Ende der Unifil-Mission: Deutschland zieht Bundeswehr ab, Frankreich und Italien planen neue Libanon-Unterstützung
En resumen
- Nach dem Beschluss des Uno-Sicherheitsrats zum Ende der Unifil-Mission zieht die Bundeswehr bis Anfang 2027 aus dem Libanon ab.
- Frankreich und Italien kündigen derweil eine neue Koalition zur Unterstützung des kriegserschütterten Landes an, um dessen Souveränität zu stärken und regionale Eskalation zu verhindern.
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Vor allem auf Drängen der USA hatte der Uno-Sicherheitsrat im vergangenen Jahr das Ende der Unifil-Mission beschlossen. Sie war 1978 zur Überwachung des Grenzgebiets zwischen Israel und dem Libanon gestartet worden. Die Bundeswehr unterstützt den internationalen Einsatz, indem sie im Mittelmeer gegen den Waffenschmuggel an die Hisbollah-Miliz vorgeht.
Der Abzug der Bundeswehr soll Anfang 2027 abgeschlossen sein. Der Bundestagsbeschluss sieht deshalb vor, dass die maximale Zahl deutscher Soldaten zum Jahreswechsel von 300 auf 80 sinkt. Das verkleinerte Kontingent soll dann den langjährigen Einsatz ordnungsgemäß beenden.
Frankreich und Italien wollen sich derweil für eine neue Unterstützungsmission für das kriegserschütterte Land starkmachen. »Wir haben gemeinsam beschlossen, eine Koalition zur Unterstützung des Libanon nach dem Ende von Unifil ins Leben zu rufen und möglicherweise schon bald eine internationale Konferenz zur Einleitung dieser Initiative in Betracht zu ziehen«, sagte Italiens Ministerpräsident Giorgia Meloni nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. »Dabei gehen wir davon aus, dass Italien und Frankreich aufgrund ihrer Arbeit und ihrer langjährigen Präsenz im Libanon in den vergangenen Jahren zwei Länder sind, die eine internationale Koalition in diesem Bereich selbstverständlich anführen können.«
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, es gehe darum, die Souveränität des Libanon und seiner Streitkräfte zu stärken und zu verhindern, dass sein Hoheitsgebiet zum Ausgangspunkt einer regionalen Eskalation werde. Mit den libanesischen Behörden müsse eine möglichst breite Koalition gebildet und ein klares Mandat erarbeitet werden. »Wird es das Mandat einer multinationalen Truppe an der Seite der libanesischen Streitkräfte sein? Werden wir ein echtes Mandat der Vereinten Nationen aufstellen können? Es ist noch zu früh, um diese Frage zu beantworten«, sagte Macron.
»Es braucht selbstverständlich einen völkerrechtlichen Rahmen. Und es braucht ein Mandat, das tatsächlich etwas bewirken kann – vielleicht etwas, das der Unifil-Mission in den vergangenen Jahren teilweise gefehlt hat«, meinte Meloni. »Es braucht also ein klares und strukturiertes Mandat, das uns dabei helfen kann, für dieses Land, das für die Region des Nahen Ostens von grundlegender Bedeutung ist, eine andere Zukunft aufzubauen.«





