DAX fällt wegen Straßensperrung - Anleger hoffen auf Einigung
Iran blockiert erneut Straße von Hormus - Ölpreise und Inflationssorgen belasten Märkte
En resumen
- Der DAX fällt um 1,15 Prozent auf 24.417 Punkte, nachdem Iran die Straße von Hormus erneut gesperrt hat.
- Die Anleger hoffen auf eine Einigung zwischen den USA und Iran.
- Eine vereinbarte Waffenruhe endet in der Nacht zu Mittwoch.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge für den Welthandel. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls wird durch diese Passage transportiert. Die geopolitischen Spannungen zwischen Iran und den USA haben direkte Auswirkungen auf die globalen Märkte und die europäische Wirtschaft.
Am Freitag gab es noch großes Aufatmen bei den Anlegern, als die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder freigegeben wurde. Von einem "starken Signal der Stabilisierung" war die Rede, denn die Meerenge gilt als neuralgischer Punkt für den Welthandel. Von solch optimistischer Stimmung ist zu Wochenbeginn wenig übrig geblieben. Der DAX fällt um 1,15 Prozent auf 24.417 Punkte. Die Stimmung hat sich wieder gedreht, nachdem Iran die Straße von Hormus am Samstag erneut sperrte. Für Spannungen sorgte zudem die Seeblockade der USA. Jetzt hoffen die Investoren auf eine Einigung zwischen den USA und Iran. In der Nacht zu Mittwoch (MESZ) wird die vereinbarte Waffenruhe enden. Es ist vollkommen ungewiss, ob sich die krisenhafte Lage überhaupt entschärfen lässt: "Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig", schrieb Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners. Trotz der schlechten Nachrichten sei der Markt noch nicht in Panik, sagte Michael Brown, Stratege bei Pepperstone. Der Markt habe sich da etwas zu weit vorgewagt. Sollte jedoch feststehen, dass Iran nicht an den Gesprächen teilnimmt, würden die Anlegerinnen und Anleger deutlich risikoscheuer reagieren, erklärte Brown. Aus konjunktureller Sicht zwingen die hohen Ölpreise und die damit verbundenen Inflationssorgen Anlegerinnen und Anleger zur Vorsicht. Die wirtschaftliche Erholung werde ausgebremst, heißt es von den Marktbeobachtern der Helaba. "Hinzu kommt, dass sich die Währungshüter um die Inflation Sorgen machen und diesbezüglich unter Zugzwang geraten könnten." In der kommenden Woche wird die EZB über den Leitzins entscheiden: Ob es bereits dann zu einer Zinserhöhung kommen werde, bleibe abzuwarten, so die Fachleute. Wegen des Kriegs rechnet der Industrieverband BDI in diesem Jahr mit keinem Wachstum bei der Industrieproduktion, sondern bestenfalls mit stagnierenden Ergebnissen. Peter Leibinger ist pessimistisch. "Seit 2022 ist die Industrieproduktion in Deutschland jedes Jahr gesunken", so der Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zum Auftakt der Hannover Messe. Zuletzt sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Zudem gibt es Verzögerungen bei der Lieferung wichtiger Rohstoffe, weil Schiffe nicht ohne Weiteres durch die Meerenge von Hormus fahren können. Strategische Planung werde immer schwieriger, bemängelte schon vor ein paar Wochen der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup. Vertreter vom Branchenverband VDMA blicken nicht ganz so pessimistisch nach vorn. Die Produktion beim Maschinen- und Anlagenbau dürfte in diesem Jahr um ein Prozent steigen. In der Elektro- und Digitalindustrie rechnet dessen Branchenverband ZVEI sogar mit zwei Prozent mehr Produktion - vorausgesetzt die Lage in Iran normalisiere sich in den kommenden Monaten. "Technologisch herrscht Aufbruchstimmung", so ZVEI-Chef Gunther Kegel. Die Industrie stehe an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts. Humanoide Roboter in der Industrie seien eine große Chance. Die italienische UniCredit erhöht den Druck im Übernahmekampf und spricht der Commerzbank in der jetzigen Form die Zukunftsfähigkeit ab. Die Commerzbank konzentriere sich zu sehr auf kurzfristige Ziele. Von "ausufernder" Bürokratie ist die Rede und von unverhältnismäßig hohen Kosten. Hier gebe es Spielraum für Einsparungen. UniCredit ist bereits jetzt der größte Aktionär der Commerzbank. Mitte März hat sie ein Übernahmeangebot vorgelegt - gegen Widerstand der Commerzbank. "Der Bund unterstützt die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank", sagte ein Sprecher des Ministeriums. SAP-Aktien sind zeitweise Schlusslicht im DAX. Angesichts der fortschreitenden Möglichkeiten von KI-Programmen wird bezweifelt, dass für die Steuerung von Unternehmensprozessen in Zukunft noch SAP-Software im derzeitigen Umfang benötigt wird. Die Aktie von Europas größtem Softwarekonzern hat seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Dabei laufen die Geschäfte rund. SAP-Chef Christian Klein hat das Wachstum für Cloudprodukte so stark angefacht und die Kosten über einen großen Stellenabbau derart gesenkt, dass das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) auch in diesem Jahr prozentual zweistellig zulegen soll, und zwar um währungsbereinigt 14 bis 18 Prozent.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
EZB wird Leitzins nicht senken - Inflation und Ölpreise sprechen dagegen
Probable · En semanas
Bei Scheitern der Iran-Verhandlungen droht weitere Marktvolatilität
Muy probable · En días
SAP wird weiter unter KI-Druck leiden
Probable · En meses
Preguntas abiertas
- Wird Iran an den Gesprächen mit den USA teilnehmen?
- Wird die Waffenruhe verlängert oder läuft sie ab?
- Wie wird die EZB auf die Inflationssorgen reagieren?
- Gelingt die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit?





