Dernière minute
ITOmicidio a Santadi: 35enne ucciso a colpi di fucile, fermato 61enneKR문체부, 메가박스중앙 회생절차 개시 신청 관련 긴급 간담회 개최TRBM: Sudan'da Kolera Salgını Yüzde 13,7 Ölüm Oranıyla YayılıyorRUБундестаг принял пакет мер по сокращению расходов на здравоохранениеUSUp First Newsletter: US-Iran Tensions, TPS Ruling, UK Labour LeadershipDE18-jähriger Autofahrer verursacht Unfall unter AlkoholeinflussARالمجلس الأعلى للقضاء العراقي يوضح إجراءات استعادة الأموال وتطبيق قانون العفوBRChina aprova IPO da Shein em Hong Kong após rejeições em Nova York e LondresINUnion Minister Accuses Karnataka Govt of Regularizing Illegal Immigrants via PRCsBRMutirão em Manaus oferece exames de DNA e atendimentos jurídicos gratuitosITOmicidio a Santadi: 35enne ucciso a colpi di fucile, fermato 61enneKR문체부, 메가박스중앙 회생절차 개시 신청 관련 긴급 간담회 개최TRBM: Sudan'da Kolera Salgını Yüzde 13,7 Ölüm Oranıyla YayılıyorRUБундестаг принял пакет мер по сокращению расходов на здравоохранениеUSUp First Newsletter: US-Iran Tensions, TPS Ruling, UK Labour LeadershipDE18-jähriger Autofahrer verursacht Unfall unter AlkoholeinflussARالمجلس الأعلى للقضاء العراقي يوضح إجراءات استعادة الأموال وتطبيق قانون العفوBRChina aprova IPO da Shein em Hong Kong após rejeições em Nova York e LondresINUnion Minister Accuses Karnataka Govt of Regularizing Illegal Immigrants via PRCsBRMutirão em Manaus oferece exames de DNA e atendimentos jurídicos gratuitos
Newsgather
BackBelgiens WM-Trikot: Surrealismus als Nationalstil
Belgiens WM-Trikot: Surrealismus als Nationalstil
Sport
FAZ2 sa önceSport5 dk okumaGermany

Belgiens WM-Trikot: Surrealismus als Nationalstil

L'essentiel

  • Belgiens WM-Trikot, inspiriert von René Magrittes "La Voix des airs", verbindet Kunst und Fußball.
  • Es zitiert den Surrealismus als belgischen Nationalstil und soll Gegner verunsichern.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Das belgische Fußballtrikot für die WM 2022 ist vom surrealistischen Gemälde "La Voix des airs" des Künstlers René Magritte inspiriert. Es soll Gegner verunsichern und den Surrealismus als belgischen Nationalstil repräsentieren.

Taille de police

Surreal war der Battle of Seattle, Belgien gegen die USA, in mehrerlei Hinsicht. Die par ordre du mufti aufgehobene Sperre des US-Stürmers Balogun war ebenso foul wie das die amerikanische Mannschaft mit 4:1 deklassierende Viertelfinale gerecht.

Doch auch die harmlos wirkenden rosig-blauen Hemden der Belgier bargen Sprengstoff.

Darauf verteilten sich bis zu drei hintereinander gestaffelte und stark stilisierte schellenartige Halbkreise in Pink und Hellblau auf jeweils in diesen Farben alternierendem Hintergrund, die von einem schlank machenden Vorhang aus Vertikalen wie Mozzarellabällchen zerteilt zu werden drohen. Indem diese charakteristischen Rollen-Glöckchen (englisch: „Jingle Bells“) in der Mitte je einen schmalen dunklen Schlitz als Schallöffnung besitzen, der sich über die Kugel zieht, wirken sie trotz ihrer trügerisch hellen Farben wahlweise wie Oppenheimers erste Atombombe aus zwei halbrunden Metallschalen, das Brüsseler Atomium oder wie der Todesstern aus George Lucas’ „Star Wars“.

Sind das Alienraumschiffe oder Atombomben?

Die Assoziationen müssen nicht falsch sein: Die bombigen Trikot-Glöckchen sind ein direktes Zitat des Magritte-Bilds „La Voix des airs“, auf Deutsch so viel wie „Die Stimme der Lüfte“. Das will zum Rufnamen des Teams „Rote Teufel“ zwar nur bedingt passen, aber etwas Wind unter den Schwingen, und seien es Dämonenflügel, kann nie schaden und hätte auch den deutschen Bleifüßen gutgetan.

Über saftig grünen Wiesen mit drei mächtigen Steinblöcken und zweimal drei flachen Heckengruppen darauf schweben bei dem belgischen Surrealisten groß wie Planetoiden drei silbrige Schellen über der Landschaft, die im Hintergrund abrupt wie Kreidefelsen ins Meer abzubrechen scheint. Indem die drei metallenen Rollen-Glocken im Vergleich zu den zarten Gräsern und Blättchen der Hecken riesig sind und der Schallschlitz sie anders als bei realen Jingle Bells vollständig durchschneidet, die obere Halbkugel mithin von unheimlichen Kräften getragen über der unteren schwebt, erscheint die Zusammenrottung der Schellen am Himmel wie die Ankunft von kugeligen Alienraumschiffen oder Atombomben.

An das Atomium von 1958 hat Magritte beim Malen zwar sicher nicht gedacht, denn sein Bild stammt bereits aus dem Jahr 1931, aber etwas Unbehagliches eignet der Komposition gewiss, wie häufig bei diesem Maler. Da das Gemälde im New Yorker Guggenheim Museum aufbewahrt wird und über Poster und im Netz weit verbreitet ist, gibt es sogar die Möglichkeit, dass der ein oder andere amerikanische Spieler es instinktiv (er)kannte. In jedem Fall vermag das Motiv einen Moment der Irritation auszulösen.

Magritte selbst äußerte sich zu dem Bild wie folgt: „Ich ließ die eisernen Glocken, die an den Hälsen unserer bewundernswerten Pferde hingen, wie gefährliche Pflanzen am Rand eines Abgrunds sprießen.“ Seine Verwendung der Pferdeschellen, mit dem er wie auf vielen seiner Gemälde ein reales Objekt und grundsätzlich harmloses Motiv in sein Gegenteil verkehrt, indem es nun wie eine dunkle Gewitterwolke bedrohlich und metallisch kalt über den – noch – grünen Wiesen dräut, ist Surrealismus in Reinform.

So richtig surreal allerdings wird es – unsichtbar bis zur verbotenen Siegesgeste des Blankziehens –, wenn das Leibchen ausgezogen ist und den Blick in den Kragen erlaubt. „Ceci n’est pas un maillot“, „Dies ist kein Trikot“ steht dann dort zu lesen, was natürlich eine Anspielung auf Magrittes berühmtestes Gemälde „La trahison des images“ („Der Verrat der Bilder“) ist. Dieses thematisiert das Aussagevermögen von abbildhafter Malerei, zeigt das Werk doch eine Pfeife mit der Inschrift „Ceci n’est pas une pipe“ („Dies ist keine Pfeife“) direkt darunter.

Das von Adidas gemeinsam mit dem belgischen Fußballverband entwickelte Kunst-Stoff-Shirt ist somit viel mehr als nur eine einfache Hommage an den Künstler – es ist Verunsicherung des Gegners mit explosiver Hochkunst und philosophischer Bilddebatte in einem. Zudem beantwortet es auch eine virulente Frage, die unter anderem alle zwei Jahre auf der Venedig-Biennale mit ihren Nationenpavillons wieder von Neuem gestellt wird: Kann es heutzutage noch einen Nationalstil geben, der nicht fürchterlich klischeebeladen oder irreführend ist für die inzwischen meist multikulturellen Länder? In der Architektur ist die Frage in den vergangenen Jahrzehnten mit den Auslandsbotschaften in vielfacher Weise durchgespielt worden: Indiens Botschaft in Berlin etwa wurde in tiefroten indischen Sandstein gehüllt, die britische in knallige „Cool Britannia“-Farben, die Schweizer Vertretung in ikonisches Sichtbetongrau. Aber funktioniert das in der Malerei?

Doch, es kann auch heute noch einen Nationalstil geben, und Belgiens Shirt beweist es. Als eines der wenigen Länder hat das Land es geschafft, sich zum Über-Land des Grotesken zu stilisieren und den Surrealismus als Nationalstil für sich zu reklamieren – durch einen im Alltag und in der Politik gelebten Surrealismus, vor allem jedoch durch sein Magritte-Museum und wiederholte Ausstellungen zu Belgien als historischer Geburtsstätte des Stils in den Musées Royaux des Beaux-Artes in Brüssel.

Bleibt abzuwarten, ob die Elf heute Abend das surreale Wunder gegen einen übermächtig dräuenden Gegner vollbringt. Diese belgischen Spieler sind jedenfalls keine Pfeifen.

Questions ouvertes

  • Wie wird das Trikot von den Fans und der internationalen Presse aufgenommen?
  • Wird das Design die Leistung der belgischen Mannschaft beeinflussen?

Sujets liés

This article was originally published by FAZ.

Articles liés

Plus sur ce sujetFußball