Ungarns Staatschef Sulyok tritt nach Ultimatum von Ministerpräsident Magyar zurück
En resumen
- Nach einem Ultimatum von Ministerpräsident Péter Magyar hat Ungarns Staatschef Sulyok die Verfassungsnovelle gegengezeichnet und ist zurückgetreten.
- Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer übernimmt vorübergehend die Befugnisse, bis das Parlament einen neuen Staatschef wählt.
- Die Novelle ermöglicht tiefgreifende Reformen, wie Amtszeitbegrenzungen für Abgeordnete und Verfassungsrichter.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Ministerpräsident Péter Magyar setzte Staatschef Sulyok eine Frist zur Gegenzeichnung einer Verfassungsnovelle und drohte mit einem Amtsentzugsverfahren, was zu Sulyoks Rücktritt führte.
Der neue Ministerpräsident Péter Magyar hatte nach dem Parlamentsbeschluss der Verfassungsnovelle am vergangenen Montag dem Staatschef eine Frist von fünf Tagen zur Gegenzeichnung gesetzt und ihm für den Fall einer Verweigerung ein Amtsentzugsverfahren angedroht.
Bis zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts übernimmt die Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer dessen Befugnisse. Dafür bleiben nunmehr 30 Tage Zeit. In Ungarn wird der Staatschef vom Parlament gewählt.
Magyar bestätigte, dass Sulyok die Verfassungsänderungen gegengezeichnet habe. Nun könnten Verfassungsänderungen in Kraft treten, die tiefgreifende politische Reformen ermöglichten. »Mit diesen Entscheidungen geben wir dem ungarischen Volk etwas zurück, das das Orbán-Regime seit vielen Jahren zu nehmen versucht: die Gewissheit, dass Macht begrenzt, Gemeineigentum zurückgewonnen und der Staat wieder seinen Bürgern, den freien ungarischen Bürgern, dienen kann«, schrieb Magyar bei Facebook.
Sulyok betonte, dass die Parlamentsentscheidung zu seiner Absetzung verfassungswidrig sei, er aber keine rechtlichen Möglichkeiten sehe, dagegen einzuschreiten. Experten hatten zuvor erklärt, dass das Verfassungsgericht diese Parlamentsentscheidung allenfalls wegen Formalien hätte beanstanden dürfen, nicht aber inhaltlich.
In einer bei Facebook verbreiteten Ansprache beklagte Sulyok zudem, dass jeder Staatschef in Ungarn nunmehr »der Exekutive und der Politik ausgeliefert« sei und »keine Kontrollfunktion« mehr habe. Magyar hatte dem seit 2024 amtierenden Sulyok vorgeworfen, die Politik Orbáns mitgetragen zu haben.
Abgeordnete nicht länger als zwölf Jahre im Parlament
Die Verfassungsnovelle sieht zudem vor, dass die Ämter der Verfassungsrichter automatisch mit Vollendung ihres 70. Lebensjahrs enden. Dies betrifft aktuell vier der insgesamt 15 Verfassungsrichter, darunter den Vorsitzenden Peter Polt, der als Orbán-Loyalist gilt.
Ferner wurde durch diese Verfassungsnovelle beschlossen, dass die Tätigkeit der Abgeordneten ab 2030 auf zwölf Jahre begrenzt wird. Sie würde etwa Orbán verbieten, erneut für das Parlament zu kandidieren. Er war von 1990 bis jetzt ununterbrochen Abgeordneter. Das Mandat, das er bei der Wahl im April dieses Jahres als Spitzenkandidat seiner Fidesz-Partei gewann, trat er jedoch nicht an. Ferner soll ein Amt zur Wiedereintreibung staatlichen Vermögens geschaffen werden.
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
Das ungarische Parlament wird innerhalb von 30 Tagen einen neuen Staatschef wählen.
Muy probable · En días
Die Tätigkeit von Abgeordneten wird ab 2030 auf zwölf Jahre begrenzt, was Orbán eine erneute Kandidatur verbieten würde.
Muy probable · En años
Preguntas abiertas
- Wer wird der nächste Staatschef Ungarns?
- Wie werden die Verfassungsänderungen konkret umgesetzt?






