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Gemeinsames Wohnen prägt Darm- und Mundflora
Ciencia
Die Welt18.06.2026Ciencia2 dk okumaGermany

Gemeinsames Wohnen prägt Darm- und Mundflora

En resumen

  • Zusammenlebende Personen teilen sich signifikant mehr Mikroben-Stämme im Mund und Darm als Personen, die getrennt leben.
  • Dies gilt unabhängig von Verwandtschaftsgraden und hat potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit, wie die Studie zeigt.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Zusammenlebende Personen teilen sich eine zu Teilen übereinstimmende Darm- und Mundflora, unabhängig von Verwandtschaftsgraden. Dies wurde durch die Analyse von Erbgut aus Mund- und Stuhlproben von 430 Personen aus 207 Haushalten in Italien und Fidschi festgestellt.

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Mitglieder eines Haushalts teilen sich nicht nur den Kühlschrank, sondern haben eine zu Teilen übereinstimmende Darm- und Mundflora. Das sei weitgehend unabhängig davon, ob diese Menschen miteinander verwandt sind oder nicht, schreibt ein Team um Vitor Heidrich von der italienischen Universität Trient im Fachjournal „Cell Press Blue“.

Im Durchschnitt teilen sich zusammenlebende Personen demnach 19 Prozent der Stämme ihrer Darmmikroben und 26 Prozent ihrer Mikroben-Stämme im Mundraum. Leben Personen in verschiedenen Haushalten, teilen sie demnach nur 6 Prozent der Darmmikroben-Stämme – und eher keine Mikroorganismen im Mund.

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit der Mikroorganismen – wie Bakterien, Viren und Pilze –, die im und am menschlichen Körper leben. Die größte Vielfalt beherbergen der Darm und der Mund.

Um zu verstehen, wie Mikroorganismen zwischen Menschen übertragen werden, analysierten die Forscher das Erbgut aus Mund- und Stuhlproben von 430 Personen aus 207 Haushalten in Italien und Fidschi. Die dabei identifizierten Stämme der Teilnehmer wurden mit denen jener Menschen abgeglichen, die mit ihnen zusammenlebten.

„Mit wem wir unser Zuhause teilen, kann einen enormen Einfluss auf unser Mikrobiom haben – was wiederum potenzielle Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat“, wird Erstautor Heidrich in einer Mitteilung des Verlags zitiert.

So stellten die Forscher fest, dass manche der eher übertragenen Darmmikroben in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen und mit der Wahrscheinlichkeit, an der Stoffwechselstörung Typ-2-Diabetes zu erkranken. Im Mund gehörten etwa Mikroben, die in Verbindung mit Darmkrebs stehen, zu den gut übertragbaren Arten.

Bereits in einer früheren Untersuchung hatten Forscher aus Trient gezeigt, dass die erste Übertragung des Darmmikrobioms während und kurz nach der Geburt stattfindet und sich sehr lange hält: Denn Bakterien des mütterlichen Mikrobioms konnten noch bei Menschen im Alter von 50 bis 85 Jahren nachgewiesen werden. Es zeigte sich aber auch, dass Säuglingen viele der bei Erwachsenen verbreiteten Bakterienarten fehlten – die offenbar später durch soziale Kontakte erworben werden.

Die meisten Überschneidungen fand das Team übrigens bei Liebespaaren: Sie teilten durchschnittlich fast die Hälfte – 44 Prozent – ihrer Mikrobenstämme im Mundraum. Dafür hat das Team eine simple Erklärung parat: das Küssen. Die Resultate deuteten darauf hin, „dass der Speichelaustausch infolge intimer Kussgewohnheiten (...) ein Schlüsselfaktor für die Ausprägung des gesunden oralen Mikrobioms ist“, heißt es in der Studie. Auf das Darmmikrobiom wirkten sich Liebesbeziehungen dagegen nicht sonderlich aus.

Preguntas abiertas

  • Welche spezifischen Krankheiten werden durch die übertragenen Mikroben verursacht?
  • Wie beeinflusst die Übertragung die individuelle Immunantwort?

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This article was originally published by Die Welt.

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