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WM-Viertelfinale: Frankreich gegen Marokko – Spannung in Paris
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WM-Viertelfinale: Frankreich gegen Marokko – Spannung in Paris

En resumen

  • Das WM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko sorgt in Paris für besondere Spannung.
  • Nach Ausschreitungen bei früheren Spielen sind die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft, während viele Marokkaner auf eine Revanche hoffen.

Resumen generado por IA

Por qué importa

Das WM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko findet vor dem Hintergrund einer besonderen historischen und sozialen Beziehung zwischen beiden Ländern statt. Die große marokkanische Diaspora in Frankreich und die kolonialen Vergangenheiten sorgen regelmäßig für Identitätsdebatten, die sich besonders bei Fußballspielen entladen können.

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Noch geht es bei „Darkoum“ geruhsam zur Sache, doch der Donnerstagabend verspricht, trubelig zu werden. „Da werden Sie hier nicht durchkommen“, mahnt der hinter der Theke stehende Nabil augenzwinkernd, der sich als Chef des kleinen marokkanischen Bistros vorstellt. Rund 50 Gäste erwartet er zum gemeinsamen Gucken des WM-Viertelfinals zwischen Frankreich und Marokko. Gut möglich, dass es im Laufe des Abends mehr werden – erst recht, wenn den Marokkanern die große Überraschung gelingen sollte.

Volles Haus also bei Nabil in der Rue de Belleville im Pariser Osten. Seine Vorfreude ist groß, und seine Zuversicht, nach den Niederlanden und Kanada nun auch das große Frankreich schlagen zu können, ist auch nicht gerade klein. „Man muss daran glauben“, sagt Nabil. Die Marokkaner hätten in bislang jedem WM-Spiel einen anderen Fußball gespielt. Das habe den Gegnern das Leben schwer gemacht. „Aber wenn Frankreich gewinnt, freuen wir uns auch“, betont der französische Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln.

Das erste Viertelfinale am Donnerstag (22 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) ist kein WM-Spiel wie jedes andere. Wie immer, wenn die frühere Kolonialmacht Frankreich auf eine Mannschaft aus dem Maghreb trifft, liegt in Paris und anderen Großstädten eine besondere Spannung in der Luft. Rund ein Drittel der Bevölkerung in Frankreich hat ausländische Wurzeln, und die Hauptherkunftsstaaten sind Algerien und Marokko. Identitätsdiskussionen haben eine lange Tradition. Gerade bei Fußball-Länderspielen flammen sie immer wieder auf, wenn in den migrantisch geprägten Quartieren des Pariser Ostens oder in den Banlieues andere Flaggen statt der französischen wehen.

Dabei ist Frankreichs Verhältnis zu Marokko weniger spannungsgeladen als das zu Algerien. Die Beendigung der Protektoratszeit verlief weniger blutig, seit der Unabhängigkeit im Jahr 1956 sind die politischen Beziehungen um einiges enger. Frankreich hat Angehörigen der marokkanischen Mittel- und Oberschichten Reisefreiheit gewährt und jährlich Zehntausende Studenten ausgebildet. Französische Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln gelten im Vergleich zu anderen Einwanderergruppen meist als gut qualifiziert und integriert. Es gibt eine Reihe prominenter französisch-marokkanischer Schriftsteller und Schauspieler: Leïla Slimani, Abdellah Taïa, Jamel Debbouze sind prominent.

Auch im Sport sind die Bande eng. Viele Spieler der marokkanischen Nationalmannschaft sind über die Ausbildung und die Klubs in Frankreich zuhause oder – wie Issa Diop oder Neil El Aynaoui – gar zur Welt gekommen. Achraf Hakimi war im Trikot von Real Madrid der erste Marokkaner, der die Champions League gewann. Zuletzt gewann der Verteidiger sie mit Paris Saint-Germain zwei weitere Male in Serie.

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Dennoch: Völlig harmonisch dürfte es am Donnerstagabend nicht zugehen. Gegen die französischen Brüder, Freunde und Bekannten zu spielen, hat für die Marokkaner und ihre Anhänger immer besonderen Reiz. Hinzu kommt diesmal, dass die Erinnerung noch hellwach ist an das verlorene WM-Halbfinale vor vier Jahren. „In den Köpfen vieler Marokkaner schwebt der Gedanke an eine Revanche“, sagte der Sportjournalist Said Amdaa dem Radiosender RMC Sport.

Und neben dem Platz? Nach der Partie vor vier Jahren gab es in Frankreich schwere Krawalle. Die Polizei bilanzierte mehr als 250 Festnahmen, rund 200 Fahrzeugbrände und Dutzende Verletzte. In Montpellier kam ein 14-Jähriger ums Leben, nachdem ihn ein Auto erfasst hatte. Spätestens seit den massiven Ausschreitungen nach dem Champions-League-Finale im Mai wappnet man sich für alle Eventualitäten, insbesondere in Paris. Ungeachtet des Sieges von PSG zogen marodierende Horden durch die Straßen, zündeten Autos an und plünderten Geschäfte.

Die Pariser Ordnungskräfte sind in Alarmbereitschaft. Mehrere Metrostationen um die Prachtallee Champs-Élysées werden am Donnerstagabend vorsorglich gesperrt. Der Transport von Benzinkanistern wird verboten. In der Polizeipräfektur geht man von einem hohen Risiko schwerwiegender Störungen der öffentlichen Ordnung aus. Es werden zahlreiche Menschenansammlungen im Zentrum und in der Umgebung erwartet. Die Champs-Élysées und Plätze wie République und Bastille bleiben Hotspots, doch im Grunde genommen zog sich die Schneise der Verwüstung bei den jüngsten Ausschreitungen quer durch die Stadt.

Etwas zuversichtlich stimmt die krawallgeplagten Pariser, dass es bei den jüngsten WM-Spielen nur vereinzelte Vorkommnisse gab. Tausende Anhänger der Marokkaner feierten den Sieg über Kanada friedlich in der Indoor-Arena Dôme de Paris. Auch auf den Straßen ging es alles in allem heiter zur Sache. Gleiches gilt für die Spiele der französischen Mannschaft.

Das liegt allerdings auch daran, dass sich Paris durch die Hitzewelle noch früher als zu Beginn der langen Ferienzeit ohnehin üblich zu leeren begonnen hat. Temperaturen von bis zu 40 Grad haben Bewohner in die Flucht getrieben. Statt im stickigen Stadtzentrum verfolgen sie die WM vom Landhaus oder Feriendomizil aus. Ob das reicht, damit es in Paris ruhig bleibt? Nabil hofft jedenfalls auf einen anderen Ausgang als vor vier Jahren.

Qué observar

Perspectiva de IA — posibilidades, no hechos

  • Es wird zu Ausschreitungen und Störungen der öffentlichen Ordnung kommen.

    Probable · En horas

  • Die Sicherheitskräfte werden mit verstärkter Präsenz und Sperrungen reagieren.

    Muy probable · En horas

Preguntas abiertas

  • Wie wird die Sicherheitslage nach dem Spiel sein?
  • Wird es zu Ausschreitungen kommen?
  • Wie wird das Spiel die französisch-marokkanischen Beziehungen beeinflussen?

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This article was originally published by FAZ.

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