Hungerkrise in Afghanistan außer Kontrolle: WFP warnt vor dramatischen Folgen
Kürzungen der Entwicklungshilfe und Millionen Rückkehrer verschärfen die Ernährungskrise in Afghanistan drastisch.
En resumen
- Die Hungerkrise in Afghanistan verschärft sich dramatisch.
- Laut WFP kann wegen gekürzter Entwicklungshilfe nur noch ein Bruchteil der Unterernährten versorgt werden.
- Auch Zwangsrückführungen und Konflikte verschlimmern die Lage.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Das Welternährungsprogramm leidet unter drastischen Kürzungen der Entwicklungshilfe. Gleichzeitig belasten Millionen Rückkehrer aus Nachbarländern die Versorgung.
Die Hungerkrise in Afghanistan nimmt nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) immer verheerendere Ausmaße an. Die Kürzung der Entwicklungshilfe vieler Geberländer bedeute, dass das Programm der Vereinten Nationen nur noch einen von neun der insgesamt 14 Millionen unterernährten Menschen in dem Land unterstützen kann, berichtet der WFP-Landesvertreter für Afghanistan, John Aylieff.
Dieser Mangel treffe Kinder besonders hart, erklärte Aylieff. "Die Zahl der Kinder, die in Gesundheitszentren eingeliefert werden, steigt rasant an", erklärte Aylieff. Viele kämen zu spät, um noch gerettet zu werden. Die Ernährungskrise in Afghanistan gerate "außer Kontrolle".
Nach UN-Schätzung leben mehr als 48 Millionen Menschen in Afghanistan. Die Auszehrung bei Kindern - die gefährlichste Form der Unterernährung - habe mittlerweile "in einem Drittel der Provinzen des Landes ein kritisches Ausmaß erreicht". Das sei ein bislang unerreichtes Ausmaß. Besonders betroffen seien Kinder unter zwei Jahren, so Aylieff.
Migration und Radikalisierung als Folgen
Die Folgen dürften irgendwann auch über die Landesgrenzen Afghanistans hinaus spürbar werden, warnt Aylieff: "Extremer Hunger treibt Migration und Radikalisierung voran und führt letztendlich zu Instabilität." Diese Instabilität mache nicht vor Grenzen halt.
Neben der drastischen Kürzung der Hilfsgelder tragen dem UN-Landesdirektor zufolge auch Konflikte, Handelsbeeinträchtigungen und Zwangsrückführungen aus Nachbarländern - insbesondere Iran und Pakistan - zu dem beispiellosen Ausmaß akuter Unterernährung bei. Im vergangenen Jahr sei die Zunahme der Unterernährung im Vergleich zum Vorjahr so hoch wie nie zuvor gewesen, und in diesem Jahr sei die Lage "noch schlimmer".
Mehr Menschen zu ernähren
Das WFP habe bislang nur gut ein Zehntel der 900 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) erhalten, die es für Afghanistan für dieses Jahr veranschlagt hatte, sagte Aylieff.
Zwar sei in diesem Jahr mit einer guten Ernte zu rechnen. Das bringe aber keine Erleichterung, wenn man bedenke, dass viel mehr Leute ernährt werden müssen. In den vergangenen drei Jahren seien rund sechs Millionen Afghanen aus Nachbarländern zur Rückkehr in ihr Heimatland gezwungen worden.
Preguntas abiertas
- Wie reagieren Geberländer auf die Warnungen des WFP?
- Welche konkreten Hilfen können noch mobilisiert werden?






