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AfD-Abgeordneter Martin Reichardt wegen mutmaßlichem Hitlergruß in der Kritik
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Spiegel Deutschland24.06.2026Politique3 dk okumaGermany

AfD-Abgeordneter Martin Reichardt wegen mutmaßlichem Hitlergruß in der Kritik

L'essentiel

  • AfD-Bundestagsabgeordneter Martin Reichardt steht wegen eines Fotos, das ihn mit durchgestrecktem Arm zeigt, in der Kritik.
  • Während er Vorwürfe des Hitlergrußes bestreitet und von einem "Ritterschlag" spricht, fordern andere Parteien seinen Rücktritt.
  • Das Oberlandesgericht Hamm hat den Hitlergruß, auch mit dem linken Arm, als strafbar eingestuft.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt wird wegen eines Fotos kritisiert, das ihn mit durchgestrecktem Arm zeigt, was als Hitlergruß interpretiert wird. Reichardt bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer "künstlich aufgebauten Unsinnskampagne".

Taille de police

Eigentlich stand der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt am Podium im Bundestag, um die Linke für ihre Faschismus-Aussagen zu kritisieren, doch mit einer Zwischenfrage während der Aktuellen Stunde geriet er selbst in die Kritik. Es geht um ein Foto, welches ihn mit durchgestrecktem Arm zeigt. Reichardt habe im Beisein von Parteikollegen den Hitlergruß gezeigt, heißt es im Politico-Podcast »Inside AfD« . Die Partei wies die Darstellung des Magazins zurück. Reichardt ist sachsen-anhaltischer AfD-Chef und auch Mitglied im Bundesvorstand der Partei.

Reichardt stritt die Vorwürfe ab: »Dieses Foto stellt keinen Hitlergruß dar. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie irgendwo einen Hitlergruß gezeigt. Das ist ein Fakt.« Ihm einen Hitlergruß zu unterstellen sei eine »pöbelhafte Unverschämtheit, die ich mir verbitte«.

Der CDU-Abgeordnete Hendrik Hoppenstedt hakte nach. Reichardt sei auf dem Foto eindeutig zu identifizieren: »Wenn das kein Hitlergruß ist, was ist denn dann ein Hitlergruß?« Reichardt warf der Presse daraufhin eine »künstlich aufgebaute Unsinnskampagne vor«.

Auch SPD-Politiker Helge Lindh kritisierte Reichardt. Seine »Nicht-Eklärung« zu dem Bild sei eine »Peinlichkeit und Schande für das Parlament«.

AfD Sachsen-Anhalt nennt Vorwürfe eine »Schmutzkampagne«

»Die fragliche Geste war kein ›Hitlergruß‹, sondern ein angedeuteter Ritterschlag«, sagte ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt der Nachrichtenagentur dpa. Welche Worte in der fast sechs Jahre zurückliegenden Situation gewechselt worden seien, sei keiner der Personen mehr erinnerlich. Auch in einem Post auf X schreibt die AfD Sachsen-Anhalt von einem »Ritterschlag« und nennt die Vorwürfe eine »Schmutzkampagne«.

Die sachsen-anhaltische Linkenpolitikerin Eva von Angern erklärte, sie sei entsetzt über das Foto. »Dieser Gruß ist in Deutschland strafbar und steht wie kaum ein anderes Symbol für die Verbrechen des Nationalsozialismus, für Menschenverachtung, Antisemitismus und die Zerstörung der Demokratie«, sagt von Angern. »Wer den Hitlergruß zeigt, verhöhnt die Opfer des NS-Regimes und beschädigt die Demokratie.«

Ähnlich reagierte die Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz: »Martin Reichardt muss von seinen Ämtern zurücktreten. Ein Hitlergruß ist kein Ausrutscher und kein schlechter Scherz. Wer sich als Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter derart verhält, ist für politische Ämter in Deutschland untragbar.«

Auch Sven Schulze, CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, sagte, ein Hitlergruß sei »ein Bekenntnis, kein Ausrutscher«. »Wer so etwas zeigt, hat in einem Parlament nichts verloren. Und wer das relativiert, schweigt oder aussitzt, macht sich klar mitschuldig. Wer daneben steht und grinst, zeigt seine eigene Gesinnung auf erschreckende Art und Weise«, so Schulze.

Schulze nahm auch den AfD-Kandidaten für die Wahl in Sachsen-Anhalt in die Pflicht: »Ulrich Siegmund, Kandidat dieser Partei, will hier Ministerpräsident werden. Dann soll er heute zeigen, ob er Führung kann: Ausschluss, Rücktritt, klare Kante.« Weiter sagte Schulze: »Alle anständigen Bürgerinnen und Bürger unseres Landes werden eine klare Antwort auf die Frage haben, ob sie solche Gesten in Zukunft hier bei uns dulden wollen oder nicht. Ich sage laut und deutlich: Ich dulde das nicht. Und ich werde das niemals dulden.«

Der Hitlergruß mit dem linken Arm ist in Deutschland genauso strafbar wie mit dem rechten Arm, wie das Oberlandesgericht Hamm im Jahr 2024 in einem Beschluss klargestellt hat. Er stelle eine verbotene nationalsozialistische Grußform dar, solche Kennzeichen sollten aus dem Bild des politischen Lebens grundsätzlich verbannt werden, begründete das Gericht.

Die AfD Sachsen-Anhalt möchte im Juli zu einem Landesparteitag zusammenkommen. Dann ist auch die Wahl des Landesvorstands geplant. Reichardt ist seit 2018 Landesvorsitzender und will erneut für das Amt kandidieren. In Sachsen-Anhalt wird die AfD vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Martin Reichardt wird sich bei der Wahl des Landesvorstands der AfD Sachsen-Anhalt erneut um das Amt des Landesvorsitzenden bewerben.

    Très probable · En quelques mois

  • Die AfD Sachsen-Anhalt wird im Juli zu einem Landesparteitag zusammenkommen, bei dem auch die Wahl des Landesvorstands geplant ist.

    Très probable · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Welche Worte wurden bei der Geste vor sechs Jahren gewechselt?
  • Welche Konsequenzen wird die AfD Sachsen-Anhalt ziehen?
  • Wird Reichardt bei der Landesvorstandswahl erfolgreich sein?

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This article was originally published by Spiegel Deutschland.

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