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Slowakei stoppt Antimon-Mine: EU-Rohstoffpolitik unter Druck
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Handelsblatt02.06.2026Business3 dk okumaGermany

Slowakei stoppt Antimon-Mine: EU-Rohstoffpolitik unter Druck

En resumen

  • Die Slowakei hat die Explorationslizenz für eine Antimon-Mine überraschend widerrufen, was die EU-Pläne zur Unabhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen gefährdet.
  • Das kanadische Unternehmen Military Metals will gegen die Entscheidung vorgehen.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Die EU ist stark von China bei Antimon abhängig, einem für die Rüstungsbranche wichtigen Rohstoff. China hat Exportkontrollen eingeführt, was den Preis steigen ließ. Die kanadische Firma Military Metals wollte eine Mine in der Slowakei entwickeln, um die EU-Unabhängigkeit zu stärken.

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Frankfurt. Es wäre ein wichtiger Schritt für Europa, um bei einem für die Rüstungsbranche unverzichtbaren Rohstoff unabhängiger zu werden: eine Antimon-Mine mitten in der Slowakei, etwa 45 Minuten Fahrzeit von der Hauptstadt Bratislava entfernt.

Die EU ist bei Antimon derzeit massiv von Importen aus China abhängig, das laut der Internationalen Energieagentur (IEA) 60 Prozent der weltweiten Produktion und mehr als 70 Prozent der Weiterverarbeitung verantwortet. Im Oktober 2024 hat die Volksrepublik Antimon auf ihre Exportkontrollliste gesetzt.

Der Antimonpreis stieg infolgedessen zeitweise auf ein Rekordhoch. Ein gutes Timing für die kanadische Bergbaufirma Military Metals: Sie hatte das Trojárová-Projekt in der Slowakei erworben, die Erkundungsarbeiten fast fertiggestellt und wollte nun eine bankfähige Machbarkeitsstudie veröffentlichen, um Investoren und Geldinstitute zu überzeugen.

Doch jetzt steht das Projekt auf der Kippe. Denn das slowakische Umweltministerium hat die Explorationslizenz für das Trojárová-Projekt überraschend widerrufen.

Military Metals hat in einer Mitteilung klargestellt, dass es die Entscheidung nicht akzeptieren wird und sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen will, einschließlich einer formellen Berufung innerhalb der gesetzlichen Frist von 15 Tagen.

Das Umweltministerium begründet seinen Widerruf vor allem mit der Lage des Gebiets in ökologisch sensiblen Schutzräumen wie dem Landschaftsschutzgebiet Malé Karpaty. Military Metals hält dagegen, dass sämtliche ökologischen und geografischen Rahmenbedingungen bereits bei der ursprünglichen Genehmigung im Jahr 2022 bekannt waren und die seither durchgeführten Bohrungen keinerlei Umweltschäden verursacht haben.

Das Unternehmen weist zudem auf einen eklatanten Widerspruch zur vorherigen Strategie der slowakischen Regierung hin. Denn diese habe das Projekt zuvor selbst im offiziellen nationalen Programm zur Exploration kritischer Rohstoffe aufgeführt, das im Rahmen des „EU Critical Raw Materials Act“ an die Europäische Kommission übermittelt wurde.

Der Critical Raw Materials Act (CRMA) der EU sieht vor, dass bis 2030 mindestens zehn Prozent des europäischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen aus heimischer Förderung stammen sollen.

Gerade vor diesem Hintergrund kann Thomas Hüser, Chairman von Military Metals, nicht verstehen, warum das Projekt nun gestoppt werden soll. „Dieser Widerspruch beschädigt die Glaubwürdigkeit europäischer Rohstoffpolitik“, betont er gegenüber dem Handelsblatt. Der Entzug der Lizenz entbehre jeder neuen Faktenbasis. „Die Faktenlage hat sich seit 2022 nicht verändert. Verändert hat sich allein der politische Druck“, sagt er.

Tatsächlich wirkt das politische Umfeld in der Slowakei instabil: Ministerpräsident Robert Fico stellte personelle Veränderungen im Umweltministerium in Aussicht, falls der Konflikt zwischen der Koalitionspartei SNS und ihrem Umweltminister Tomáš Taraba nicht beigelegt wird. Das Projekt Trojárová scheint in die Mühlen dieser regierungsinternen Spannungen sowie lokalen politischen Drucks geraten zu sein.

Aus Sicht von Hüser wirft das grundlegende Fragen über die Verlässlichkeit der Slowakei als Investitionsstandort auf: „Wenn Unternehmen selbst nach ordnungsgemßer Genehmigung jederzeit mit einem politisch motivierten Widerruf rechnen müssen, sendet das ein problematisches Signal an internationale Investoren.“

Die Verunsicherung am Markt ist deutlich spürbar: Die Aktie von Military Metals verzeichnete zuletzt einen deutlichen Einbruch von rund 35 Prozent innerhalb von fünf Tagen.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Military Metals wird eine formelle Berufung gegen den Widerruf der Lizenz einlegen.

    Muy probable · En días

  • Der Fall wird zu einer Überprüfung der slowakischen Rohstoffpolitik und der Investitionsbedingungen führen.

    Probable · En semanas

  • Die EU wird ihre Bemühungen zur Diversifizierung der Rohstoffquellen verstärken.

    Probable · En meses

Preguntas abiertas

  • Wird Military Metals rechtlich erfolgreich gegen den Lizenzentzug vorgehen?
  • Wie werden sich die internen politischen Spannungen in der Slowakei auf das Projekt und andere Investitionen auswirken?
  • Welche alternativen Quellen für Antimon prüft die EU, falls das slowakische Projekt scheitert?
  • Welchen politischen Druck gab es konkret auf das slowakische Umweltministerium?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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