VW-Chef Blume strebt Sparpaket-Beschluss bis Jahresende an
Nach Widerstand im Aufsichtsrat will Oliver Blume die Pläne für den Konzern noch 2023 verabschieden, schließt aber Werkschließungen aus.
Auf einen Blick
- VW-Chef Oliver Blume strebt an, das umstrittene Sparpaket des Konzerns bis Jahresende im Aufsichtsrat zu beschließen.
- Er schließt Werkschließungen bis 2030 aus, betont aber die Notwendigkeit der Wettbewerbsfähigkeitsverbesserung.
- Das Paket umfasst den Abbau von 50.000 Stellen und die Disposition weiterer 50.000 Jobs und vier Werke.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
VW-Chef Oliver Blume will ein Sparpaket bis Jahresende im Aufsichtsrat beschließen lassen. Es stößt auf Widerstand und sieht den Abbau von 50.000 Stellen sowie die Disposition weiterer 50.000 Jobs und vier Werke vor.
Als VW sein Sparpaket ankündigt, stößt das auf heftigen Widerstand in der Belegschaft. Vier Werke und Zehntausende Stellen stehen plötzlich vor dem Aus - im Aufsichtsrat werden die Pläne blockiert. Jetzt erklärt VW-Chef Blume das weitere Vorgehen.
VW-Chef Oliver Blume strebt eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an. Sein Ziel sei es, dazu bis Jahresende Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte Blume im Interview. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende dort ein großes Stück weiter sind."
In einer Telefonkonferenz zur Bilanz des zweiten Quartals sagte Blume, er gehe nicht von Werkschließungen bis 2030 aus. "In unseren existierenden Werken insbesondere in Deutschland haben wir Modelle in der Produktion und wir brauchen diese Modelle". Er fügte hinzu: "es ist nicht realistisch, über Werkschließungen bis 2030 zu reden". Es gebe schlauere Wege als Werkschließungen, bestätigte er frühere Aussagen. Zuerst müsse über Verbesserungen bei der Wettbewerbsfähigkeit gesprochen werden. Daraus leite sich alles Weitere ab.
Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.
Widerstand im Aufsichtsrat
Insgesamt stehen bei Blumes geplanten neuen Sparvorhaben weitere 50.000 Stellen und vier Werke zur Disposition, wenn die Kosten nicht anderweitig gesenkt werden können. Die Produktionskapazität soll konzernweit runter auf rund 9 Millionen Fahrzeuge jährlich, eine Million weniger als derzeit und rund drei Millionen weniger als vor Corona. Zusätzlich sollen Modelle und Ausstattungsvarianten in großem Stil gestrichen werden, um Geld zu sparen.
Vor zwei Wochen waren die Sparpläne erstmals im VW-Aufsichtsrat behandelt worden und bei Arbeitnehmervertretern und dem an VW beteiligten Land Niedersachsen auf Widerstand gestoßen. Das Kontrollorgan habe sich vor zwei Wochen erstmals umfassend mit dem Thema befasst, sagte Blume im Interview. "Dort gab es sehr konstruktive, aber auch kontroverse Diskussionen. Wir haben dort noch keinen umfassenden Beschluss treffen können."
Im September solle es eine weitere Sitzung dazu geben. "Und ich bin auch fest davon überzeugt, da dieses Paket so groß ist, wird es auch noch weitere Sitzungen in diesem Jahr dazu geben", so Blume. "Jetzt geht es erst mal um den großen Rahmen, den wir dort vereinbaren." Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies bis Jahresende gelingen werde. "Da gehe ich schon fest davon aus, dass wir das in diesem Jahr machen müssen."
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Der VW-Aufsichtsrat wird bis Jahresende Beschlüsse zum Sparpaket fassen.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Wie genau sollen die Kosten gesenkt werden, um Werkschließungen zu vermeiden?
- Welche Modelle und Ausstattungsvarianten werden gestrichen?
- Wie wird der Widerstand der Arbeitnehmervertreter beigelegt?







