Tausende bei Gebetsveranstaltung zum 250. Geburtstag der USA
Auf einen Blick
- Tausende nahmen in Washington D.C. an einer ganztägigen Gebetsveranstaltung zum 250.
- Geburtstag der USA teil.
- Unter dem Motto »Neuweihe unseres Landes als eine Nation unter Gott« sprachen überwiegend konservative evangelikale Christen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Tausende Menschen nahmen an einer ganztägigen Gebetsveranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA teil. Das Event auf der National Mall stand unter dem Motto »Neuweihe unseres Landes als eine Nation unter Gott« und wurde von der US-Regierung organisiert. Kritiker werfen der US-Regierung vor, mit der Unterstützung solcher Veranstaltungen ein Bild der USA als christliche Nation zu forcieren und die Grenze zwischen Kirche und Staat zu verwischen.
In der US-Hauptstadt Washington, D. C. haben Tausende Menschen an einer ganztägigen Gebetsveranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA teilgenommen. Das von der US-Regierung organisierte Event auf der National Mall stand unter dem Motto »Neuweihe unseres Landes als eine Nation unter Gott«. Die US-Regierung schrieb auf X von einem »beeindruckenden Tag des Gebets, des Lobpreises und des Patriotismus«.
Die Teilnehmer sangen christliche Lieder und hörten Ansprachen. Bei den meisten Rednern handelte es sich US-Medien zufolge um politisch konservative, evangelikale Protestanten. Der orthodoxe jüdische Rabbi Meir Soloveichik war der einzige nicht christliche Religionsführer auf dem Programm. Auch Vertreter der US-Regierung, darunter Präsident Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth, sowie andere prominente Republikaner wie der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, wandten sich persönlich oder mit virtuellen Botschaften an die Menschenmenge.
US-Präsident zitiert polarisierende Bibelstelle
Trump las in einem Video eine Bibelstelle vor, in der Gott den Israeliten Heilung verspricht, wenn sie beten und sich vor Gott demütigen. Die Bibelstelle aus dem Alten Testament wird seit Jahrzehnten bei religiösen und politischen Veranstaltungen zitiert – häufig im Zusammenhang mit der Auffassung, die USA müssten zu Gott zurückkehren. Außenminister Marco Rubio sagte in einer Videoansprache, »unser Glaube«, das Christentum, sei schon immer die »Seele unserer Nation« gewesen.
Der Pastor Gary Hamrick aus dem Bundesstaat Virginia sagte in seiner Rede, die USA befänden sich in einem »geistlichen Krieg«. »Das ist in unserer Zeit ein Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Richtig und Falsch, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Licht und Finsternis«, sagte Hamrick. »Das ist ein Kampf um die eigentliche Seele Amerikas.«
Viele Menschen im Publikum trugen Trump-Mützen und patriotische Farben und feierten trotz der brütenden Hitze. »Ich sage nicht, dass Trump der Retter ist«, sagte die 58-jährige Retha Bond aus Illinois der Nachrichtenagentur AP. »Aber dies ist eine der wichtigsten Dinge, die in der Welt passieren könnten – dass wir unser Land wieder Gott weihen.«
Die meisten Redner verwiesen auf die Verbindung des Christentums zur amerikanischen Geschichte. Kritiker werfen der US-Regierung vor, mit der Unterstützung von Veranstaltungen wie dieser ein Bild der USA als christliche Nation zu forcieren und die Grenze zwischen Kirche und Staat zunehmend zu verwischen.
Gegenveranstaltungen rufen zu »Demokratie, nicht Theokratie« auf
Gruppierungen wie die interreligiöse Interfaith Alliance organisierten Gegenveranstaltungen. Auf die Außenwand der National Gallery of Art wurden Protestslogans wie »Demokratie, nicht Theokratie« projiziert.
Der Historiker der Princeton University, Kevin Kruse, sagte der Washington Post: »Es ist ein Unterschied, ob man sagt, Amerika ist eine Nation mit vielen Christen, oder ob man sagt, Amerika ist eine Nation, die dem Christentum gewidmet und durch dieses definiert ist«. Der Zeitung zufolge wurde das Gebetsevent mit Millionen von öffentlichen Geldern finanziert.
Offene Fragen
- Wie hoch war der genaue Anteil öffentlicher Gelder an der Finanzierung des Gebetsevent?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die Gegenveranstaltungen auf die öffentliche Wahrnehmung?
- Wie wird sich die Debatte um Kirche und Staat in den USA weiterentwickeln?

