Antisemitismusbeauftragter Klein: Lebensqualität von Juden in Deutschland verschlechtert sich
En resumen
- Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein beklagt eine Verschlechterung der Lebensqualität für Juden in Deutschland.
- Angst vor offener Identitätsä zur Schau Stellung und die Überlegung, hebräische Namen zu vermeiden, sind besorgniserregend.
- Klein sieht die Ursache in der kollektiven Haftbarmachung für Israels Politik und unterschätzten Formen des Antisemitismus.
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Por qué importa
Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein zieht nach acht Jahren Amtszeit Bilanz und sieht eine Verschlechterung der Lebensqualität für Juden in Deutschland. Er wird Ende August Leiter der OECD-Vertretung in Paris.
Die Lebensqualität von Jüdinnen und Juden in Deutschland hat sich dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, zufolge im Laufe seiner achtjährigen Amtszeit verschlechtert. Jüdinnen und Juden hätten Angst davor, offen ihre Identität zu zeigen, sagte Klein, der Ende August den Posten verlässt. Jüdische Familien überlegten, ihren neugeborenen Kindern keine hebräischen Namen zu geben, um sie zu schützen: »Das ist besorgniserregend«, sagte Klein.
Er habe mitbewirken sollen, »dass jüdische Menschen ganz normal in unserer Gesellschaft leben«, sagte er. »Das ist aus vielerlei Gründen nicht gelungen.« Positiv sei, dass es anders als vor acht Jahren einen systematischen Umgang damit durch Polizei, Justiz und Verwaltungen gebe.
Klein ist seit 2018 Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung. Ende August wird er Leiter der Vertretung Deutschlands bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris.
Für Politik Israels verantwortlich gemacht
Der Grund für dieses Unsicherheitsgefühl sei, dass Jüdinnen und Juden vielfach kollektiv für die Politik der israelischen Regierung haftbar gemacht würden, sagte Klein. Um dagegen zu steuern, »müssen wir klar zwischen jüdisch und israelisch unterscheiden«, sagte Klein. Deutsche Juden hätten erst einmal nichts mit Israel zu tun.
Klein sagte, der linke und der muslimische Antisemitismus seien vor dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 unterschätzt worden. »Es gab insbesondere von politisch linker Seite eine Hemmung, Antisemitismus von muslimischer Seite anzusprechen, weil man sich nicht der Kritik aussetzen wollte, muslimfeindlich oder rassistisch zu sein«, sagte er. Gerade der islamistische Antisemitismus sei »hochgefährlich«. »Darüber müssen wir sprechen, auch mit Moscheegemeinden«, sagte Klein.
Jüdisches Leben sichtbarer machen
Die Deutsche Islamkonferenz sei nach seiner Ansicht der geeignete Ort für die Bundesregierung, das Thema zu adressieren. »Es ist auch im Interesse von muslimischen Menschen, dass sie nicht unter Generalverdacht gestellt werden«, sagte Klein. Die große Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime sei nicht antisemitisch eingestellt.
Zusätzlich müsse die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar gemacht werden. So sei etwa die Gründung eines jüdischen Journalistenverbands, der jüdische Juristenverband und die jüdische Studierendenunion die richtige Antwort, um jüdische Perspektiven in Deutschland sichtbar zu machen.
Preguntas abiertas
- Wie wird die Bundesregierung auf Kleins Einschätzung reagieren?
- Welche konkreten Maßnahmen werden zur Unterscheidung zwischen jüdischem und israelischem Bezug ergriffen?



