Vertrauen in alternative Schiffsantriebe sinkt dramatisch
Auf einen Blick
- Das Vertrauen in alternative Schiffsantriebe wie Ammoniak und Wasserstoff ist laut einer Umfrage unter Führungskräften stark gesunken.
- Gleichzeitig scheiterten IMO-Verhandlungen über eine CO₂-Bepreisung im globalen Schiffsverkehr, während die Emissionen weiter steigen.
- Einige Reedereien setzen auf Wind- oder Atomantrieb.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die 176 Mitgliedsländer der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) einigten sich darauf, die Schifffahrtsemissionen bis 2050 auf „netto null“ zu reduzieren, doch ein Vorschlag zur weltweiten CO₂-Bepreisung scheiterte an einer Blockade durch die USA.
Gleichzeitig sank das Vertrauen in alternative Antriebsformen dramatisch: Nur noch zwölf Prozent der befragten Führungskräfte äußerten sich überzeugt, dass Ammoniak im kommenden Jahrzehnt kommerziell nutzbar sein könnte – im vergangenen Jahr sagten das noch 31 Prozent. Bei Wasserstoff ging das Vertrauen von 18 auf 10 Prozent zurück. Die »Financial Times« (»FT«) hatte zuerst über die Erhebung berichtet.
»Alle wollen umweltfreundlich sein, aber niemand will dafür bezahlen«, zitiert das Blatt Alexander Saverys, Vorstandsvorsitzender von CMB Tech, einem der größten börsennotierten Schifffahrtsunternehmen.
Obwohl sich die 176 Mitgliedsländer der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) geeinigt hätten, die Schifffahrtsemissionen bis 2050 auf »netto null« zu reduzieren, sei der Vorschlag praktisch gescheitert, heißt es weiter. Die IMO ist eine Sonderorganisation der Uno. Ursprüngliches Ziel der Gespräche war es, eine weltweite Bepreisung von CO₂-Emissionen in der Schifffahrt einzuführen – was unter anderem an einer Blockade durch die USA scheiterte.
Laut »FT« stieg der globale CO₂-Ausstoß in der maritimen Schifffahrt seit 2020 Jahr für Jahr weiter an. Der Wechsel auf weniger klimaschädliche Antriebsformen und Kraftstoffe ist auch deshalb wichtig, weil neu gebaute Schiffe in der Regel für Jahrzehnte eingesetzt werden.
Viele Reedereien argumentieren, dass die Versorgung mit grünem Wasserstoff, Ammoniak und Methanol selbst dann nicht ausreichen würde, wenn die gesamte Produktion direkt in die Schifffahrt fließen würde.
Positiv entwickelt habe sich zuletzt zumindest die Zahl der Frachtschiffe, die unterstützend auch mit Windantrieb unterwegs seien. Ihre Zahl habe jüngst erstmals die 100 weltweit überschritten, schreibt die »FT«. Andere Firmen setzten dagegen auf einen lange bekannten, aber hochumstrittenen Antrieb, nämlich durch Atomkraft.
Offene Fragen
- Wie will die IMO ihre Netto-Null-Ziele ohne CO₂-Bepreisung erreichen?
- Welche alternativen Antriebsformen werden sich langfristig durchsetzen?



