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BackUSA und Iran einigen sich auf Öffnung der Straße von Hormus
USA und Iran einigen sich auf Öffnung der Straße von Hormus
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Tagesschau Wirtschaft18.06.2026Welt4 dk okumaGermany

USA und Iran einigen sich auf Öffnung der Straße von Hormus

Auf einen Blick

  • Die USA und der Iran haben sich auf eine Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus geeinigt.
  • Die Passage soll wieder möglich sein, eine Minenräumung ist geplant.
  • Dennoch bleiben Unsicherheiten für Reeder und die Ölpreisentwicklung.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Straße von Hormus ist eine strategisch äußerst wichtige Meerenge, durch die ein signifikanter Teil des globalen Energiehandels fließt. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Spannungen hatten zu einer Sperrung oder erheblichen Gefährdung dieser Passage geführt, was zu steigenden Ölpreisen und globalen Lieferkettenproblemen führte.

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Die Passage durch die strategisch wichtige Straße von Hormus soll nach einer Einigung zwischen den USA und dem Iran ab sofort wieder möglich sein. Der Iran hat sich demnach verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen nach Unterzeichnung einer Absichtserklärung mögliche verlegte Seeminen zu räumen. Ein Rahmenabkommen gilt zunächst für 60 Tage, in denen eine endgültige Vereinbarung getroffen werden soll. Eine mögliche durch Teheran erhobene Maut für den internationalen Schiffsverkehr bleibt ein Zündstoff. Vor Beginn des Iran-Kriegs liefen durch die Straße von Hormus rund 20 Prozent des weltweiten Energiehandels.

Drei unter saudi-arabischer Flagge fahrende Supertanker mit insgesamt sechs Millionen Barrel Rohöl haben die Meerenge bereits passiert. Maritime Datenanbieter berichteten von weiteren Frachtern, die bis zum frühen Nachmittag unterwegs waren. Einzelne Reedereien bereiten ihre Schiffe vor, viele zögern jedoch noch. Der internationale Schifffahrtsverband Bimco bewertet die Sicherheitslage weiter als instabil, eine Durchfahrt sei nach wie vor sehr riskant. Alexander Saverys, Chef der Reederei CMB Tech, betonte gegenüber der Financial Times, dass seine Reederei erst dann durchfahren werde, wenn sie zu 100 Prozent von der Sicherheit überzeugt sei.

Laut dem internationalen Schifffahrtsverband warten rund 500 Handelsschiffe im Persischen Golf auf eine Weiterfahrt. Dem Verband Deutscher Reeder zufolge sitzen noch 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1.000 Seeleuten fest.

Das größte unmittelbare Risiko sind Minen, von denen die US-Regierung und viele Experten ausgehen, dass der Iran die Straße von Hormus teilweise vermint hat. Ein Einsatz zur Minenräumung ist daher nötig. Erst nach einer vollständigen Räumung dürften Versicherer bereit sein, die Schiffspassagen zu besseren Konditionen zu versichern. Ohne eine bezahlbare Versicherung werden viele Reeder die Route meiden.

Die Dauer der Minenentfernung ist entscheidend für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Laut Amena Bakr vom Analysehaus Kpler könnte dies bis zu sechs Monate dauern. Andere maritime Sicherheitsexperten, befragt von Reuters, rechnen eher mit 40 bis 50 Tagen. Bis dahin dürften wohl nur wenige eskortierte Konvois die Meerenge passieren.

Experten rechnen nicht mit einer schnellen Rückkehr der Ölexporte zum Vorkriegsniveau. Volkswirte von Capital Economics schätzen, dass die Energieströme bis Ende September rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erreichen werden. Shell-Chef Wael Sawan zufolge könnte es bis zu einem Jahr oder länger dauern, bis sich der Energiemarkt wieder vollständig eingependelt hat, vorausgesetzt, der Frieden hält.

Abgesehen von möglichen Minen müssen die im Persischen Golf gestrandeten Schiffe erst einmal alle passieren. Hinzu kommen massive Schäden an Infrastruktur und Produktionsanlagen. Selbst die Wiederinbetriebnahme nicht beschädigter Anlagen könnte sich nach Monaten der Stilllegung schwierig gestalten, warnt der Öldienstleister Halliburton.

Die Märkte handeln die Erwartung künftiger Lieferungen. Die vereinbarte Öffnung der Straße von Hormus ließ den Brent-Ölpreis auf rund 77 Dollar je Barrel fallen, den niedrigsten Stand seit Anfang März. Während des Krieges war Brent zeitweise auf mehr als 120 Dollar gestiegen.

Die Kraftstoffpreise sind bereits in Richtung Vorkriegsniveau gesunken. Laut ADAC verbilligte sich Diesel innerhalb einer Woche um 9,1 Cent auf durchschnittlich 1,797 Euro je Liter. Super E10 kostete 1,854 Euro und damit 5,2 Cent weniger. Die Preise lagen damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang März. Der befristete Tankrabatt in Deutschland läuft Ende Juni aus.

Sinkende Energiepreise könnten die Inflation dämpfen und die Kaufkraft stärken. Der Ökonom Sebastian Dullien von der Hans-Böckler-Stiftung hält bei keinen weiteren Energiepreis-Sprüngen eine Inflationsrate von 2,5 Prozent für Deutschland im Gesamtjahr für realistisch. Dennoch bleibt der konjunkturelle Gegenwind groß. Das ifo-Institut senkte seine Wachstumsprognose für 2027 auf 0,8 Prozent Bruttoinlandsprodukt-Anstieg aufgrund der Folgen des Iran-Kriegs. Experten sind sich einig, dass das geopolitische Risiko weiter hoch ist und Verhandlungen jederzeit scheitern könnten, eine nachhaltige Entlastung für die deutsche Wirtschaft ist noch weit entfernt.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die Minenräumung wird voraussichtlich länger als die optimistischsten Schätzungen dauern und die vollständige Normalisierung der Schifffahrt verzögern.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Die Ölpreise werden kurzfristig weiter unter Druck bleiben, aber volatile Schwankungen aufgrund geopolitischer Unsicherheiten zeigen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

  • Die deutsche Inflationsrate wird im Gesamtjahr 2027 voraussichtlich unter dem ursprünglichen Wert liegen, wenn keine neuen Energiepreisschocks auftreten.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wann genau beginnt die Minenräumung und wie lange wird sie dauern?
  • Welche konkreten Konditionen werden Versicherer für die Passage verlangen?
  • Werden alle an der Vereinbarung beteiligten Parteien die Abmachung einhalten?
  • Welche Sanktionen könnten die USA im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen verhängen?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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