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Kapitalmarkt soll private Altersvorsorge in Deutschland stärken
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Kapitalmarkt soll private Altersvorsorge in Deutschland stärken

ING-Deutschland-Chef Lars Stoy sieht die Frühstartrente als Chance für eine stärkere Aktienkultur, fordert aber eine umfassende Finanzbildungsstrategie und die Einbindung weiterer Jahrgänge.

En resumen

  • ING-Deutschland-Chef Lars Stoy befürwortet die Frühstartrente zur Stärkung der Aktienkultur und Finanzierung der Altersvorsorge über den Kapitalmarkt.
  • Er fordert eine Finanzbildungsstrategie und die Einbindung weiterer Jahrgänge in die staatliche Förderung ab 2027, während der Sozialverband SoVD die Risiken und potenziellen Gewinne der Versicherungswirtschaft kritisiert.

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Por qué importa

Die Bundesregierung plant die Einführung einer Frühstartrente ab 2027, bei der Kinder monatlich staatliche Förderung in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten sollen. Dieses System soll die private Altersvorsorge in Deutschland über den Kapitalmarkt stärken.

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Der Kapitalmarkt soll bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland künftig mehr Gewicht bekommen. Der Banker Lars Stoy hofft, dass so mehr Sparer zu Anlegern werden. Doch dazu brauche es mehr.

ING-Deutschland-Chef Lars Stoy sieht die Frühstartrente als Chance, dass die Aktienkultur in Deutschland einen Schub bekommt: „Das Beste, was dem Land in Sachen Altersvorsorge passieren könnte, ist, dass sich eine Bewegung in Gang setzt.“

Frankfurt/Main. Die Frühstartrente darf aus Sicht von ING-Deutschland-Chef Lars Stoy nicht der letzte Schritt zu mehr Finanzierung der Alterssicherung über den Kapitalmarkt sein. „Ich glaube, dass wir als Land eine Finanzbildungsstrategie entwickeln und umsetzen sollten“, sagte Stoy, der das Thema Altersvorsorge im Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) federführend betreut, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

„Es gibt viele lobenswerte Initiativen. Es braucht aber eine konzertierte Aktion“, forderte Stoy. „Wir müssen dahin kommen, dass Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss auch über finanzielle Fragestellungen aufgeklärt sind.“

In den vergangenen Jahren habe auch bei Jüngeren die Bereitschaft, am Kapitalmarkt zu investieren, deutlich zugenommen. „Die neuen Angebote zur privaten Altersvorsorge zahlen genau auf diesen Trend ein.“

Stoy: Förderung für weitere Jahrgänge prüfen

Künftig soll jedes Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten. Losgehen soll es 2027. Den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020: Für Kinder die 2026 sechs Jahre alt geworden sind oder noch werden, soll es rückwirkend zum 1. Januar 2026 die staatliche Förderung geben. Von 2027 an soll jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen dazukommen.

„Ich hoffe, dass die Regierung noch Budgetmittel findet, um weitere Jahrgänge in die staatliche Förderung einzubinden“, sagte Stoy. Jeder verstehe, dass der Staat nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung habe. „Aber das wäre schon ein Unikum, wenn man so viele Jahrgänge ausschließt.“

Viele Deutsche scheuen das Investment an der Börse

Insgesamt sei das Altersvorsorgedepot eine Chance. „Es wird aber brauchen, bis das alle merken, weil sich der Kapitalstock natürlich erst aufbauen muss“, sagt Stoy. „Das Beste, was dem Land in Sachen Altersvorsorge passieren könnte, ist, dass sich eine Bewegung in Gang setzt. Es mangelt vielen nicht an der Erkenntnis, dass sie etwas für ihre Altersvorsorge tun müssen. In Deutschland tun wir uns nur manchmal schwer, ins Handeln zu kommen.“

Eltern, Paten und Großeltern können dem Gesetzentwurf zufolge in das Altersvorsorgedepot pro Jahr bis zu 6.840 Euro zusätzlich einzahlen. So könnten über die gesamte Laufzeit sechsstellige Summen zusammenkommen. Ausgezahlt werden soll das geförderte Kapital erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres.

Kritik vom Sozialverband

Der Sozialverband SoVD sieht eine Stabilisierung der Altersvorsorge mittels kapitalgedeckten Systems inklusive entsprechender Risiken kritisch. „Dass dies wiederum der ING-Chef begrüßt, verwundert uns kaum. Es zeigt ganz klar, dass es bei der Frühstartrente nicht erneut passieren darf, dass am Ende vor allem die Versicherungswirtschaft profitiert - wie es bei der Riester-Rente vielfach der Fall war“, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Entscheidend ist deshalb, die Verwaltungskosten so niedrig wie möglich zu halten, etwa durch ein öffentlich organisiertes Standardprodukt.“

Anbieter warten händeringend auf genaue politische Vorgaben

Stoy sagte: „Ich kann für unser Haus sagen, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten, ein preislich attraktives Angebot in den Markt zu bringen, was sich im Wettbewerb gut positionieren sollte.“ Und: „Eine dedizierte Beratung für dieses Produkt werden wir nicht anbieten, weil wir glauben, dass es so einfach erfassbar ist, dass eine Selbstbedienung möglich sein wird.“

Damit es 2027 losgehen kann, muss die Politik aber noch die Details festzurren. Stoy hofft, dass bald Klarheit herrscht: „Je schneller alle Details zum Gesetz bekannt sind, umso besser für die Anbieter. Wenn das viel später als Oktober kommt, wird es schwierig: So agil können sie gar nicht sein, dass sie die neuen Produkte dann auch noch in die IT implementieren.“

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Die Politik wird die Details zum Gesetz für die Frühstartrente festzurren, damit Anbieter ihre Produkte implementieren können.

    Muy probable · En meses

Preguntas abiertas

  • Wann werden die genauen Details des Gesetzes bekannt gegeben?
  • Wird die Regierung Budgetmittel für weitere Jahrgänge finden?
  • Wie hoch werden die Verwaltungskosten der neuen Produkte sein?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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