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Marokko macht Falschinformationen für Migrantenansturm auf Ceuta verantwortlich
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Spiegel Auslandvor 1 StundeWelt2 Min. LesezeitGermany

Marokko macht Falschinformationen für Migrantenansturm auf Ceuta verantwortlich

Auf einen Blick

  • Marokko macht Falschinformationen in sozialen Medien und eine Fehlinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils für den massiven Migrantenansturm auf Ceuta verantwortlich.
  • Spanien bestätigt Gerüchte als Ursache und meldet eine deutlich höhere Opferzahl als Marokko.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Marokko macht Falschinformationen in sozialen Medien und eine Fehlinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils für den massiven Migrantenansturm auf Ceuta verantwortlich. Spanien bestätigt Gerüchte als Ursache und meldet eine höhere Opferzahl.

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Marokko hat Falschinformationen in den sozialen Medien für den massiven Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta verantwortlich gemacht. Zudem sei ein Urteil eines spanischen Gerichts, das die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen Migranten verbiete, falsch interpretiert worden. Das teilte das marokkanische Innenministerium am späten Sonntagabend mit.

Die Erklärung deckt sich mit den spanischen Äußerungen zu dem Thema. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte Gerüchte über angeblich geöffnete Grenzen, die die »Schleppermafia« verbreitet habe, als möglichen Grund für die Ankunft der Menschen genannt. Der SPIEGEL konnte vor Ort mit Menschen sprechen, die die Grenze unerlaubt übertreten hatten. Auch sie bestätigen, dass Informationen von TikTok und Co. bei ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt haben.

Die marokkanischen Behörden bezifferten die Zahl der an dem Ansturm vom Donnerstag Beteiligten auf 40.000. Spanien hatte von mehr als 50.000 gesprochen. Zudem wurden nach marokkanischen Angaben 1135 Personen daran gehindert, nach Melilla zu gelangen, einer weiteren spanischen Enklave. Die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, bezifferte Marokko auf elf. Die meisten von ihnen seien ertrunken.

Berichte über Todesfälle von der anderen Seite der Grenze würden derzeit auf ihre Richtigkeit überprüft. In der Erklärung wurde erneut bekräftigt, dass Marokko sich der Bekämpfung der illegalen Migration verpflichtet fühle, und es wurde eine gemeinsame Lastenteilung bei der Steuerung der Migration gefordert.

Höhere Opferzahl von spanischen Behörden gemeldet

Spanien hatte die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, am Sonntag mit 72 deutlich höher beziffert. Der Vertreter der spanischen Regierung in Ceuta, Miguel Angel Perez, erklärte, zudem seien mehr als 1000 Menschen medizinisch versorgt worden.

Einige Migranten ertranken den spanischen Behörden zufolge und andere wurden erdrückt, als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage und den Grenzzaun zu überklettern. Viele der Menschen waren durch wirtschaftliche Not zur Migration getrieben und durch Gerüchte in den sozialen Medien dazu ermutigt worden, auf spanisches Gebiet und damit in die EU zu gelangen. Nahezu alle Menschen, die am Donnerstag nach Ceuta gelangten, sind nach spanischen Angaben inzwischen wieder in Marokko.

Die Blitzmigrationskrise in Ceuta zeigt: Die europäische Solidarität wird in so einer Ausnahmesituation schnell brüchig. Einer der Antreiber dieser Spaltung ist die rechte Politikerin Giorgia Meloni.

Offene Fragen

  • Wie genau wurde das spanische Gerichtsurteil fehlinterpretiert?
  • Welche spezifischen Falschinformationen kursierten auf TikTok?
  • Wie wird die gemeinsame Lastenteilung bei der Migration umgesetzt?

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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