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Übernahmekampf um die Commerzbank: UniCredit bereitet Angebot vor
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Tagesschau Wirtschaft04.05.2026Business3 dk okumaGermany

Übernahmekampf um die Commerzbank: UniCredit bereitet Angebot vor

UniCredit-Aktionäre stimmen über Kapitalerhöhung ab, während die BaFin die aggressive Werbestrategie der Italiener kritisiert

Auf einen Blick

  • Die italienische UniCredit treibt die Übernahme der Commerzbank voran.
  • Während eine außerordentliche Hauptversammlung über die Kapitalerhöhung entscheidet, wächst der Widerstand der Arbeitnehmervertreter und die Kritik der Finanzaufsicht BaFin.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die UniCredit versucht seit Monaten, die Commerzbank zu übernehmen, was auf erheblichen Widerstand bei der Bankführung und den Arbeitnehmervertretern stößt.

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Im Kampf um die Übernahme der Commerzbank plant die italienische UniCredit ein Tauschgeschäft: Sie bietet knapp eine halbe UniCredit-Aktie für jede Commerzbank-Aktie. Diesen Deal will sie den Commerzbank-Anlegern schmackhaft machen.

Zunächst aber müssen die eigenen UniCredit-Aktionäre der dafür nötigen Kapitalerhöhung zustimmen - auf einer außerordentlichen Hauptversammlung heute im Internet. Wie es bei UniCredit heißt, käme es zu so einer Kapitalerhöhung erst, wenn mindestens zwei Drittel der Teilnehmer dafür stimmten.

Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, rechnet mit einer breiten Zustimmung. Schon am Dienstag erwartet er dann das Übernahmeangebot. Das werde aber vermutlich noch verbessert werden, sagt er: "Ich gehe fest davon aus, dass das Angebot deutlich über dem ist, was bisher im Raum steht."

Denn an der Börse wird die Commerzbank mit fast 40 Milliarden Euro bewertet, mit ihrem bisherigen Angebot liegt die UniCredit umgerechnet deutlich darunter. Sobald die Details bekannt sind, haben die Commerzbank-Anleger laut UniCredit vier Wochen Zeit, sich zu entscheiden. Die Frist könne noch einmal verlängert werden.

Schon seit Monaten bearbeitet UniCredit-Chef Andrea Orcel die Commerzbank und wirbt für einen Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank, die bereits zur UniCredit gehört. Im Zuge so einer Übernahme würden bei der Commerzbank 7.000 Stellen wegfallen, rechnete Orcel vor zwei Wochen gegenüber Journalisten vor.

Aber letztlich hält Orcel solche Umstrukturierungen für unvermeidlich, selbst wenn die Commerzbank allein bleibe. "Einfach immer nur weiter machen - das bedeutet für die Bank, dass sie in einer sich ständig ändernden Welt immer weiter abgehängt wird", sagte der UniCredit-Chef damals bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Weiter ging die Auseinandersetzung in Anzeigen, die über die Sozialen Medien verbreitet wurden. Dort bezeichnete UniCredit die Commerzbank als "vernachlässigt" und "unsicher". Bis vor etwa einer Woche die Finanzaufsicht BaFin eingriff. Sie habe gegenüber der UniCredit angeordnet, im Zusammenhang mit dem Übernahmeverfahren unsachliche Werbung zu unterlassen, sagte BaFin-Sprecher Dominic Egger. Die Anzeigen seien reißerisch.

Der stellvertretende Commerzbank-Chef Michael Kotzbauer wies die UniCredit-Pläne zurück. Man lehne Gespräche nicht grundsätzlich ab, sagte Kotzbauer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Was UniCredit nach Monaten vorgelegt habe, sei jedoch "ein Plan, der die Bank wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt".

Am 8. Mai will die Commerzbank Quartalszahlen und ein Update zur Strategie mit Zielen bis 2030 vorlegen. Dabei - so wird bisher vermutet - sollen ebenfalls weitere Stellen gestrichen werden. Zusätzlich zu den rund 3.900 Jobs, die bis 2028 ohnehin wegfallen.

Auf so einen Stellenabbau bereitet sich auch der Gesamtbetriebsratschef der Commerzbank Sascha Übel vor. "Ich hoffe, dass die überarbeitete Strategie der Commerzbank dafür sorgt, dass hier Ruhe einkehrt", sagt Übel und ergänzt mit Blick auf das heftige Werben der UniCredit: "So etwas habe ich noch nie erlebt, das ist nicht nur unmenschlich, sondern auch hochgradig feindlich und aggressiv."

Der Gewerkschafter Kevin Voss fürchtet einen Überbietungswettbewerb, er sitzt für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Aufsichtsrat der Commerzbank: "Es kann nicht sein, dass in diesem Übernahmekampf immer mehr Stellen gestrichen werden, nur um bei den Investoren zu punkten." Das gehe zu Lasten der Beschäftigten.

Am Ende dürfte es auf die Commerzbank-Aktionäre ankommen und darauf, wie viele das geplante Übernahmeangebot der UniCredit annehmen. Die italienische Bank besitze aktuell knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile, sagt Hans-Peter Burghof, Bankenexperte der Universität Hohenheim, um bei der Commerzbank das Ruder zu übernehmen, brauche sie auf deren Hauptversammlung eine Mehrheit. "Dann kann sie dafür sorgen, dass Leute der UniCredit die Kontrolle über die Bank übernehmen", sagt Burghof. Anderenfalls bleibt UniCredit größter Einzelaktionär und das monatelange Tauziehen bei der Commerzbank dürfte weitergehen.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • UniCredit wird ein verbessertes Übernahmeangebot vorlegen

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Commerzbank wird am 8. Mai weitere Sparmaßnahmen ankündigen

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

Offene Fragen

  • Wie hoch wird das verbesserte Übernahmeangebot der UniCredit ausfallen?
  • Wie wird die Commerzbank-Strategie nach dem 8. Mai aussehen?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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