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Kölner Dom: Eintrittsgeld als "geistliche Bankrotterklärung"
NACHRICHT
FAZ02.06.2026Other2 dk okumaGermany

Kölner Dom: Eintrittsgeld als "geistliche Bankrotterklärung"

Auf einen Blick

  • Das Erzbistum Köln verlangt künftig 12 Euro Eintritt für den Kölner Dom von Touristen, was als "geistliche Bankrotterklärung" kritisiert wird.
  • Kritiker sehen darin ein falsches Signal der Ausgrenzung und eine rein wirtschaftliche Kalkulation.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die katholischen Bischöfe in Deutschland suchen nach Wegen, Menschen zu erreichen, die keinen Bezug zu Religion und Gott haben. Der Kölner Dom zieht jährlich Millionen Touristen an. Das Erzbistum Köln plant, von Touristen, die nicht explizit einen Gottesdienst besuchen oder beten wollen, 12 Euro Eintritt zu verlangen.

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Wie kann die Kirche Menschen erreichen, die mit Religion und Gott nichts am Hut haben? Darüber zerbrechen sich die katholischen Bischöfe in Deutschland aus gutem Grund schon seit Längerem den Kopf. Das ist ein schwieriges, aber nicht völlig aussichtsloses Unterfangen.

Da gibt es zum Beispiel den Kölner Dom. Jährlich strömen sechs Millionen Menschen aus aller Welt in diese gotische Kathedrale. Nur die wenigsten davon besuchen einen Gottesdienst oder kommen zum stillen Gebet. Die meisten sind Touristen. Die sind bisweilen laut und stören die Andacht. Das stimmt.

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Das Erzbistum geht nicht am Bettelstab

Aber wo kann die Kirche mehr Leute erreichen, die sonst nicht mehr für sie ansprechbar sind? Statt froh darüber zu sein, knöpft das zuständige Domkapitel künftig Erwachsenen zwölf Euro Eintritt ab, wenn sie nicht ausdrücklich einen Gottesdienst besuchen oder beten wollen. Das ist eine geistliche Bankrotterklärung für eine Kirche, die doch eigentlich für ihre frohe Botschaft werben will. Und ein Tabubruch in Deutschland. Der Dom ist kein Museum.

Natürlich ist der Dom auch keine Missionsstation. Niemand geht als Atheist hinein und kommt als Katholik wieder heraus. Aber eine derart platte Kosten-Nutzen-Kalkulation ist völlig fehl am Platze. Niemand kann von vorneherein ausschließen, dass ein Besuch im Dom nicht doch Spuren hinterlässt. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte: Das Eintrittsgeld sendet ein Signal, das verheerend wirkt, auch innerkirchlich: Es sind nicht alle gleichermaßen willkommen.

Die Argumente für ein Eintrittsgeld überzeugen nicht. Die Instandhaltung des Doms kostet viel Geld. Am Bettelstab geht das Erzbistum Köln jedoch noch lange nicht. Es handelt sich um eine Frage der Prioritäten.

Der Hinweis, dass Touristen etwa in Italien auch Eintritt für einige Kirchen bezahlen müssen, verfängt nicht. Die Kirche im Land des heiligen Franziskus verfügt in vielen Landesteilen nur über bescheidene finanzielle Ressourcen. Dann sollte Kardinal Woelki auch konsequent sein und sich mit dem Gehalt seiner italienischen Amtsbrüder begnügen, die nur einen Bruchteil seiner Besoldung erhalten.

Offene Fragen

  • Wie wird die Einnahme aus dem Eintrittsgeld verwendet?
  • Welche konkreten Maßnahmen plant das Erzbistum Köln, um trotz des Eintrittsgeldes Menschen zu erreichen?
  • Wie reagiert die Öffentlichkeit und die kirchliche Basis auf diese Entscheidung?
  • Gibt es ähnliche Modelle in anderen deutschen Bistümern oder international, die als Vorbild dienen könnten?

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This article was originally published by FAZ.

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