob eine Idee von ihnen selbst oder einer KI stammt. Foto: Philip Dulian/dpa
Bayreuth/Aalto. Möchte man herausfinden, ob Inhalte mit oder ohne Hilfe von künstlicher Intelligenz entstanden sind, darf man nicht mit realistischen Ergebnissen rechnen, wenn Menschen zurückblicken: Schon nach einer Woche sinkt die Wahrscheinlichkeit mitunter drastisch, dass sich Menschen korrekt erinnern, wie genau ein Inhalt zustande kam. Das haben Forschende der Universität Bayreuth und der Aalto University in Helsinki in einer Studie herausgefunden.
Besonders auffällig waren in der Untersuchung demnach Workflows, in der menschliche und künstliche Intelligenz gemischt wurden. Soll heißen: Die Idee stammt von der KI und der Mensch hat sie ausformuliert oder umgekehrt.
KI-Idee ausformuliert? - Keine gute Chance auf korrektes Erinnern
Hat man selbst eine ursprünglich KI-generierte Idee ausformuliert, sinke die Wahrscheinlichkeit, sich korrekt an die Entstehung des Inhalts zu erinnern, in diesem Setting nach sieben Tagen auf 37,7 Prozent.
Umgekehrt bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, eine ursprünglich eigene Idee nach einer Woche korrekt als solche zu erkennen, wenn man sie anschließend von einer KI hat ausformulieren lassen.
Zwei Gefahren im Umgang mit KI durch Erinnerungslücken
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Basierend auf diesen Ergebnissen haben die Forschenden zwei Gefahren im Umgang mit KI durch Erinnerungslücken identifiziert:
Man eignet sich gegebenenfalls KI-Ideen an und gibt diese als eigene Ideen aus.
Umgekehrt traut man sich gegebenenfalls selbst weniger zu als gerechtfertigt, weil man eine eigene Idee fälschlicherweise als KI-generiert erinnert.
Sinnvoller als Erinnern ist Dokumentieren - von Anfang an
Es ist also unrealistisch, KI-Nutzung sowie deren Ausmaß aus der Erinnerung von Menschen zu rekonstruieren. Die Forschenden schlagen deshalb als sinnvolleren Ansatz vor, bei Bedarf die Entstehung von Inhalten von Anfang an zu dokumentieren.
Für die Studie hatten 184 Menschen an einem Experiment teilgenommen. Sie mussten Texte mit oder ohne KI-Hilfe erstellen und wurden dann nach einer Woche zur Entstehung der Idee und zur Ausformulierung des Textes befragt.
Offene Fragen
- Wie verändern sich die Erinnerungslücken bei längeren Zeiträumen?
- Gibt es Unterschiede in der Erinnerungsfähigkeit je nach Art der KI-Nutzung (z.B. Textgenerierung, Ideenfindung, Übersetzung)?
- Welche demografischen Faktoren beeinflussen die Erinnerungsfähigkeit bei KI-Nutzung?
- Wie können Bildungseinrichtungen und Unternehmen diese Erinnerungslücken adressieren?







