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Palliativarzt gesteht 12 Morde in Berliner Landgericht
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Die Welt25.06.2026Crime2 dk okumaGermany

Palliativarzt gesteht 12 Morde in Berliner Landgericht

Auf einen Blick

  • Ein Palliativarzt hat vor dem Berliner Landgericht 12 von 15 angeklagten Taten gestanden und die Tötung seiner Patientinnen und Patienten zugegeben.
  • Er entschuldigte sich bei Angehörigen, die fassungslos auf die Geständnisse reagierten.
  • Parallel laufen Ermittlungen zu 76 weiteren Fällen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Ein Palliativarzt hat vor dem Berliner Landgericht 12 Morde an Patientinnen und Patienten gestanden, nachdem er sich fast ein Jahr lang nicht zu den Vorwürfen geäußert hatte. Er erklärte, er habe gedacht, das Richtige zu tun, um Leid zu ersparen, und entschuldigte sich bei den Angehörigen.

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Fast ein Jahr nach Beginn eines Mordprozesses gegen einen Palliativarzt in Berlin darf der Mediziner am Morgen erstmals den verglasten Bereich im Landgericht verlassen. Er setzt sich neben seine Verteidiger. Und dann gesteht er 12 der 15 angeklagten Taten und gibt damit die Tötung seiner Patientinnen und Patienten zu.

„Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären und übernehme die Verantwortung für meine Taten“, erklärt der Angeklagte gefasst. „Ich entschuldige mich für das viele Leid, das ich über sie gebracht habe“, sagt der 41-Jährige an Angehörige sowie seine Familie und Kollegen gerichtet.

Vor Gericht sagte der Arzt, er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen. „Bei allem habe ich gedacht, das sei das Beste für alle“, erklärte der Angeklagte. Sämtliche negativen Gefühle habe er nicht zugelassen, sich seiner Überforderung nicht gestellt und eigenmächtig gehandelt.

„Nach jeder Tat dachte ich: Das muss aufhören“, sagte der Angeklagte. Er habe sich für sein Handeln gehasst. „Ich weiß, dass ich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werde. Vielleicht ist das ein Trost für die Angehörigen“, sagte er mit Blick auf Hinterbliebene im Gerichtssaal, die im Prozess als Nebenkläger auftreten.

Mutter von jüngstem Opfer weint

Bei der Mutter des jüngsten Opfers – einer 25-jährigen Frau, die am 22. September 2021 starb – fließen Tränen. Erst nachdem ihr Anwalt mit ihr gesprochen hat, beruhigt sich die Nebenklägerin ein wenig. Später zeigt sie vor dem Gerichtssaal ein Foto ihrer Tochter.

Die 25-Jährige nennt die Anklage als jüngstes Opfer, als ältestes eine 94 Jahre alte Frau. Alle waren schwerstkrank, ihr Tod stand aber nicht unmittelbar bevor.

Hinterbliebene wurden im Prozess befragt, sie sind bis heute fassungslos. „Sie hatte Pläne, wollte mit ihrer Schwester an die Ostsee reisen – meine Mutter wollte weiterleben“, sagte der Sohn einer 72-Jährigen, die am 24. Juli 2024 starb. Und die Mutter der 25-Jährigen erklärte: „Nie hat sie gesagt, dass sie nicht mehr leben wollte.“

Nebenkläger: Erklärung nicht schlüssig

Aus Sicht ihres Anwalts ist die Erklärung des Angeklagten nicht schlüssig. Der Arzt erkläre sein Handeln mit der schweren Erkrankung der Opfer, „um die wahren Motive zu verstecken“, sagte Nebenklägervertreter André Mors. „Das war kein vollumfängliches Geständnis. Seine Motive werden wir möglicherweise nie erfahren.“

Das Gericht will bis zur Fortsetzung des Prozesses am Montag (29. Juni) prüfen, ob zu der Erklärung des Angeklagten noch Fragen bestehen, wie die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch sagte. Ferner ist das Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen geplant. Dabei geht es um ihre Einschätzung der Persönlichkeit und Schuldfähigkeit des 41-Jährigen. Ob danach die Beweisaufnahme geschlossen werden kann und die Plädoyers beginnen, ist noch offen.

Parallel laufen Ermittlungen zu weiteren Fällen

Parallel zu der Verhandlung vor dem Landgericht laufen die Ermittlungen zu derzeit 76 anderen Fällen in dem Kontext weiter, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt. Die Behörde schließt weitere Anklagen nicht aus. Der Fall könnte einer der größten bundesweit sein.

Bislang gilt eine Mordserie in Niedersachsen als die wohl größte der deutschen Nachkriegsgeschichte: Ex-Pfleger Niels Högel wurde 2019 wegen 85 Morden zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Motiv für seine Taten blieb unklar.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Der Prozess wird am Montag fortgesetzt, wobei das Gericht die Erklärung des Angeklagten prüfen und das psychiatrische Gutachten anhören wird.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Es könnten weitere Anklagen in den parallel laufenden Ermittlungen zu 76 anderen Fällen erhoben werden.

    Möglich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Welche Fragen bestehen noch zur Erklärung des Angeklagten?
  • Wie lautet die Einschätzung der psychiatrischen Sachverständigen zur Schuldfähigkeit?
  • Werden weitere Anklagen in den 76 parallelen Fällen erhoben?
  • Was sind die wahren Motive des Arztes?

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This article was originally published by Die Welt.

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