Ärger um Berliner Büroprojekt: Reppegather-Brüder unter Druck
L'essentiel
- Die Censar Pyramidenring GmbH, die ein großes Grundstück in Berlin besitzt, ist insolvent.
- Dies wirft Fragen zur Zukunft von Büroprojekten der Reppegather-Brüder auf, die bereits mit eigenen Insolvenzen und strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert sind.
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Die Reppegather-Brüder planten mit der Centrum und der Sarias Unternehmensgruppe große Büroprojekte in Berlin. Nach der Insolvenz von Centrum und Uwe Reppegather gibt es nun Probleme bei der Censar Pyramidenring GmbH.
Die Reppegather-Brüder hatten große Pläne für den Büromarkt. Geschäftsführerposten für ihren Fahrer und der Ärger um eine wichtige Firma werfen Fragen zur Zukunft der Projekte auf. René Bender, Michael Verfürden und Franziska Eiles 02.07.2026 - 04:06 Uhr Artikel anhören
Blick über Grundstücke an der Landsberger Allee: Eine der größten Entwicklungsflächen in Berlin. Foto: Franziska Eiles
Berlin, Düsseldorf. „Top-Lagen“, „herausragende Qualität“ und eine angeblich „große Resonanz am Mietmarkt“: Als der Düsseldorfer Projektentwickler Centrum 2018 seinen Einstieg in den Büromarkt mit dem Kauf von drei Grundstücken in Berlin verkündete, strotzte die Pressemitteilung vor Optimismus.
Nun gibt es Ärger um eine Gesellschaft, der eines dieser Grundstücke gehört. Das Amtsgericht Düsseldorf hat Biner Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die Censar Pyramidenring GmbH bestellt. Das geht aus einer Mitteilung aus dem Portal Insolvenzbekanntmachungen.de von Anfang Mai hervor.
Der Firma gehört ein Grundstück an der Landsberger Allee 378 in Marzahn – mit 54.000 Quadratmetern eine der größten Entwicklungsflächen in Berlin.
Den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll Handelsblatt-Informationen zufolge die Hanse Merkur Grundvermögen AG gestellt haben. Der Investment- und Asset-Manager der Versicherungsgruppe soll der Censar Pyramidenring Insidern zufolge ein Darlehen über mehr als 30 Millionen Euro gewährt haben.
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Hanse Merkur verwies auf Anfrage auf das Bankgeheimnis und Vertraulichkeitsvereinbarungen. Zu Fragen zu dem Projekt wollte sich der Versicherer nicht äußern. Auch Insolvenzverwalter Bähr kommentierte den Fall nicht.
Adem Sari: Joint Venture mit Centrum
Censar steht für Centrum und Sarias. Die Sarias Unternehmensgruppe von Adem Sari wollte gemeinsam mit Centrum in einem Joint Venture Büroprojekte entwickeln und realisieren. Centrum ging im Juni 2023 insolvent, im August folgte die Pleite von Centrum-Chef Uwe Reppegather.
Derzeit gehört die Censar Pyramidenring mehrheitlich einer Firma der Tochter von Uwe Reppegathers Bruder Wolfgang. Sarias blieb mit rund zehn Prozent beteiligt. Geschäftsführer war zuletzt Wolfgang Reppegather. Dessen Villa in Leichlingen ist auch der Firmensitz.
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Adem Sari, Wolfgang Reppegather und dessen Tochter reagierten nicht auf Anfragen.
Uwe Reppegather sitzt in Untersuchungshaft, sein Bruder Wolfgang ist wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt sie unter anderem, vor Uwe Reppegathers Privatinsolvenz Vermögen verschoben zu haben. Der Schaden soll im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Vorwürfe: Betrug, Bankrott und Untreue.
Uwe Reppegather weist die Anschuldigungen zurück. Sein Bruder Wolfgang antwortete bislang ebenso wenig auf Fragen wie dessen Anwalt.
Fahrer der Reppegathers wird Geschäftsführer
Das Grundstück an der Landsberger Allee gehörte einst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Sie verkaufte es für 15 Millionen Euro. Centrum und Sarias wollten dort den „Campus Pyramidenring“ mit Büros, Gewerbeflächen und Gastronomie bauen.
Vom Bezirk heißt es, ihm lägen Pläne vor, auf einer der Flächen ein Rechenzentrum zu errichten. Im Februar 2025 sei sogar ein positiver Bauvorbescheid erteilt worden, der das Vorhaben als zulässig bewertet. Vorhabenträger sei ebenfalls die Censar Pyramidenring.
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Centrum soll internen Angaben zufolge rund 35 Millionen Euro in das Projekt investiert haben. Den Verkehrswert der Immobilie nach Fertigstellung soll das Unternehmen demnach mit zwischen 193 und 304 Millionen Euro beziffert haben – abhängig von der Geschossflächenzahl, die realisiert werden darf.
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Der Absturz des „Wolf of High Street“ – Uwe Reppegather und seine Centrum
19.04.2026 Abspielen 01:04:33
In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken hatte der Berliner Senat noch im März 2024 erklärt, dass die Fläche „Teil des größten zusammenhängenden Industrie- und Gewerbestandortes Berlins“ sei. Sie habe „erhebliches Baulandpotenzial in qualitativ hochwertiger Lage“.
Ende Juni gibt es wenig Hinweise auf eine Bautätigkeit auf der Fläche. An einem Zaun flattert ein rot-weißes Absperrband. Schilder weisen darauf hin, dass das Grundstück von Kameras überwacht wird. Statt Bagger und Presslufthämmer sind nur Grillen und Vögel zu hören.
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Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen teilte auf Anfrage zu dem Insolvenzeröffnungsverfahren und möglichen Folgen mit, dass „dazu keine Informationen“ vorlägen. Auch beim Bezirk heißt es, bislang sei nichts bekannt.
Beobachter wunderten sich zuletzt auch über Veränderungen in der Struktur anderer Censar-Firmen. So gehören die Censar Brunsbütteler GmbH und die Censar Beilsteiner GmbH seit März 2025 einer Firma, die wiederum dem langjährigen Fahrer der Reppegather-Brüder gehört. Er ist auch Geschäftsführer. Auf Anfragen reagierte er nicht.
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Weitere Insolvenzen im Umfeld der Reppegather-Gruppe.
Probable · En quelques mois
Verkauf des Grundstücks an der Landsberger Allee unter Wert.
Possible · Long terme
Questions ouvertes
- Wie geht es mit dem Grundstück an der Landsberger Allee weiter?
- Welche weiteren Firmen sind von der Insolvenz betroffen?
- Wird es zu strafrechtlichen Konsequenzen für weitere Beteiligte kommen?



