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Prozess um Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Gericht lehnt Beweisanträge ab
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Die Zeit·2 sa önce·🇩🇪Germany·Crime

Prozess um Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Gericht lehnt Beweisanträge ab

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Die Zeit
Yayıncı
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Im Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt hat das Gericht die Vielzahl von Beweisanträgen des Angeklagten und seiner Verteidiger abgelehnt. Bei vielen handele es sich nicht um förmliche Beweisanträge, sagte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg bei der rund anderthalbstündigen Verkündung der Beschlüsse. Umstände, die der Angeklagte beweisen wolle, hätten keine Bedeutung für die zu treffende Entscheidung. Der Angeklagte hatte diverse Vorwürfe gegen Behörden und Einzelpersonen vorgebracht.

Mittags wurde der Prozess für eine Pause unterbrochen, danach könnte die Generalstaatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen, sagte Sternberg. An den nächsten Verhandlungstagen würden dann die Schlussvorträge der Nebenkläger folgen sowie die Verteidiger. Voraussichtlich nimmt das mehrere Tage in Anspruch.

Der Beginn des 35. Verhandlungstages hatte sich knapp eine halbe Stunde verzögert, weil der Angeklagte in seiner Glaskabine schrie und sich länger nicht beruhigte. Fünf maskierte Spezialkräfte der Justiz standen um den 51-Jährigen und brachten ihn wieder aus dem Saal. Wenig später wurde er wieder hereingeführt. Richter Sternberg sagte, der Angeklagte habe es als «Showeinlage für die Presse» erklärt.

Der damals 50-jährige Taleb Al-Abdulmohsen fuhr laut Generalstaatsanwaltschaft am 20. Dezember 2024 mit einem mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Die Generalstaatsanwaltschaft klagte den aus Saudi-Arabien stammenden Mann, der als Psychiater im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter arbeitete, unter anderem wegen vollendeten Mordes in sechs Fällen und versuchten Mordes in 338 weiteren Fällen an.

In dem Prozess gibt es mehr als 200 Nebenkläger, nur wenige aber sind im Verhandlungssaal dabei. In einem eigens errichteten Interimsgebäude verhandelt das Landgericht seit dem 10. November 2025 unter hohen Sicherheitsvorkehrungen gegen den Todesfahrer.

This article was originally published by Die Zeit.

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