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Niedrigwasser und Quallen zwingen Atomkraftwerke in Rumänien und Frankreich zum Abschalten
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Spiegel Wirtschaftvor 1 StundeEnergy2 Min. LesezeitGermany

Niedrigwasser und Quallen zwingen Atomkraftwerke in Rumänien und Frankreich zum Abschalten

Wegen historischer Pegeltiefstände der Donau wird Rumäniens einziges AKW komplett heruntergefahren. In Frankreich drosseln Dürre und eine Quallenplage die Produktion.

Auf einen Blick

  • Wegen historischer Pegeltiefstände der Donau wird Rumäniens einziges Atomkraftwerk Cernavodă vollständig heruntergefahren.
  • In Frankreich beeinträchtigen zudem Dürre und eine Quallenplage die Atomstromproduktion.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Atomkraftwerke benötigen große Mengen Kühlwasser aus Flüssen oder dem Meer, deren Pegelstände und Temperaturen durch Hitze und Dürre beeinflusst werden.

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Wegen des historischen Pegeltiefstands der Donau soll das einzige Atomkraftwerk Rumäniens vollständig heruntergefahren werden. Reaktor 2 des Kraftwerks Cernavodă werde »im Hinblick auf die aktuellen hydrologischen Bedingungen kontrolliert heruntergefahren«, heißt es aus dem Energieministerium. Ende Juli war bereits einer der beiden Reaktoren heruntergefahren worden. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

Ursprünglich sollte der zweite Reaktor ebenfalls vor rund zwei Wochen heruntergefahren werden. Doch unter anderem durch Ausbaggerungen konnte vorerst weiter Wasser aus der Donau zum Kraftwerk geleitet werden. Die rumänische Marine hatte vergangene Woche auch einen Felsen in der Donau gesprengt, um mehr Wasser zum Kraftwerk zu leiten. Trotzdem ist der Wasserstand unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen weiter gesunken und hat historische Tiefstände erreicht.

Das Atomkraftwerk Cernavodă produziert für gewöhnlich ein Fünftel des landesweit erzeugten Stroms. Nach dem Herunterfahren des zweiten Reaktors solle die Stromversorgung im Land durch andere Quellen gedeckt werden, etwa durch Windkraft und Importe, erklärte das Energieministerium. Es rief zu einem verantwortungsvollen Stromverbrauch auf.

13 von 57 französischen AKW mit Problemen

Auch in Frankreich beeinträchtigt Niedrigwasser die Stromproduktion. 20,4 Prozent der Reaktorkapazität des Landes sei am Mittwoch außer Betrieb gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Berechnungen auf Basis von Daten des Atomenergieunternehmens EDF. Dabei setzt neben dem Niedrigwasser auch eine Quallenplage den französischen Atomkraftwerken zu.

Das massive Aufkommen von Quallen im Ärmelkanal beeinträchtige die Meerwasserpumpen eines dortigen AKW. Drei der sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines in Nordfrankreich mussten laut AFP deshalb abgeschaltet werden. Ein weiterer Reaktor sei auf halbe Kraft heruntergefahren worden, wie EDF mitteilte. Außerdem ist ein weiterer Reaktor ohnehin wegen Wartungsarbeiten derzeit nicht am Netz. Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas.

Frankreich deckt rund 70 Prozent seines Strombedarfs durch Kernkraftwerke. Insgesamt verfügt das Land über 57 Reaktoren. Acht von ihnen sind derzeit außer Betrieb, und fünf weitere laufen nicht mit voller Kraft. Die weiteren Abschaltungen oder Produktionskürzungen gehen auf Hitze, Dürre oder Niedrigwasser zurück, wodurch die Kühlung der Kraftwerke nicht mehr reibungslos funktioniert.

Die vielen Quallen an der Küste Nordfrankreichs sind ein regelmäßiges und saisonbedingtes Phänomen. Experten zufolge werden Meldungen über große Schwärme in diesem Gebiet aber jeden Sommer häufiger. Weltweit vermehren sich die Quallen, ein Grund dafür ist der Anstieg der Meerestemperaturen im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung.

Offene Fragen

  • Wie lange bleiben die Reaktoren in Rumänien und Frankreich abgeschaltet?
  • Reichen alternative Stromquellen und Importe aus?

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This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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