BayWa verlängert Sanierungsplan bis 2030
L'essentiel
- Der Agrarhandelskonzern BayWa muss seinen Sanierungsplan aufgrund hoher Schulden und der Krise der Ökostrom-Tochter BayWa r.e. um zwei Jahre bis Ende 2030 verlängern.
- Banken und Großaktionäre stimmen Zugeständnissen zu, während strafrechtliche Ermittlungen gegen ehemalige Vorstände laufen.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Der Agrarhandels- und Mischkonzern BayWa leidet unter Milliardenschulden, die aus einer auf Kredit finanzierten und missglückten internationalen Expansion im letzten Jahrzehnt resultieren. Die Sanierung wird nun bis Ende 2030 verlängert.
Der unter Milliardenschulden ächzende Agrarhandels- und Mischkonzern BayWa muss seinen Sanierungsfahrplan um zwei Jahre verlängern. Anstelle der erhofften finanziellen Gesundung bis Ende 2028 gehen Vorstand und Aufsichtsrat nun davon aus, dass die Sanierung erst Ende 2030 abgeschlossen werden kann. Dementsprechend sollen auch die Bankkredite um zwei Jahre verlängert werden, die BayWa bei ihren hohen Zinszahlungen entlasten sollen. Darauf hat sich der Vorstand mit den Gläubigerbanken und den beiden Großaktionären im Grundsatz verständigt, wie das Unternehmen mitteilte. Bis Herbst soll eine neue Sanierungsvereinbarung erstellt werden.
Die Krise ist Folge einer auf Kredit finanzierten und schlussendlich missglückten Expansion auf den internationalen Agrarmärkten im vergangenen Jahrzehnt. Abgesehen von der Sanierung hat die Krise auch strafrechtliche Folgen: Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Vorstände, teils wegen Verdachts einer geschönten Konzernbilanz 2023, teils wegen möglicher Untreue.
Banken und Großaktionäre ringen sich Zugeständnisse ab
Bei der Sanierung erklären sich nun sowohl die Gläubigerbanken als auch die beiden Großaktionäre – das sind die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und der österreichischen Genossenschaften – zu potenziell schmerzhaften Opfern bereit.
Die zwei Großaktionäre sollen ihren BayWa-Anteil von zusammen gut 67 Prozent an einen Treuhänder übertragen. Nur für den Fall, dass die beiden Gesellschaften im Jahr 2029 mindestens 220 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung zur Verfügung stellen, sollen sie die Papiere zurückbekommen – anderenfalls darf der Treuhänder das Aktienpaket verkaufen.
Ökostrom-Tochter vergrößert die Schwierigkeiten
Anlass für die angepeilte neue Sanierungsvereinbarung ist jedoch kein aktueller Finanzengpass. Vielmehr reagiert die BayWa damit auf die schwierige Lage der Ökostrom-Tochter BayWa r.e., die eigentlich für 1,7 Milliarden Euro hätte verkauft werden sollen. Doch da die r.e. selbst in einer tiefen Krise steckt, hatte die BayWa-Chefetage im Frühjahr eingestanden, dass die Tochter nicht so teuer verkauft werden kann. Die Beteiligten gehen davon aus, dass die r.e. 800 Millionen Euro weniger einbringen wird.
Erbe des Ex-Chefs wird abgewickelt
Die BayWa ist insbesondere in ihrer bayerischen Heimatregion eine Institution, deren Lagerhäuser ebenso zum ländlichen Ortsbild gehören wie Kirchtürme und Feuerwehrhäuser. Über Jahrzehnte war das Unternehmen auf den inländischen Agrarhandel beschränkt. Der langjährige Vorstandschef Klaus Josef Lutz jedoch verordnete der BayWa während seiner Amtszeit von 2008 bis 2023 die Expansion. Lutz baute das Ökostromgeschäft mit der BayWa r.e. auf und kaufte die niederländische Agrarhandelsgruppe Cefetra, den großen neuseeländischen Apfelplantagenbetreiber Turners & Growers und andere Beteiligungen.
Die Sanierung läuft darauf hinaus, das Werk des früheren BayWa-Chefs abzuwickeln und das Unternehmen wieder weitgehend auf den heimischen Agrarmarkt zu beschränken. Bisher hat Lutz jede Verantwortung für die BayWa-Krise zurückgewiesen.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Eine neue Sanierungsvereinbarung soll bis Herbst erstellt werden.
Très probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie genau wird die neue Sanierungsvereinbarung im Herbst aussehen?
- Welche konkreten Ergebnisse werden die strafrechtlichen Ermittlungen haben?
- Folgen des Aktienpaket-Verkaufs bei nicht erfolgter Kapitalerhöhung?




