Polens Rechte stört deutsch-polnische Beziehungen
Auf einen Blick
- Die polnische Rechte versucht, das Verhältnis zwischen Berlin und Warschau zu stören, indem sie einen Vorfall mit Rechtsextremisten instrumentalisiert.
- Dies dient Moskaus Interessen angesichts der russischen Bedrohung.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die polnische Rechte nutzt einen Vorfall mit Rechtsextremisten, um die deutsch-polnische Beziehung zu belasten und die Regierung unter Druck zu setzen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland.
Deutschland und Polen :
Wem es nützt, wenn die Atmosphäre vergiftet wird
Ein Kommentar von Reinhard Veser
18.06.2026, 08:41Lesezeit: 2 Min.
Die Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz und Pistorius am 17. Juni in WarschauAFP
Die polnische Rechte versucht, das konstruktive Verhältnis zwischen Berlin und Warschau zu stören. Das ist im Sinne Moskaus.
Das unwürdige Auftreten einer kleinen Gruppe polnischer Rechtsextremisten in der Nähe des Gedenksteins für die polnischen Opfer des Nationalsozialismus in Berlin wäre keiner großen Aufmerksamkeit wert, wären da nicht die Reaktionen aus der Präsidialkanzlei in Warschau und der größten polnischen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Polens Rechte will aus dem Vorfall einen Skandal machen: Die deutsche Polizei habe Polen mit Gewalt daran gehindert, ihrer im Zweiten Weltkrieg von Deutschen ermordeten Landsleute zu gedenken.
Der PiS-Vorsitzende Jarosław Kaczyński verwendet das als Argument gegen das am Mittwoch unterzeichnete Abkommen über militärische Kooperation: Von Deutschland könne Polen nichts anderes als „ein Messer im Rücken“ erwarten. Ist das Zynismus oder Wahnsinn?
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Die PiS agitiert gegen polnische Sicherheitsinteressen
Die Behauptung von Kaczyński und Konsorten, Deutschland habe sich nicht von seiner nationalsozialistischen Vergangenheit gelöst, hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Durch das Schüren einer gegen Deutschland gerichteten Hysterie, durch die schamlose Instrumentalisierung begründeter historischer Traumata ihrer Landsleute will die PiS die polnische Regierung in die Enge treiben. Dafür agitiert sie sogar gegen elementare Sicherheitsinteressen Polens.
Denn angesichts der realen Bedrohung durch Wladimir Putins Russland, die Polen wie Deutschland gilt, hat die Ablehnung einer engeren Zusammenarbeit in der Verteidigung etwas Selbstmörderisches. Sollte die PiS die Parlamentswahl in Polen nächstes Jahr gewinnen, werden im Kreml die Sektkorken knallen.
Man will sich gar nicht ausmalen, welche Verheerungen eine neuerliche Regierung der seit ihrer Abwahl 2023 radikalisierten PiS im deutsch-polnischen Verhältnis anrichten würde. Das ist bisher von engen wirtschaftlichen Verbindungen und einer meist pragmatischen und konstruktiven politischen Zusammenarbeit gekennzeichnet. Die größten Schwierigkeiten liegen tatsächlich im Umgang mit der Vergangenheit.
Die Erwartung einer Mehrheit auch liberaler Polen, Deutschland solle endlich etwas für die wenigen noch überlebenden polnischen NS-Opfer tun, ist berechtigt. Aber in der von der polnischen Rechten vergifteten Atmosphäre ist es sehr schwierig, zu einer Lösung zu finden, die diesen alten Menschen dient und nicht sofort Gegenstand neuerlicher Attacken wird.
Quelle: F.A.Z.Artikelrechte erwerben
Reinhard Veser
Redakteur in der Politik.
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Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die PiS wird die Parlamentswahl in Polen gewinnen.
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Offene Fragen
- Wie wird die polnische Regierung auf die Agitation der PiS reagieren?
- Welche Folgen hat die Vergiftung der Atmosphäre für die militärische Kooperation?

