Litauen entdeckt Tunnel unter Grenzzaun zu Belarus
Litauische Grenzschützer stoßen erneut auf einen Tunnel an der Grenze zu Belarus. Die Behörden vermuten Schleusungsabsichten.
Auf einen Blick
- Litauische Grenzschützer haben an der Grenze zu Belarus einen weiteren unterirdischen Tunnel entdeckt.
- Der unfertige Gang sollte offenbar für die illegale Schleusung von Migranten genutzt werden.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Litauen wirft Belarus vor, gezielt Migranten an die EU-Außengrenze zu bringen, um Druck auszuüben.
Litauische Grenzschützer haben erneut einen unterirdischen Tunnel an der Grenze zu Belarus entdeckt. Er sollte offenbar dazu dienen, Migranten heimlich nach Litauen zu bringen.
Nach Angaben der Grenzschutzbehörde in Vilnius verlief der unfertige Gang in rund 1,5 Meter Tiefe unter dem Grenzzaun. Er war mit Baumstämmen und Brettern abgestützt.
Der getarnte Eingang befand sich auf belarussischer Seite. Der Tunnel reichte etwa vier Meter weit bis zum litauischen Staatsgebiet, besaß jedoch noch keinen Ausgang. Entdeckt wurde die Anlage mithilfe elektronischer Überwachungstechnik.
Litauen wirft Belarus seit Längerem vor, gezielt Migranten aus Krisenregionen an die Außengrenze der Europäischen Union zu bringen, um Druck auf die EU auszuüben. Als Reaktion verstärkte die Regierung den Grenzschutz und errichtete einen Grenzzaun.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Behörden zwei weitere Tunnel unter der Grenze aufgespürt.
Bei einem dieser Vorfälle sollen Grenzschützer nach Medienberichten von einer Gruppe von Migranten angegriffen worden sein, als diese sich einer Festnahme widersetzten. Die Beamten zogen sich demnach zurück, während die Migranten nach Belarus flüchteten.
Der litauische Innenminister Martynas Katelynas ordnete nach Bekanntwerden des Vorfalls eine interne Untersuchung an. Zuvor hatte eine Sprecherin des Grenzschutzes den Angriff bestätigt, der zunächst nicht öffentlich gemacht worden war. Auch Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius kritisierte die verzögerte Information über den Vorfall.
Offene Fragen
- Wer sind die Hintermänner des Tunnelbaus?
- Welche Konsequenzen hat die interne Untersuchung?






