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Studie: Frühe Social-Media-Nutzung verschlechtert schulische Leistungen
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Spiegel Netzwelthace 1 horaEducation4 min de lecturaGermany

Studie: Frühe Social-Media-Nutzung verschlechtert schulische Leistungen

En resumen

  • Eine Studie der University of Milano-Bicocca zeigt, dass Jugendliche, die früh Social-Media-Konten nutzen, in standardisierten Schultests in Mathematik und Italienisch schlechter abschneiden.
  • Englischleistungen sind davon nicht betroffen.
  • Weltweit werden Verbote für Minderjährige diskutiert.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Forschende der University of Milano-Bicocca in Mailand haben analysiert, wie sich die frühe Nutzung sozialer Medien auf die schulische Leistung von über 5000 Schülerinnen und Schülern in der Lombardei, Italien, auswirkt. Die Studie wurde im Fachblatt »Nature Human Behaviour« veröffentlicht.

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Wie sehr leidet die schulische Leistung darunter, wenn Jugendliche bereits früh soziale Medien nutzen? Das haben Forscherinnen und Forscher der University of Milano-Bicocca in Mailand analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Jugendliche in standardisierten Schultests in einigen Fächern schlechter abschneiden, wenn sie früh ihren ersten Social-Media-Account hatten.

Für ihre Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag, haben die Forschenden um Marco Gui mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler aus der Lombardei in Italien gefragt, in welchem Alter sie ihr erstes Social-Media-Konto einrichteten. Dann analysierten sie, wie die Schülerinnen und Schüler in späteren Leistungstests abschnitten. Die Studie konzentrierte sich dabei auf die Fächer Mathematik, die Muttersprache Italienisch sowie Englisch.

Das Ergebnis der im Fachblatt »Nature Human Behaviour« veröffentlichten Studie: Diejenigen, die bereits in der sechsten, siebten oder achten Klasse ein Social-Media-Konto auf einer Plattform hatten, schnitten in den Tests im Schnitt schlechter ab als diejenigen, die mindestens bis zur neunten Klasse mit einem Konto warteten, also dann mindestens 14 oder 15 Jahre alt waren. Auch wiederholten frühe Nutzerinnen und Nutzer von TikTok, Instagram, Facebook etc. häufiger eine Klasse.

Nur in Englisch waren Kinder, die schon früh einen Account in sozialen Medien hatten, genauso gut. Die Autorinnen und Autoren der Studie stellen die Hypothese auf, dass dies mit der »allgegenwärtigen Präsenz englischsprachiger Inhalte auf Social-Media-Plattformen« zusammenhängen könne. Das helfe den Schülerinnen und Schülern möglicherweise, informell Englisch zu lernen.

Mögliche Gründe: Ablenkung, weniger Zeit, Überlastung

Die Autorinnen und Autoren erklären, ihre Studie zeige einen ursächlichen Zusammenhang zwischen sozialen Medien und Lernleistungen. Um Scheinkorrelationen auszuschließen, habe das Team für die Studie unter anderem das Bildungsniveau der Eltern und den sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Familien berücksichtigt.

Die möglichen Gründe für die beobachteten Effekte wurden in der Studie nicht untersucht. Es gibt mehrere Hypothesen. Eine Erklärung verweist auf das begrenzte Zeitbudget der Jugendlichen: Wer in sozialen Medien abhängt, könne nicht gleichzeitig für die Schule lernen. Eine andere Erklärung verweist auf die kognitive Überlastung: Die Gehirne der Schülerinnen und Schüler könnten die Fülle an Informationen gar nicht aufnehmen.

Verbote schon angekündigt

Ob Jugendliche erst ab einem bestimmten Alter auf Social Media zugreifen dürfen, wird derzeit weltweit diskutiert. Als erstes Land in der Europäischen Union wird Frankreich ein Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren einführen. Auch Deutschland, Spanien, Griechenland und Österreich wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen.

In den politischen Debatten geht es vor allem um Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und das Suchtpotenzial. Doch auch die Konzentrationsfähigkeit, die Schlafqualität, die Lebenszufriedenheit und auch schulische Leistungen können wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge vermutlich darunter leiden.

Kritik an der Studie

Das Science Media Center befragte Forschende, inwieweit sich die Leistungseinbußen tatsächlich auf den Social-Media-Account zurückführen lassen, für wie belastbar und gravierend sie die Ergebnisse halten. María Paz Prendes Espinosa, Professorin für Bildungstechnologie an der University of Murcia in Spanien, erklärte dem Science Media Center Spanien, sie sei nicht sicher, dass die Studie wirklich so einfache Zusammenhänge zwischen Social-Media-Eintrittsalter und Schulleistung liefert: »Kann sich ein Teenager genau daran erinnern, wie viel Zeit er in der Grundschule mit seinem Handy verbracht hat und zu welchen Zwecken? Wird er uns dies präzise und zuverlässig mitteilen?«

Ihrer Einschätzung nach sei es zu begrenzt, sich bei so einer Datenerhebung ausschließlich auf einen solchen Fragebogen zu stützen. »Das bedeutet, dass Informationen über die Vergangenheit von den Befragten – in diesem Fall Jugendlichen – erhoben wurden, was mit Verzerrungen einhergehen kann, da die Ergebnisse durch das Gedächtnis beeinflusst werden.« Die Professorin kritisierte zudem, dass die Forschenden nicht transparent gemacht haben, wie sie den speziell für die Studie entwickelten Fragebogen ausgewertet haben.

Weiterhin würde aus der Studie nicht deutlich, warum sich die Forschenden ausgerechnet für diese drei Fächer und nicht andere entschieden hätten. Laut Paz Prendes Espinosa zeige die Untersuchung, dass digitale Medien zum Alltag der Kinder gehören. »Angesichts dieser Situation wird ein Verbot der Nutzung von Technologie die damit verbundenen Probleme nicht lösen«, meint sie. »Im Gegenteil: Wir müssen eine Bildung fördern, die auf den realen Kontext, in dem wir leben, zugeschnitten ist; wir müssen die Menschen schulen und dazu anleiten, den Umgang mit Technologie zu beherrschen.«

Andere Forschende loben die Studie

Andere Forschende, die vom Science Media Center befragt wurden, lobten die Studie, insbesondere die Größe der Stichprobe von 5000 Schülerinnen und Schülern wurde hervorgehoben. Die aktuelle Studie sei geschickt gemacht, gelungen und die Ergebnisse fügten sich in die bisherige Forschung ein, meint Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg laut Science Media Center. »Wieder einmal wurde gezeigt, dass eine frühe Social-Media-Nutzung zu negativen Effekten bei den Lernleistungen führen kann.«

Die Leistungsunterschiede bei Tests in der achten oder zehnten Klasse zwischen denjenigen Jugendlichen, die einen Account in der sechsten Klasse erstellten und denjenigen, die einen Account ab der neunten Klasse erstellten, entsprächen dem Lernfortschritt von einem halben Schuljahr. Das hält Zierer für dramatisch. Er ist überzeugt, dass die Ergebnisse auch auf andere westliche Länder wie Deutschland übertragbar sind.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Frankreich wird ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren einführen.

    Muy probable · En meses

  • Deutschland, Spanien, Griechenland und Österreich werden Social-Media-Verbote für Minderjährige gesetzlich festlegen.

    Probable · En meses

Preguntas abiertas

  • Wie präzise erinnern sich Jugendliche an ihre frühere Handynutzung?
  • Warum wurden nur Mathematik, Italienisch und Englisch für die Studie ausgewählt?
  • Wie wurde der speziell entwickelte Fragebogen ausgewertet?

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This article was originally published by Spiegel Netzwelt.

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