Trump kritisiert Iran und attackiert Deutschland – Merz widerspricht
US-Präsident wirft Iran vor, Welt in Geiselhaft zu nehmen / Merz wirft Washington fehlende Iran-Strategie vor
»Falls Iran Atomwaffen hätte, würde die ganze Welt in Geiselhaft genommen werden«, so Trump. Er mache in Iran, was andere Länder und andere Präsidenten längst hätten machen sollen. Zum Abschluss schrieb er, es sei kein Wunder, »dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!«. Eigentlich pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein gutes Verhältnis zueinander. So sieht sich Merz selbst als einen von wenigen Politikern, die einen guten Zugang zu Trump haben. Bereits mehrfach war er zudem im Weißen Haus zu Gast, die Treffen verliefen ohne Auseinandersetzung. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exitstrategie für den Irankrieg zu haben. »Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben«, sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland. Die USA würden »offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln«, sagte Merz. »Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.« Zu iranischen Atomwaffen sagte Merz bei diesem Anlass nichts. Es ist auch nicht öffentlich bekannt, dass sich Merz dafür ausgesprochen hätte, dass Iran Atomwaffen besitzen solle – wie von Trump in seinem Beitrag behauptet. Tatsächlich hat Deutschland zusammen mit anderen Ländern über Jahre mit Iran darüber verhandelt, dass dessen Atomprogramm von internationalen Experten überwacht wird, damit das Land nicht heimlich an einer Atombombe bauen kann.






