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Prominenter deutscher Unternehmer nimmt am Wirtschaftsforum in St. Petersburg teil
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Handelsblatt02.06.2026Welt4 dk okumaGermany

Prominenter deutscher Unternehmer nimmt am Wirtschaftsforum in St. Petersburg teil

Auf einen Blick

  • Thomas Bruch, ein prominenter deutscher Unternehmer, nimmt am St.
  • Petersburger Wirtschaftsforum teil, was auf Kritik von Politikern stößt.
  • Er betont die Bedeutung von Dialog und Frieden trotz des Ukraine-Kriegs.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Thomas Bruch, a prominent German entrepreneur, is attending the St. Petersburg Economic Forum, marking the first such participation by a high-profile family business owner since Russia's invasion of Ukraine. Globus has operated supermarkets in Russia since 2006.

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Düsseldorf, Berlin. Mit Thomas Bruch reist erstmals seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine ein prominenter Familienunternehmer zum St. Petersburger Wirtschaftsforum. Das bestätigte die Unternehmensgruppe Globus aus dem saarländischen St. Wendel dem Handelsblatt.

Bruch führte lange die Geschäfte der Globus-Holding. Seit 2006 betreibt Globus große Lebensmittelmärkte in Russland. Inzwischen sind es 20, die vorwiegend Waren aus Russland beziehen.

Bruch nehme am Forum in seiner Funktion als Gesellschafter der russischen Hypermärkte teil, hieß es von der Globus-Holding auf Anfrage. Seine Teilnahme diene „der Pflege wirtschaftlicher Kontakte sowie dem Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und Institutionen“.

Bruch wird am frühen Mittwochabend russischer Zeit auf einem Panel sitzen, bei dem es um den aktuellen Stand deutscher Unternehmen in Russland geht und um die Frage, unter welchen Bedingungen sich die Dynamik von Handel und wirtschaftlichen Beziehungen verändern könnte. Mit dabei ist auch der deutsche Unternehmer Stefan Dürr, der seit vielen Jahren als Milchproduzent in Russland aktiv ist und auch die russische Staatsbürgerschaft hat.

Der 76-jährige Bruch teilte dem Handelsblatt mit: „Für uns bleibt ein Grundsatz unverändert: Wir sind gegen jeden Krieg. Frieden, Verständigung und Dialog müssen stets Vorrang haben. Ich setze mich für die Stärkung der Friedenskräfte in Europa und darüber hinaus ein. Gerade in Zeiten tiefgreifender Spannungen ist es wichtig, Gesprächskanäle offen zu halten und den Austausch zwischen den Menschen zu fördern – auch dort, wo unterschiedliche Auffassungen bestehen.“

Seit 2020 führt sein Sohn Matthias die Geschäfte der Holding, die ausschließlich in Deutschland und Tschechien aktiv ist und im Geschäftsjahr 2024/2025 rund 8,8 Milliarden Euro umsetzte. Das Ergebnis stieg um 4,3 Prozent auf 254,8 Millionen Euro.

Die russische Globus-Einheit erfülle dort „den Auftrag der Grundversorgung der Bevölkerung“, heißt es aus der Firmengruppe. Weiter heißt es: „Dieses Vorgehen stand und steht im Einklang mit den Beschlüssen der Bundesregierung und der EU-Mitgliedstaaten.“ Die Globus-Gesellschafter sind weiterhin an der russischen Einheit beteiligt, erhalten nach eigenen Angaben aber keine Ausschüttungen und hätten bislang auch keine erhalten.

Für Thomas Bruch war das Engagement in Russland stets mehr als ein Geschäft. Er wollte durch wirtschaftliche Beziehungen dazu beitragen, dass dem Land der Weg „vom Kommunismus zu neuen, zu demokratischen Strukturen“ geebnet wird, wie er einmal sagte.

Die von ihm gegründete gemeinnützige Globus-Stiftung förderte auch Projekte in Russland, etwa ein Heim für gefährdete Jugendliche in St. Petersburg. Als seine Frau Graciela, die die Stiftung leitet, dafür 2019 vom Deutsch-Russischen Forum mit dem Dr.-Friedrich-Joseph-Haass-Preis ausgezeichnet wurde, sagte sie: „Meinem Mann und mir ist es ein Herzensanliegen, einen Beitrag zur deutsch-russischen Freundschaft zu leisten.“

In der Politik stößt die Teilnahme der deutschen Unternehmer an dem Wirtschaftsforum auf scharfe Kritik. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sprach von einem „großen Fehler“. „Deutsche Unternehmen, die in St. Petersburg einen Kriegsverbrecher hofieren, konterkarieren unsere nationalen Sicherheitsinteressen und beschädigen Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt.

Er forderte von der Bundesregierung, dieses Verhalten „klar“ zu verurteilen. „Denn deutsche Wirtschaftsvertreter stärken damit indirekt Russland und tragen zur Normalisierung eines völkerrechtswidrigen Vernichtungskriegs bei.“

Auch die SPD übte Kritik. „Solange ihre Tätigkeiten nicht unter die Sanktionen der EU fallen, mögen ihr Engagement und die Teilnahme legal sein, sie senden aber ein katastrophales Zeichen“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, dem Handelsblatt.

Roloff verwies auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Gastgeber des Forums, Wladimir Putin, führe einen völkerrechtswidrigen Krieg und bombardiere jeden Tag „mit voller Absicht die Zivilbevölkerung in der Ukraine“, sagte der SPD-Politiker. Zwar gebe es ein Leben nach dem Krieg und unter einer anderen Führung Russlands. „Aber jetzt ist bei Weitem noch nicht der Zeitpunkt für eine Normalisierung der Beziehungen gekommen, weder politisch noch wirtschaftlich.“

Die EU-Sanktionen verbieten deutschen Unternehmen nicht pauschal jede Geschäftstätigkeit in Russland. Untersagt sind aber unter anderem bestimmte Geschäfte mit sanktionierten Personen, Unternehmen und Institutionen sowie Ausfuhren, Dienstleistungen oder Finanztransaktionen in Bereichen, die Russlands Kriegsfähigkeit stärken könnten.

Offene Fragen

  • What specific conditions for changing trade dynamics will be discussed at the panel?
  • Will the German government officially condemn Bruch's participation?
  • What is the current financial status of Globus's Russian operations?
  • How will this participation affect Globus's international reputation?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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