Eskalation in Nahost: USA greifen Iran an, Huthis melden Attacken auf Öltanker
Das US-Repräsentantenhaus billigt höhere Militärausgaben, während Iran mit Vergeltung droht und die Lage im Roten Meer weiter eskaliert.
En resumen
- Die USA greifen Iran erneut an, während das Repräsentantenhaus ein deutlich höheres Pentagon-Budget vorbereitet.
- Zugleich melden die Huthis Angriffe auf saudi-arabische Öltanker, und Teheran droht mit Vergeltung.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Der Text beschreibt eine laufende Eskalation zwischen den USA und Iran sowie die Rolle der Huthi-Miliz im Roten Meer. Zusätzlich steht ein deutlich höheres Pentagon-Budget im Raum, das das US-Repräsentantenhaus bereits gebilligt hat.
Die USA haben die zwölfte Nacht in Folge Ziele in Iran angegriffen: Die neuen Attacken hätten am 23.07.2026 um 17.30 Uhr US-Ostküstenzeit begonnen, erklärte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom. Ziel sei es, die Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Fünf Stunden später meldete Centcom, der Angriff sei beendet worden.
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. »Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein«, sagte er.
Inmitten dieser anhaltenden Angriffe schuf das US-Repräsentantenhaus die Voraussetzungen für drastisch steigende Militärausgaben: Die Parlamentskammer verabschiedete ein Rahmenkonzept für die Verteidigungspolitik im Haushaltsjahr 2027, das ein um 30 Prozent höheres Budget des Pentagon nach sich ziehen würde. 216 Abgeordnete stimmten dafür und 212 dagegen.
In dem Entwurf zum sogenannten National Defense Authorization Act (NDAA) sind für das kommende Haushaltsjahr Verteidigungsindustrie-Programme, Gehälter für Streitkräfte und andere Pentagon-Projekte aufgeführt, die annähernd 1,15 Billionen Dollar kosten dürften. Im jetzigen Haushaltsjahr, das noch bis Ende September läuft, waren 883 Milliarden US-Dollar per NDAA autorisiert worden. Das Gesetz muss nun noch vom Senat gebilligt werden. Ob es dazu kommt, ist unklar.
Bereits am Mittwochmorgen hatte Trump Iran sehr deutlich gedroht: Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in Iran »bombardieren und zerstören«, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt, schrieb er auf Truth Social. Dabei würden auch Brücken und Kraftwerke in Teheran oder in der Nähe der Hauptstadt ins Visier genommen.
Iran kündigte für diesen Fall Vergeltung an: »Unsere Verteidigungsdoktrin ist klar: Auge um Auge«, schrieb Außenminister Abbas Araghchi bei X. »Jede Aggression gegen Iran, einschließlich unserer Infrastruktur, wird eine mächtige und entschiedene Antwort erzwingen.« Wer dazu in welcher Form auch immer beitrage, werde ebenfalls als legitimes Ziel angesehen.
Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte bei X, es gehe in diesem Krieg um alles oder nichts. Er drohte zudem: Wenn Iran sein Öl nicht verkaufen könne, werde niemand sonst in der Region sein Öl verkaufen können. Und: Wenn die Sicherheit Irans nicht gewährleistet sei, werde keine Infrastruktur sicher sein.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen griff derweil eigenen Angaben zufolge zwei saudi-arabische Öltanker an. Die Schiffe mit den Namen »Encelia« und »Layla« hätten eine von der Miliz verhängte Seeblockade verletzt, hieß es zur Begründung. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden, berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus.
Aus Saudi-Arabien hieß es bisher lediglich, die »Encelia« sei auf ihrer Fahrt im Roten Meer angegriffen worden. Im vorderen Teil des Tankers sei ein Brand ausgebrochen, so die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Es gebe keine Verletzten.
Etwa zeitgleich mit der Huthi-Mitteilung meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) einen Zwischenfall im Roten Meer: Die Besatzung eines Tankers habe Beschuss gemeldet. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe. Die Besatzung bekämpfe den Brand, es seien keine Verletzten gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 70 Seemeilen südwestlich von Al-Schukaik in Saudi-Arabien.
Ob die beiden Mitteilungen sich auf denselben Vorfall beziehen, ist unklar.
Die Huthis hatten am Montag eine »Blockade« für saudi-arabische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland des Jemen, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt.
Die Huthis kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus im Irankrieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer.
US-Präsident Trump hatte die Huthi-Miliz am Dienstag davor gewarnt, saudi-arabische Häfen zu blockieren. »Falls so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern«, sagte er.
Der Irankrieg eskaliert wieder – da billigen die USA ein Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien. Das Königreich ist der Erzfeind der Ajatollahs und kann jubeln. Israel war zumindest offiziell nicht eingebunden. Wird Saudi-Arabien jetzt Atommacht?
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Es dürfte weitere Berichte über Angriffe, Gegenangriffe oder Drohungen zwischen den USA, Iran und den Huthis geben.
Muy probable · En días
Die Debatte über das Pentagon-Budget wird sich im Senat fortsetzen und dort politisch umstritten bleiben.
Probable · En días
Im Roten Meer und rund um die Straße von Hormus wird das Sicherheitsrisiko für Handelsschiffe hoch bleiben.
Probable · En semanas
Preguntas abiertas
- Ob das US-Repräsentantenhaus den Entwurf im Senat ebenfalls durchbekommt
- Ob die gemeldeten Angriffe auf die Tanker denselben Vorfall betreffen
- Wie Iran konkret auf weitere Angriffe reagieren wird
- Ob die Huthi-Miliz ihre angekündigte Blockade tatsächlich ausweitet




