Klimawandel: Die Gewöhnung an die Hitze und ihre Folgen
Auf einen Blick
- Die Gesellschaft gewöhnt sich an extreme Hitze, was die Dringlichkeit des Klimawandels verharmlost.
- Die Folgen sind jedoch real und betreffen die Gesundheit, besonders vulnerable Gruppen und Stadtbewohner.
- Die Aufrechterhaltung eines grünen Rasens symbolisiert die Oberflächlichkeit im Umgang mit dem Problem.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Gesellschaft gewöhnt sich an extreme Hitze, was die Dringlichkeit des Klimawandels verharmlost. Die Folgen sind jedoch real und betreffen die Gesundheit, besonders vulnerable Gruppen und Stadtbewohner.
Die Online-Werbeanzeige für einen Dünger, der den Rasen länger saftig grün erscheinen lässt, ploppt in einem Text über die Folgen der Hitze für Mensch und Natur auf. Ausgerechnet. Der Autor schreibt von Glutsommern und Trinkwasserknappheit und darüber, wie schlecht Städte auf den Klimawandel vorbereitet sind. Der Text ist keine leichte Kost. Ihn zu lesen, erfordert die Bereitschaft, sich mit einer Zukunft auseinanderzusetzen, die von Veränderungen geprägt sein wird – geprägt sein muss. Denn die Folgen des Klimawandels lassen kein „Weiter so“ zu.
Nach dem Hitzewoche Ende Juni mit teilweise mehr als 40 Grad schienen das für eine kurze Zeit auch jene anerkannt zu haben, denen es sonst gelingt, die Dringlichkeit des Themas wegzuwischen. Nur zwei Wochen später fühlen sich Temperaturen um die 30 Grad einfach nur wie ein warmer Sommertag an. Ist doch gar nicht so schlimm, hört man die Menschen sagen. Ist ja schließlich Sommer.
Auch Hitze hat einen Gewöhnungseffekt – genauso wie die für viele abstrakte Bedrohung durch selbige ihren Schrecken verliert. Vielleicht ist das eine der größten Fähigkeiten des Menschen: es eigentlich besser zu wissen, aber nicht besser zu machen. Auch aus Gewohnheit. Ist der Leidensdruck nicht groß genug, schwindet oft auch die Bereitschaft, den eigenen Lebensstil anzupassen oder sich kompromisslos mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die im Hier und Jetzt vielleicht einiges kosten, aber nicht sofort eine spürbare Entlastung bedeuten, ist schlichtweg unbequem.
Aber die Folgen sind längst keine ferne Prognose mehr, sondern spürbar. Hitze ist nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur das dringendste Klimarisiko für die menschliche Gesundheit in Europa – allein im Sommer 2022 starben schätzungsweise zwischen 60.000 und 70.000 Menschen vorzeitig an den Folgen. Das Robert-Koch-Institut erwartet „umfassende“ Gesundheitsfolgen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Besonders betroffen: vulnerable Gruppen, also kranke, ältere oder besonders junge Menschen. Auch für jene, die in Großstädten und Ballungsräumen leben, wo sich Hitze in versiegelten Flächen und engen Straßenschluchten staut, steigt die Belastung. Dürreperioden, sinkende Grundwasserspiegel, Ernteausfälle, all das lässt sich nicht mehr wegdiskutieren.
Die Aufmerksamkeit richtet sich wieder auf die Online-Werbeanzeige, die sich penetrant ins Blickfeld schiebt. Der saftig grüne Rasen – mitten in einem Sommer der Extreme – ist das perfekte Symbol für eine Gesellschaft, die lieber die Oberfläche pflegt, als das Problem an der Wurzel zu packen. Solange der Rasen noch grün ist, kann man sich schließlich einreden, die Welt sei noch im Gleichgewicht.
Offene Fragen
- Wann wird ein Umdenken stattfinden?
- Welche konkreten Maßnahmen sind nötig?

