EU importiert trotz geplanter Sanktionen Rekordmengen russisches Gas
En resumen
- Die EU hat im ersten Halbjahr 2026 so viel russisches Flüssiggas (LNG) wie nie zuvor importiert.
- Hauptabnehmer waren Frankreich, Belgien und Spanien.
- Dies geschieht kurz vor einem geplanten EU-Importverbot für russisches Gas.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Der Artikel berichtet über eine Vielzahl von Ereignissen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, darunter russische Gasimporte in die EU, Drohnenangriffe, Waffenlieferungen und politische Entwicklungen in der Ukraine und Russland.
EU importiert vor geplantem Embargo eine Rekordmenge an russischem Gas
Die Europäische Union hat im ersten Halbjahr 2026 so viel Flüssiggas (LNG) aus dem russischen Yamal-Projekt gekauft wie nie zuvor. Das berichtet die „Financial Times“ am Montag unter Berufung auf Daten des Analyseunternehmens Kpler. Demnach beliefen sich die EU-Importe aus der von Novatek kontrollierten Anlage auf rund 9,89 Millionen Tonnen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit hat Europa nahezu die gesamte Produktion der sibirischen Anlage abgenommen, und das nur wenige Monate bevor ein EU-Importverbot für russisches Gas in Kraft tritt.
Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Urgewald könnten die Lieferungen die europäischen Abnehmer bis zu 6 Milliarden Euro gekostet haben. Hauptabnehmerländer waren Frankreich (3,6 Mio. Tonnen), Belgien (2,9 Mio. Tonnen) und Spanien (2,7 Mio. Tonnen).
Russland: Vier Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Enerhodar
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland kontrollierte Stadt Enerhodar sind russischen Angaben zufolge vier Menschen getötet worden. Vier weitere Personen seien verletzt worden, sagt der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. In Enerhodar liegt das Atomkraftwerk Saporischschja. Die Stadt war wenige Wochen nach dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 unter russische Kontrolle gefallen.
Deutschland finanziert wohl 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine
Deutschland finanziert einem Insider zufolge die Anschaffung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine. Es handelt sich um einen der größten bekannten Drohnenkäufe eines westlichen Staates für das Land. Der Auftrag hat einen Wert von rund 90 Millionen Euro, wie der Chef des US-Rüstungssoftwareunternehmens Auterion, Lorenz Meier, der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.
Die Drohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall sind mit einer Software von Auterion zur automatischen Zielverfolgung ausgestattet. SkyFall bestätigt die Beteiligung Deutschlands, äußert sich jedoch nicht zu Details. Das Bundesverteidigungsministerium und das ukrainische Verteidigungsministerium lehnen eine Stellungnahme ab.
Selenskyj schlägt Ablösung von Ministerpräsidentin Swyrydenko vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vor. Er danke Swyrydenko für ihre Arbeit und habe ihr eine neue Aufgabe bei den Beziehungen zu einem wichtigen Partner angeboten, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. Er erwarte, dass das Parlament den entsprechenden Änderungen in der Regierung zustimme. Weitere Details gibt er zunächst nicht bekannt.
Ukraine: 14 weitere russische Schiffe angegriffen
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben am Sonntag 14 russische Schiffe angegriffen, darunter zehn Tanker. Vier der Ziele seien Fähren gewesen, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auf Telegram mit. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt 90 russische Schiffe getroffen worden.
Die russische Seite teilte mit, eine ukrainische Drohne habe einen Tanker getroffen, als dieser in den Kanal zwischen Asowschem Meer und Schwarzem Meer einfuhr. Ein durch den Angriff verursachtes Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden und es habe keine Gefahr einer Ölpest bestanden, da das Schiff leer gewesen sei, erklärte Juri Sljusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, auf Telegram.
Klitschko warnt vor Zunahme russischer Angriffe auf Kiew
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. „Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“.
Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen. Dabei setzte es neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Die Folgen für die ukrainische Hauptstadt sind verheerend. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die Einschläge haben viele Wohnhäuser in Kiew beschädigt oder ganz zerstört.
Ukraine attackiert Raffinerie im Wolgagebiet Samara
Im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist offiziellen Angaben nach ein Mann durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben gekommen. „Drei Personen wurden verletzt, darunter auch ein Kind“, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Es gebe Schäden an Wohnhäusern und an einem Industrieobjekt, schrieb er zudem, ohne genauere Angaben dazu zu machen. Dabei handle es sich um die Ölraffinerie in Sysran, berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ nach Auswertung von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken. In der Anlage sind mehrere große Brände zu sehen.
Selenskyj will nach Einschlägen bei Kiew Militärs abstrafen
Bei einem russischen Raketenangriff gingen vor einigen Tagen nahe Kiew Munitionslager in die Luft - nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, „doch all diese Vorschriften wurden missachtet“, klagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Dabei gebe es genügend Plätze in der Ukraine, um solche Depots in sicherer Entfernung von Wohnhäusern aufzubauen.
Laut Selenskyj waren für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften Leiter zweier Staatsbetriebe verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt.
Ukraine beschießt 21 russische Öltanker
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern hätten die Drohnen auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und einen Schwimmbagger getroffen, teilte der Generalstab in Kiew bei Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft, heißt es. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle.
Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. So schrieb der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, in der Nacht seien vier Schiffe auf See angegriffen worden. „Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff“, teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben nach sind die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe – gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe.
Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.
Russland: Haben Ortschaft in der Region Sumy eingenommen
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Siedlung Batschiwsk in der nordukrainischen Region Sumy eingenommen.
Verletzte bei Raketenangriff auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut unter Raketenbeschuss geraten. Der Feind habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohnerinnen und Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von mehreren Angriffswellen. Mindestens zehn Menschen wurden bei den Angriffen verletzt. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte der Katastrophenschutz mit.
Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen. Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kiews brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.
Selenskyj kündigt nach Skandal Reform der Sturmtruppen an
Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. „Es gibt viele Fragen, Probleme, die gelöst werden müssen. Vor allem im Umgang mit den Leuten“, sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Es werde neben strafrechtlichen Ermittlungen auch Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben.
Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nachdem beim Sturmregiment „Skelja“ innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Derartige Praktiken sind Berichten zufolge auch in anderen Einheiten vor allem in Bezug auf Zwangsrekrutierte verbreitet.
US-Senator fordert von China Druck auf Russland für Friedensgespräche
Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch Washington, Kiew oder Moskau, sagte Graham am Freitag vor Reportern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. China habe einen übergroßen Einfluss und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen. Zuvor hatte sich Graham mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, um unter anderem über den dringenden Bedarf an Luftverteidigung zu sprechen.
Graham sagte zudem, die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstütze nun ein seit Monaten geplantes Sanktionsgesetz gegen Russland. Dieses zielt darauf ab, die Finanzierungsquellen für Russlands Militäroperationen abzuschneiden. Eine Stärkung der militärischen Fähigkeiten der Ukraine in Verbindung mit einem diplomatischen Vorstoß könne Moskau zu Gesprächen zwingen, erklärte Graham. Selenskyj hatte seinerseits nach dem Nato-Gipfel erklärt, er habe die Rolle Chinas auch mit Trump und europäischen Staats- und Regierungschefs besprochen.
Russland stoppt wohl Schiffsverkehr durch wichtigen Kanal
Russland stoppt Insider-Informationen zufolge vorübergehend den Schiffsverkehr durch den Don-Asow-Kanal. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf Tanker im Asowschen Meer, heißt es aus zwei Quellen der Getreideexportbranche. Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen. Wie lange sie andauern soll, ist den Angaben zufolge unklar.
Russland greift Ukraine mit Gleitbomben an
Durch russische Gleitbomben sind in der Ostukraine mindestens vier Menschen getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Das russische Militär habe sieben Bomben auf die Stadt Kramatorsk und die nahe Siedlung Bilenke abgeworfen. Dabei seien ein Hochhaus und ein Geschäft getroffen worden.
Kramatorsk ist nur gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Auch die südostukrainische Großstadt Saporischschja wurde Behördenangaben nach schwer bombardiert. Mindestens ein Zivilist sei getötet und 16 weitere seien verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow auf seinem Telegramkanal mit.
Ukraine greift offenbar erneut russische Tanker an
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Infrastruktur fortgesetzt. Im Asowschen Meer seien zehn Tanker attackiert worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Damit seien insgesamt in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden. Zudem seien in der Nacht fünf Umspannwerke auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim getroffen worden.
Dem ukrainischen Generalstab zufolge griff die Armee in der Nacht auch erneut die Ilski-Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Region Krasnodar sowie den Ölverarbeitungskomplex Ust-Luga an der Ostsee in der Region Leningrad an. Zudem seien ein Ölterminal und ein Öllager in der Grenzregion Rostow am Asowschen Meer ins Visier genommen worden. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Russland und auf der Krim in den vergangenen Wochen verstärkt. Dies führte in Russland zu Treibstoffengpässen und auf der Krim sogar zur Ausrufung des Ausnahmezustands.
Russische Ölförderung sinkt wegen ukrainischen Drohnenangriffen
Die russische Ölförderung wird in diesem Jahr wegen ukrainischer Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur voraussichtlich um etwa drei Prozent auf 8,9 Millionen Barrel pro Tag sinken. Dies teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Freitag in ihrem monatlichen Marktbericht mit. Gleichzeitig führt der Ausfall großer Raffinerien nach den Angriffen zu einem akuten Treibstoffmangel in Russland. Die Benzinproduktion fiel nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters und Angaben von zwei Insidern auf ungefähr 65 Prozent des saisonal üblichen Verbrauchs.
Wegen der anhaltenden Angriffe auf Raffinerien, Tanklager und die Transportinfrastruktur senkte die IEA ihre Prognose für die russische Ölförderung für dieses und das kommende Jahr um 85.000 beziehungsweise 150.000 Barrel pro Tag. Im vergangenen Jahr lag die Förderung noch bei 9,2 Millionen Barrel pro Tag. Infolge der Angriffe erließ Russland zudem in dieser Woche ein Exportverbot für Diesel sowie Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und Kerosin, um Engpässe auf dem heimischen Markt zu verhindern.
Russland: Pufferzone in Ukraine wird ausgedehnt
Der russische Präsident Wladimir Putin ist Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge weiterhin offen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts. Als Reaktion auf eine Eskalation seitens der Regierung in Kiew richte Russland jedoch eine ausgedehntere Pufferzone in der Ukraine ein, sagt Peskow. Er reagiert damit auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Häfen Putin in seiner Entschlossenheit bestärkt haben. Da die Ukraine derzeit kein Interesse an Verhandlungen zeige, setze Russland seinen Militäreinsatz fort, erklärt Peskow weiter.
Kiew: Russische Verluste hoch und Eroberungstempo halbiert
Das russische Militär hat nach Angaben aus Kiew im ersten Halbjahr 2026 trotz extrem hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber praktisch keins seiner gesteckten Ziele erreicht, schrieb der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, Olexander Syrskyj, bei Telegram.
Das schleppende Vorankommen der russischen Truppen bestätigen auch unabhängige Militäranalysten. Laut Syrskyj ist es den Ukrainern zuletzt sogar gelungen, annähernd so viel Territorium zurückzuerobern, wie sie an anderer Stelle verloren haben.
Die Verluste der russischen Seite bezifferte er dabei auf monatlich knapp 32.000 Tote oder Schwerverwundete. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Russland wird seine Pufferzone in der Ukraine weiter ausdehnen.
Probable · Medio plazo
Die EU wird trotz des geplanten Embargos weiterhin russisches Gas importieren, wenn auch möglicherweise in geringerem Umfang.
Posible · Corto plazo
Preguntas abiertas
- Wie lange werden die hohen Gasimporte der EU noch andauern?
- Welche weiteren Sanktionen plant die EU gegen Russland?
- Wie wird sich die Ausweitung der Pufferzone auf die Kämpfe auswirken?




