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Betreiber von gefälschtem Amphitheater in Italien zu Haftstrafe verurteilt
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Süddeutsche Zeitunghace 8 horasCrime2 min de lecturaGermany

Betreiber von gefälschtem Amphitheater in Italien zu Haftstrafe verurteilt

En resumen

  • Ein Mann, der in Arcugnano, Italien, ein modernes Bauwerk als "jahrtausendealtes Amphitheater" ausgab und ohne Genehmigung in einem Landschaftsschutzgebiet errichtete, wurde wegen illegaler Bautätigkeit und Fälschung zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.
  • Das Gelände wurde beschlagnahmt.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Ein Mann errichtete 2016 in Arcugnano, Italien, ein Bauwerk, das er als "bericisches Amphitheater" ausgab, obwohl es ein moderner, nicht genehmigter Bau in einem Landschaftsschutzgebiet war.

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Aus eigens behandelten, alt aussehenden Steinen ließ er am Rande des Ortes Arcugnano Stufen im Halbrund errichten. Dazu ein paar Säulen aus Beton, Statuen aus Gips und einen kleinen Teich. „Anfiteatro berico“ nannte er sein Werk, „bericisches Amphitheater“ also, in Anlehnung an die Hügelkette rund um den Monte Berico südlich von Vicenza. Wobei findige Griechisch-Nerds bereits hier hätten merken können, dass etwas faul war: Schließlich ist ein Amphitheater oval oder kreisförmig und geschlossen wie das Kolosseum in Rom oder die Arena in Verona. Das griechische ἀμφί (amphí) bedeutet: ringsherum, auf beiden Seiten. Was der Mann erbaut hatte, war dagegen: ein Theater.

Der Bau entstand Anno Domini 2016 auf einer Fläche von etwa 5000 Quadratmetern und wurde als spektakulärer Fund angekündigt. Ein kleineres Magazin schrieb in einer PR-artigen Onlinemeldung von einer „echten jahrtausendealten archäologischen Perle des paläovenetischen Gebiets“, dort sollten Veranstaltungen, Konzerte, Aufführungen und Konferenzen stattfinden.

Im selben Jahr rückten allerdings bereits die Carabinieri an, wie italienische Medien jetzt schreiben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte nach einem Hinweis der Gemeinde. Bald stellten die Behörden fest: Es handelte sich um einen modernen Bau, errichtet ohne Genehmigung und im Landschaftsschutzgebiet. Das Gelände wurde beschlagnahmt. Gegen den Betreiber des Komplexes wurden Ermittlungen eingeleitet.

Vom Betreiber liest man in Google-Rezensionen, er sei freundlich und erkläre die Geschichte „sehr präzise“

Wie viele zahlende Besucher das Fake-Amphitheater in der Zwischenzeit sahen, ist nicht bekannt. Auf Google Maps findet man nach wie vor den Standort, mit dem Zusatz „vorübergehend geschlossen“. Auch ein paar durchaus begeisterte Rezensionen lassen sich online lesen, sogar noch von 2025. „Ein magischer Ort mitten in der Natur“, heißt es da, von einer „spektakulären Aussicht“ und „besonderen Energie und Ausstrahlung“ ist die Rede. Und vom Betreiber, der „die Geschichte sehr präzise“ erklärt habe und „sehr freundlich“ sei.

Mittlerweile ist der freundliche Betreiber im Gefängnis. Er wurde in erster und dann auch zweiter Instanz wegen illegaler Bautätigkeit und Fälschung von Kunstwerken verurteilt. Seine Verteidiger fochten die Entscheidungen an. Unter anderem argumentierten sie, die Fälschung sei so offensichtlich, dass sie für jeden durchschaubar sei. Doch das Kassationsgericht, Italiens dritte und höchste Instanz, bestätigte das Urteil: zwei Jahre und vier Monate Haft, die er laut Corriere della Sera nun auch angetreten hat, nachdem sein Antrag auf Bewährung scheiterte. Der Betreiber selbst hingegen behauptet auf seiner Website bis jetzt, das Theater sei ein echter historischer Ort. Sich selbst sieht er als Opfer einer Intrige, organisiert von Mafia, Politik, Behörden und Medien.

Was aus dem Amphi- respektive Semitheater wird, ist unklar. Längst hätte es abgerissen werden sollen. Doch es steht immer noch. Als wäre es erbaut, um die Zeiten zu überdauern.

Preguntas abiertas

  • Was wird aus dem illegal errichteten Bauwerk?
  • Wie viele zahlende Besucher sahen das Fake-Amphitheater?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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