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Musterdepot Nachhaltigkeit: Stabilität als Wettbewerbsvorteil
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Musterdepot Nachhaltigkeit: Stabilität als Wettbewerbsvorteil

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#Börse#Anlagestrategie#KünstlicheIntelligenz#Nachhaltigkeit#Gesundheitswesen#Energieversorgung#Infrastruktur#Versorgungssicherheit
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Konzentrierte Depots zahlen sich derzeit aus. Breite Streuung kostet dagegen Rendite – aber bringt Stabilität, die sich demnächst lohnen könnte, sagt Musterdepot-Autorin Gabriele Hartmann. Gabriele Hartmann 04.06.2026 - 18:00 Uhr Artikel anhören

Gabriele Hartmann ist selbstständige Senior Advisorin. Foto: Perspektive AG, Getty Images [M]

München. Der Mai war ein starker Börsenmonat. Wer in Titel mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) investiert war, wurde belohnt. Wer nicht, schaute zu.

Die KI-Euphorie scheint derzeit keine Grenzen zu kennen. Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld anspruchsvoll.

Die Inflation erweist sich als hartnäckiger als erwartet, eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Juni gilt als wahrscheinlich. Hinzu kommen geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die jederzeit wieder stärker in den Fokus rücken können. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf Robustheit.

Das Musterdepot Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Monaten deutlich weniger zugelegt als die beiden Vergleichsstrategien. Der Markt honoriert derzeit Konzentration. Breite kostet dagegen Rendite – dafür bringt sie Stabilität.

Als im Frühjahr die Spannungen im Nahen Osten eskalierten und die Märkte unter Druck gerieten, waren es nicht die viel diskutierten KI-Gewinner, die das Depot stabilisierten. Es waren Unternehmen wie Johnson & Johnson, Sanofi oder Fresenius – alle aus dem Gesundheitswesen.

Stabilität hat selten einen Kurswert – bis sie einen bekommt. Genau darin liegt der Ansatz des Musterdepots Nachhaltigkeit. Nicht die maximale Rendite im besten aller Szenarien, sondern ein Portfolio, das auch dann trägt, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern.

Die Musterdepots

Die Manager der Musterdepots schreiben abwechselnd im Wochenrhythmus über ihre Sicht auf die Märkte. Die Beiträge der Expertinnen und Experten stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen lediglich einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben. >> Hier geht es zur Musterdepot-Seite

Leserinnen und Leser können den Profis quasi live über die Schulter schauen: Es gibt das „Zukunfts-Depot“ von Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), das „Nachhaltigkeits-Depot“ von Gabriele Hartmann und das „Dynamik-Depot“ von Philipp Paulus (FGTC Investment).

Hier gelangen Sie direkt zur Musterdepot-Seite:

>> www.handelsblatt.com/boerse/musterdepots

Die vergangenen drei Jahrzehnte wurde die Weltwirtschaft auf Effizienz optimiert. Lieferketten wurden globalisiert, Lagerbestände minimiert, Energie galt als verfügbar. Heute verschieben sich die Prioritäten.

Künstliche Intelligenz treibt den Strombedarf in die Höhe. Kriege und geopolitische Spannungen rücken Versorgungssicherheit wieder in den Mittelpunkt. Staaten investieren in kritische Infrastruktur, Unternehmen bauen Lieferketten um, und Europa diskutiert über strategische Autonomie. Die Welt wird nicht effizienter, sie wird robuster.

Der Titel eines Panels auf dem „IMpower Fundforum“ in drei Wochen in Monaco, der weltweit größten und prestigeträchtigsten Konferenz für die Vermögens- und Fondsverwaltungsbranche, beschreibt diesen Wandel treffend. Er lautet: „The New ESG – Energy, Security, Geopolitics“.

Energieversorgung, Infrastruktur und Versorgungssicherheit im Fokus

Das bedeutet aber nicht, dass das klassische ESG mit dem Fokus auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung überholt ist. Denn von der aktuellen Entwicklung profitieren genau jene Unternehmen, die Energieversorgung, Infrastruktur und Versorgungssicherheit ermöglichen – diese befinden sich auch im Musterdepot Nachhaltigkeit.

Das schwedisch-schweizerische Technologieunternehmen ABB meldete zuletzt Rekordaufträge. Die Aktie von Prysmian, Weltmarktführer für Energie- und Telekommunikationskabel aus Italien, notiert nahe ihres Allzeithochs, der Industriekonzern Siemens wächst zweistellig. Diese Unternehmen profitieren nicht von einem Nachhaltigkeitslabel. Sie profitieren davon, dass moderne Volkswirtschaften widerstandsfähiger werden müssen.

Einige Positionen, die der Markt derzeit wenig beachtet, werden im Musterdepot bewusst gehalten. Sanofi etwa wird zu einer der niedrigsten Bewertungen der europäischen Pharmabranche gehandelt, verfügt aber über ein stark wachsendes Kernprodukt und eine attraktive Dividendenrendite. Fresenius hat seinen Cashflow deutlich gesteigert und die Verschuldung reduziert. Beide Unternehmen stehen für etwas, das an den Märkten oft unterschätzt wird: Resilienz.

Gleichzeitig entwickelt sich das Depot weiter. Vier Positionen werden veräußert – Sodexo nach einem deutlichen Gewinneinbruch, Accor nach einer soliden Kursentwicklung seit Kauf sowie Medtronic und Ulta Beauty.

Prysmian, Eaton, Schneider Electric und ABB werden aufgestockt. Alphabet wird erhöht – wegen seiner attraktiven Bewertung und der starken Position im Cloud-Geschäft.

Neu ins Musterdepot kommen zwei Unternehmen. TSMC fertigt die Chips, auf die die Welt nicht verzichten kann – wer in KI-Infrastruktur investiert, kommt an diesem Unternehmen nicht vorbei. Die Bewertung erscheint angesichts der strategischen Bedeutung des Unternehmens attraktiv.

Kritische Infrastruktur ist gefragt

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Die zweite Neuaufnahme ist Veolia. Das Unternehmen betreibt Wasser- und Umweltinfrastruktur in zahlreichen Ländern und verfügt über langfristige Konzessionsverträge. Wasser ist längst auch ein geopolitisches Thema. Versorgungssicherheit endet nicht beim Stromnetz.

Die Veränderungen an den Märkten reichen damit weit über den aktuellen KI-Boom hinaus. Anleger investieren zunehmend in Unternehmen, die kritische Infrastruktur bereitstellen, Ressourcen sichern und Volkswirtschaften widerstandsfähiger machen.

In einer Welt, die auf Effizienz optimiert wurde, könnte Robustheit zu einem der wertvollsten Wettbewerbsvorteile werden.

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This article was originally published by Handelsblatt.

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