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Streit um Bunker unter neuer Reichskanzlei in Berlin
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FAZ2 g öncePolítica3 dk okumaGermany

Streit um Bunker unter neuer Reichskanzlei in Berlin

En resumen

  • Ein geplanter Wohn- und Bürobau in Berlin-Mitte stößt auf Widerstand.
  • Ein Verein und das Landesdenkmalamt wollen einen unterirdischen Bunkerrest der Neuen Reichskanzlei erhalten, während Investoren und die Stadtverwaltung eine Bebauung vorsehen.

Resumen generado por IA

Por qué importa

In Berlin-Mitte soll ein Wohn- und Bürobauprojekt auf einem Grundstück entstehen, unter dem sich ein Teil des Bunkers der Neuen Reichskanzlei befindet. Ein Verein und das Landesdenkmalamt fordern dessen Erhalt.

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Berlin, die hochgebaute Stadt, hat neben Bürohausklötzen immer noch Brachen und Trümmergrundstücke zuhauf, auch achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, durch den sie entstanden. Eine dieser Leerstellen klafft in der Voßstraße unweit vom Leipziger Platz, umgeben von den hessischen und mecklenburgischen Landesvertretungen und einem Wohnblock aus der Schlussphase der DDR. Auf dem Gelände sollen jetzt je zur Hälfte Wohnungen und Büroräume entstehen. Doch dagegen gibt es Protest.

Denn sechs Meter unter der Erde, geschützt von gut anderthalb Metern Stahlbeton, liegt dort ein Rest des einstigen Luftschutzbunkers der Neuen Reichskanzlei, die Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer in den späten Dreißigerjahren errichtete. Diese 1200 Quadratmeter große Betonhöhle wollen der Verein Berliner Unterwelten und das Landesdenkmalamt erhalten, weil sie, wie es heißt, von „umfassender wissenschaftlicher und historischer Bedeutung“ sei. Das klingt auf den ersten Blick plausibel – zumal die Trümmer der Reichskanzlei und der später in ihren Garten eingebaute „Führerbunker“, in dem sich Hitler erschoss, in der DDR-Zeit abgetragen respektive zugeschüttet wurden; der Kanzleibunker dagegen, der bei Bombenangriffen Beamte und Mütter mit Kindern aufnahm, blieb teilweise erhalten.

Das Geld wäre an vielen anderen Gedenkorten besser angelegt

Wenn man sich aber vorstellt, wie ein Gedenkort in seinen Mauern aussehen könnte, sieht die Sache anders aus. In sechs Metern Tiefe würde ein Gruselkabinett mit U-Boot-Atmosphäre entstehen, dessen pädagogischer Wert gering, dessen Aura-Verlockung für nachwachsende Anhänger des Totalitarismus dafür umso größer wäre. Allein die Kosten für die Tiefbauarbeiten würden in die zig Millionen gehen – Geld, das anderswo in Berlins Mitte besser angelegt wäre, etwa bei der Stiftung Topographie des Terrors auf dem nahe gelegenen Gestapo-Gelände oder am Anhalter Bahnhof, wo die Planungen zum Museum des Exils aus Geldmangel vor dem Aus stehen. Und was ist mit dem vor Jahren vom Bundestag verabschiedeten Projekt für ein Dokumentationszentrum über die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa, für das noch nicht einmal ein Standort, geschweige denn ein Budget feststeht?

Nein, in der Hauptstadt gibt es genügend Vorhaben, die an die Naziherrschaft, ihre Verbrechen und ihr historisches Erbe erinnern könnten, und Gedenkstätten, die, wie am Holocaust-Mahnmal, in Plötzensee und im Bendlerblock, es jetzt schon tun. Eine museale Bunker-Installation unter der Erde, auf der einmal Hitlers Schreibtisch gestanden hat, würde nur die Schaulust jener Berlin-Touristen bedienen, die das „Dritte Reich“ vor allem aus Hollywoodfilmen kennen. Der Verein Berliner Unterwelten hat an verschiedenen Stellen rings um die jetzt zu bebauende Brache Schautafeln angebracht, die erklären, was hier einst zu sehen war. Das genügt.

Preguntas abiertas

  • Wie hoch sind die tatsächlichen Erhaltungskosten?
  • Welche alternativen Gedenkstätten könnten finanziert werden?
  • Wie wird die touristische Anziehungskraft eines solchen Ortes bewertet?

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This article was originally published by FAZ.

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