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Aktienrente: Union und SPD könnten schwedisches Modell übernehmen
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FAZ21.06.2026Politique4 dk okumaGermany

Aktienrente: Union und SPD könnten schwedisches Modell übernehmen

L'essentiel

  • Eine Fachkommission schlägt vor, eine obligatorische Aktienrente nach schwedischem Vorbild in das deutsche Rentensystem zu integrieren.
  • Dies soll die gesetzliche Rente stärken und eine kapitalgedeckte Vorsorge etablieren, ähnlich dem schwedischen Prämienrentenmodell.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Die Fachkommission schlägt vor, eine obligatorische Aktienrente nach schwedischem Vorbild in das deutsche Rentensystem zu integrieren, um die gesetzliche Rente zu stärken.

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Wer hätte das gedacht? Mit ihrem ersten Rentenpaket von 2025 waren Union und SPD noch demonstrativ vor dem Ziel eines nachhaltig finanzierten Alterssicherungssystems davongelaufen. Anstatt sich um seine ökonomische Stabilität zu kümmern, beschlossen sie einfach neue Ansprüche zu noch höheren Kosten. Doch nun könnte ausgerechnet diese Koalition Kurs auf eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild nehmen: Ein neuer Pfeiler verbindlicher kapitalgedeckter Vorsorge soll direkt in die beitragsfinanzierte gesetzliche Rente eingebaut werden und damit diese Hauptsäule des Systems stärken. Tragische Randnotiz: Das war immer die Idee der FDP. Diese inzwischen aus dem Bundestag verschwundene Kraft fand aber nie politische Partner dafür.

Vorerst ist es zwar nur die Empfehlung der Fachkommission, die im Auftrag der Regierung ein Reformpaket erarbeiten sollte. Da ihr aber auch Vertreter der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD angehörten, ist der nun vorliegende Plan mehr als eine akademische Arbeit. Neben den Vorschlägen, Lebensarbeitszeit und Rentenbezugsdauer wieder in eine belast­bare Balance zu bringen, ist die Aktien- oder Kapitalrente die eigentliche strukturelle Innovation.

Was Deutschlands Zahler und Rentner schon verpasst haben

Mit der Prämienrente (so heißt das schwedische Original) käme erstmals eine kapitalgedeckte Vorsorge mit obligatorischem Charakter ins deutsche Alterssicherungssystem. Was das bedeutet, lässt sich am Vorbild gut ablesen. Dort fließen seit der Jahrtausendwende 2,5 Prozent vom Lohn obligatorisch in diese Zusatzvorsorge. Und wer 100 Euro im Monat einzahlt (eine Größenordnung für Normalverdiener), hat nach 40 Jahren schon bei durchschnittlich fünf Prozent Rendite pro Jahr ein Kapital von 150.000 Euro in Aussicht; was je nach Modalitäten ungefähr 500 Euro Zusatzrente vom 67. Lebensjahr an entspricht.

Tatsächlich erreichte der Standardfonds in Schweden bisher sogar doppelt so viel Rendite; bei sehr geringen Verwaltungskosten. Das zeigt, was deutsche Rentenpolitik seit 25 Jahren auf Kosten seiner Ruheständler und Beitragszahler versäumt. Eine geförderte Riester-Rente freiwillig abzuschließen, war zwar im Zweifel besser als nichts zu tun. Aber wegen hoher Garantie- und Verwaltungs­kos­ten bringt sie selbst mit Beiträgen von vier Prozent vom Brutto am Ende weniger als Schwedens obligatorisches Pendant mit 2,5 Prozent.

Besser als das „Generationenkapital“

Das Konzept der Rentenkommission eröffnet einen politischen Weg, solche Chancen endlich auch hierzulande zu ergreifen. Und es besser zu machen, als es die Ampelkoalition vor ihrem Scheitern angefangen hatte. Denn sie wich damals an zentraler Stelle vom Vorbild ab, das den Versicherten eine eigentumsrechtlich geschützte Zusatzrente verschafft. Das „Generationenkapital“ der Ampel wäre nur ein neuer kollektiver Geldtopf gewesen, dessen Erträge in den Bundeszuschuss zur Rentenkasse fließen und den Bundeshaushalt entlasten sollten. Eine echte Kapitalrente – eine echte Reparatur der Riester-Rente – scheiterte damals an der Ablehnung durch SPD und Grüne.

Es wäre ein echter Fortschritt, falls es damit diesmal klappt. Alle Probleme lassen sich aber auch damit nicht lösen. Vor allem hilft der neue Vorsorgebaustein erst mal nicht, die seit sieben Jahren stagnierende deutsche Wirtschaft von lähmenden Kosten zu entlasten. Im Gegenteil: Dem Vorschlag zufolge startet sie nach 2030 mit einem Beitrag von einem halben Prozent des Bruttolohns, später zwei Prozent – und zwar neben dem regulären Rentenbeitrag, der dann demographiebedingt schon von heute 18,6 auf 20 Prozent gestiegen sein wird.

Wenn nur die Mütterrente nicht wäre

Die Prämienrente kann den Beitragsanstieg bremsen, aber nur wenn man zugleich die übrigen Rentenausgaben wirklich dämpft. Die darauf zielenden Reformvorschläge – allen voran die Kopplung der Altersgrenze an die Lebenserwartung und das Ende der Rente ab 63 – sind zwar richtig und politisch sehr markant. Wahr ist aber auch: Kurzfristig lässt sich damit vom „regulären“ Rentenbeitrag kaum so viel einsparen, dass es den neuen Zusatzbeitrag vollständig ausgleicht.

Kurzfristig lassen sich damit nicht einmal jene Mehrkosten einsparen, welche die Koalition dem System erst 2025 mit Mütterrente und Abschalten des Demographiefaktors aufgehalst hat. Dafür müsste sich die CSU von ihrer Fixierung auf die Mütterrente lösen – die im Bundeshaushalt schon so teuer ist, dass dort Geld für Bafög und Elterngeld fehlt. Aber egal, wie die CSU damit umgeht: Deutschland hat fast ein Vierteljahrhundert mit rentenpolitischen Irrwegen vergeudet. Es darf jetzt nicht auch noch wegen einiger im Vergleich dazu kleiner Anlaufkosten die Chance auf eine echte Strukturreform nach Art der Prämienrente vertun.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Die Koalition wird den Vorschlag zur Aktienrente politisch weiterverfolgen.

    Probable · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Wie werden die genauen Modalitäten der Aktienrente gestaltet?
  • Welche Renditeerwartungen sind realistisch?
  • Wie wird die Akzeptanz bei Bürgern und Politik erreicht?

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This article was originally published by FAZ.

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