Trump prangert Niederlage bei Virginia-Referendum als manipulierte Wahl an
Republikaner verlieren Abstimmung über Neuzuschnitt der Wahlkreise – Trump kritisiert «Briefwahl-Stimmenflut» und hofft auf Justiz
Auf einen Blick
- Nach der Niederlage seiner Republikaner bei einem Referendum über den Neuzuschnitt von Wahlkreisen in Virginia hat US-Präsident Donald Trump angeblichen Wahlbetrug angeprangert.
- Die Wähler stimmten dafür, dass die Behörden die Wahlkreiskarte vor 2030 neu zeichnen dürfen, was den Demokraten vier zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus einbringen könnte.
- Trump kritisierte die Abstimmung als «manipuliert» und hofft auf ein Eingreifen der Justiz.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Gerrymandering ist in den USA weit verbreitet. Parteien können durch strategische Wahlkreisgestaltung ihre Erfolgsaussichten maximieren, indem sie gegnerische Hochburgen verteilen oder in wenigen Wahlkreisen konzentrieren. Trump hatte im vergangenen Jahr republikanisch geführte Bundesstaaten gedrängt, Wahlkreise neu zuzuschneiden, um die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu schützen.
Nach einer Niederlage für seine Republikaner bei einem Referendum über den Neuzuschnitt von Wahlkreisen im US-Bundesstaat Virginia hat US-Präsident Donald Trump angeblichen Wahlbetrug angeprangert. »Letzte Nacht hat eine manipulierte Wahl stattgefunden«, erklärte Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. »Den ganzen Tag über lagen die Republikaner vorn, die Stimmung war unglaublich, bis ganz zum Schluss, als es natürlich eine massive 'Briefwahl-Stimmenflut' gab.« Trump kritisierte die Abstimmung in Virginia zudem als verwirrend. Die Formulierung des Referendums sei »absichtlich unverständlich und irreführend« gewesen, erklärte der US-Präsident. Er hoffe, die US-Justiz werde eingreifen und dieses »Trauerspiel« korrigieren.
Am Dienstag hatten die Wählerinnen und Wähler in Virginia dafür gestimmt, dass die Behörden die Wahlkreiskarte vor der nächsten landesweiten Neufestlegung der Wahlkreise im Jahr 2030 neu zeichnen dürfen. Das könnte den Demokraten des Ostküstenstaates vier zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus in Washington einbringen. Derzeit haben die Republikaner eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus. Der Neuzuschnitt der Wahlkreise in Virginia könnte darüber mitentscheiden, ob Trumps Arbeit in der zweiten Hälfte seiner aktuellen Amtszeit nach den Midterms durch eine Mehrheit der Demokraten in der Kongresskammer erschwert wird.
Die Praxis des Wahlkreiszuschnitts aus politischen Motiven hat in den USA eine lange Tradition und sorgt immer wieder für Debatten. Bezeichnet wird das Vorgehen als Gerrymandering. Es setzt ein Mehrheitswahlsystem voraus, bei dem ein Wahlkreis an die Partei geht, die dort die meisten Stimmen erhalten hat. Die Neueinteilung der Wahlkreise folgt üblicherweise alle zehn Jahre nach einer Volkszählung; turnusgemäß wäre dies 2030. Mit Gerrymandering können Parteien ihre eigenen Erfolgsaussichten maximieren. Etwa indem die Hochburgen der gegnerischen Partei über mehrere Wahlkreise verteilt werden, sodass sie nirgends auf eine Mehrheit kommt. Denkbar ist auch, möglichst viele Wähler einer Partei in nur einem Wahlkreis zusammenzufassen, damit sie nur diesen einen Wahlkreis gewinnen kann, in den übrigen Wahlkreisen aber wegen des Mehrheitswahlrechts leer ausgeht.
Die Republikaner nutzen Gerrymandering regelmäßig. Trump drängte im vergangenen Jahr von Republikanern geführte Bundesstaaten dazu, die dortigen Wahlkreise neu zuzuschneiden, um die dünne republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus zu schützen. Dies löste ein regelrechtes Wettrennen verschiedener Bundesstaaten aus. Virginia war vor den Zwischenwahlen eine der letzten großen Chancen der Demokraten, allein durch Neuzuschnitte der Wahlkreise Boden gutzumachen.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die Demokraten könnten bei den Midterms durch die neuen Wahlkreise vier zusätzliche Sitze gewinnen
Möglich · Innerhalb von Monaten
Trump wird weiterhin rechtliche Schritte gegen das Ergebnis prüfen
Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Offene Fragen
- Wird die US-Justiz tatsächlich eingreifen?
- Wie wird die Neueinteilung der Wahlkreise genau aussehen?
- Werden die Demokraten die vier zusätzlichen Sitze tatsächlich gewinnen?




