VW-Sparpläne: Tonne fordert Klarheit und Verlässlichkeit
En resumen
- Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne fordert von Volkswagen Klarheit und ein tragfähiges Konzept bezüglich neuer Sparpläne.
- Der Vorstand präsentierte dem Aufsichtsrat ein Maßnahmenpaket zur Straffung der Modellpalette und Reduzierung von Ausstattungsoptionen, ohne Angaben zu Stellenabbau oder Werksschließungen zu machen.
- Kritiker bemängeln die mangelnde Kommunikation und die Verunsicherung der Belegschaft.
Resumen generado por IA
Por qué importa
Volkswagen plant eine umfassende Neuausrichtung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in einem herausfordernden Marktumfeld. Dies beinhaltet die Straffung der Modellpalette und Reduzierung von Ausstattungsoptionen.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat im Ringen um neue Sparpläne bei Volkswagen Klarheit, Verlässlichkeit und ein tragfähiges Konzept gefordert.
Es sei die Aufgabe des Vorstandes, zügig ein schlüssiges Gesamtkonzept auf den Tisch zu legen, sagte der SPD-Politiker zu NDR Info. „Das ist es bisher nicht, und deswegen ist die Verunsicherung mit den Händen greifbar.“ Er betonte: „Das ist unanständig, so mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen.“
Nach Konzernangaben stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und das Zielbild 2030 vor. Demnach soll die Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft werden und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent sinken. Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen gab es zunächst nicht.
Der Vorstand treibe die Transformation weiter voran, teilte Konzernchef Oliver Blume in einem Statement mit. „Mit unserem Zukunftsplan stellen wir den Konzern auch in einem global massiv herausfordernden Umfeld noch robuster und wettbewerbsfähiger auf.“ Blume sprach von der „umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte“. Der Vorstand übernehme damit „Verantwortung für die nachhaltige Zukunft des Unternehmens - in einer Zeit, in der die Automobilindustrie weltweit stark unter Druck steht“, so Blume weiter. „Wir begrenzen Risiken, erschließen neue Chancen aus eigener Stärke und setzen ein klares Zeichen für Aufbruch am Wirtschaftsstandort Deutschland.“
Tonne: nicht mit Ängsten der Kolleginnen und Kollegen spielen
Blume hatte schon im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut „Manager Magazin“ könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.
„Wir haben eine gemeinsame Verantwortung“, sagte hingegen Tonne. „Und die lautet: Mit den Ängsten der Kolleginnen und Kollegen in den Werken darf man nicht spielen.“ Werksschließungen und wegfallende Arbeitsplätze seien keine Zukunftsstrategie, kritisierte er. „Erst mal geht es doch darum, dass man eine Idee auf den Tisch legt, die Lust darauf macht, Autos von VW zu kaufen.“ Bisher höre man aber immer nur von Schließungen, Rückschritten und Streichungen.
Kurz nach Blumes Ankündigung hatte schon der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) etwaigen Schließungsplänen der VW-Führung eine Absage erteilt. „Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie für Volkswagen“, teilte Lies nach der Aufsichtsratssitzung mit.
Lies fordert wettbewerbsfähige, innovative Produkte
Entscheidend sei, dass der Konzern wieder mit wettbewerbsfähigen, innovativen Produkten überzeuge und vorhandene Synergien konsequent nutze. Die Struktur der Kernmarke sei unzertrennbar mit der gemeinsamen Erfolgsgeschichte von VW und dem Land verbunden und werde nicht infrage gestellt. Eine tragfähige Lösung könne nur mit den Beschäftigten gelingen, so Lies. Zwar befänden sich Volkswagen und die Automobilindustrie in einer kritischen Gesamtlage, doch sei es wichtig, dass sich Blume noch einmal öffentlich zum Standort Deutschland bekannt habe. „Es ist weiterhin Aufgabe des Vorstands, mögliche Konzepte im Detail weiter auszuarbeiten“, betonte Lies.
Der Konzernbetriebsrat forderte Blume zudem ultimativ dazu auf, schon am Freitag der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich zu den Kürzungsplänen zu äußern. „Es ist unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen und so in den Urlaub zu schicken“, sagte Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die auch dem Aufsichtsrat angehört. „Werksschließungen sind mit uns nicht zu machen! Stellenabbau nur auf freiwilliger Basis, sozialverträglich!“ erklärte der Betriebsrat. IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger nannte die Kommunikation des Vorstands ein „absolutes Desaster“. „Ganze Regionen werden in Angst und Schrecken versetzt.“
Entscheidende Fragen seien offen geblieben, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des „Center Automotive Research“ in Bochum. „Kein Wort zu Werken, kein Wort zur Beschäftigung. Man könnte auch sagen, die Unsicherheit bleibt – was wenig gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber.“
Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht den VW-Konzern bei dem von Schließung bedrohten Werk in Zwickau in der Pflicht. Die Beschäftigten müssten sich auf Zusagen verlassen können, sagte er im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die VW-Produktion in Zwickau habe als Leitwerk der Elektromobilität Zusicherungen bekommen, später seien dann Produkte in andere Werke abgezogen worden.
Man habe den Beschäftigten gesagt, sie müssten Kostenziele erreichen, sagte Kretschmer. „Als sie die erreicht haben, kommt die Diskussion, ob man dieses Werk schließt. So kann man ja nicht vertrauensvoll miteinander arbeiten, und das hat auch nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Und deswegen muss dieses Unternehmen zurück auf den Pfad der Tugend, ansonsten hat es auch bei den Verbrauchern keine Chance. Vertrauen ist die wichtigste Währung überhaupt.“
Qué observar
Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos
VW-Vorstand muss bis Freitag Stellung zu Kürzungsplänen beziehen.
Muy probable · En días
Preguntas abiertas
- Wie viele Stellen fallen weg?
- Welche Werke werden geschlossen?
- Wie sieht das konkrete Zukunftskonzept aus?

