Weniger Waldbrände im Amazonasgebiet, aber langfristig Sorge vor Extremwetter
Nach einer schweren Dürre gibt es positive Zeichen aus dem Amazonasgebiet. Doch der Klimawandel sowie Veränderungen in der Landnutzung sorgen laut Experten für Instabilität.
Auf einen Blick
- Im Amazonasgebiet wurden 2024 die wenigsten Waldbrände seit 40 Jahren verzeichnet, mit 3,1 Millionen Hektar verbrannter Fläche, 80 Prozent weniger als im Vorjahr.
- Auch die Wasserflächen nahmen zu.
- Trotz dieser Erholung warnen Experten vor langfristiger Instabilität durch Klimawandel und Landnutzungsänderungen, die extreme Wetterereignisse begünstigen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Jahresbericht der brasilianischen Überwachungsinitiative MapBiomas zeigt einen Rückgang der Waldbrände im Amazonasgebiet im Jahr 2024 auf ein 40-Jahres-Tief und eine Zunahme der Wasserflächen nach zwei Jahren Dürre.
Nach einer schweren Dürre gibt es positive Zeichen aus dem Amazonasgebiet. Doch der Klimawandel sowie Veränderungen in der Landnutzung sorgen laut Experten für Instabilität.
Rio de Janeiro. Im Amazonasgebiet sind im Jahr 2024 so wenig Waldflächen abgebrannt wie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 40 Jahren nicht mehr. Rund 3,1 Millionen Hektar waren im vergangenen Jahr von Bränden betroffen, rund 80 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus dem Jahresbericht der brasilianischen Überwachungsinitiative MapBiomas hervorgeht.
Im Allgemeinen sind Waldbrände in ganz Brasilien im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die verbrannte Fläche lag landesweit bei insgesamt 12,7 Millionen Hektar, verglichen mit mehr als 30 Millionen Hektar nach einer schweren Dürre im Jahr zuvor. Die Zahlen sind die niedrigsten seit 2018.
Mehr Wasserflächen verzeichnet
Nach zwei Jahren Dürre hätten im Amazonasgebiet im Jahr 2024 die von Wasser bedeckten Flächen wegen des gestiegenen Niederschlags zugenommen, teilte das Netzwerk in einer separaten Mitteilung mit. Die Wasserfläche lag demnach um rund 2,6 Prozent über dem historischen Durchschnitt.
Das sei zwar positiv. „Doch trotz dieser Erholung ist die Lage langfristig weiterhin besorgniserregend, da in der Region extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten“, sagte Forscher Bruno Ferreira. Der Klimawandel sowie Veränderungen in der Landnutzung beeinflussten die Wasserlage.
Menschliche Aktivitäten sind oft für die Brände verantwortlich
Laut dem Brand-Bericht von MapBiomas zeigt die Analyse der vergangenen vier Jahrzehnte, dass mehr als 49 Prozent der gesamten verbrannten Flächen auf privaten ländlichen Grundstücken lagen, gefolgt von Siedlungen mit rund acht Prozent. Häufig werden Bäume zunächst gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland etwa für den Sojaanbau zu schaffen. Wenn es sehr trocken ist, geraten die Brände oft außer Kontrolle.
„Feuer ist ein Phänomen, das in verschiedenen brasilianischen Ökosystemen vorkommt und entweder auf natürliche Weise oder durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wird“, heißt es in dem Bericht. Die tropischen Regenwälder Brasiliens, darunter das Amazonasgebiet, wiesen jedoch eine geringere Häufigkeit natürlicher Brände auf als andere Gebiete.
Das Netzwerk MapBiomas besteht aus Universitäten, Nichtregierungsorganisationen sowie Technologieunternehmen und wertet unter anderem Satellitenbilder aus.
Offene Fragen
- Wie entwickeln sich die Niederschläge in den kommenden Jahren?
- Welche konkreten Maßnahmen werden gegen die Landnutzungsänderungen ergriffen?
- Wie hoch ist der Anteil natürlicher Brände im Amazonasgebiet genau?





