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Die Welt14.06.2026Sport3 dk okumaGermany

Brasilien startet mit Remis gegen Marokko in die WM

L'essentiel

  • Brasilien startete mit einem 1:1 gegen Marokko in die WM.
  • Trainer Ancelotti zeigte sich gelassen, räumte aber Verbesserungspotenzial ein.
  • Die Mannschaft wirkte phasenweise überfordert und erinnerte an die WM 2014.

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Brasilien startete mit einem 1:1 gegen Marokko in die WM. Das Team wirkte in der ersten Halbzeit überfordert und erinnerte an die schlechteste Halbzeit der WM 2014.

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Nein, aufgeregt wirkte Carlo Ancelotti nicht. Eher gelassen. Das hatte allerdings weniger mit der Leistung seiner Mannschaft zu tun, sondern damit, dass er niemals seine Fassung verliert – schon gar nicht vor laufenden Kameras. „Sorry, dass wir nicht so gespielt haben, wie wir wollten“, sagte der brasilianische Nationaltrainer nach dem Auftaktspiel, das – dessen war sich der 67-Jährige bewusst – bei den Millionen Fans in der Heimat viel Skepsis ausgelöst haben dürfte, wenn nicht gar Angst.

Der mit Spannung erwartete Auftritt der Seleção hätte leicht im Fiasko enden können. Beim 1:1 (1:1) gegen Marokko wirkte das Team, das Ancelotti erst im vergangenen Sommer übernommen hatte, in der ersten Halbzeit von dem Tempo und dem Pressing des Gegners fast schon überfordert. „Wir müssen besser werden, ganz klar. Wir müssen als Mannschaft besser ausbalanciert und aggressiver sein. Ich bin nicht enttäuscht, aber ich bin auch nicht zufrieden“, erklärte Ancelotti.

Es war – aus brasilianischer Sicht – beängstigend, wie die Partie gegen den Halbfinalisten der WM 2022 in Rutherford begonnen hatte: Die Marokkaner erzielten einen Ballgewinn nach dem anderen, rissen mit gezielten Pässen die brasilianische Abwehr immer wieder auf und kamen zu mehreren guten Möglichkeiten. Kaum einen Zweikampf konnten die Südamerikaner gewinnen – und im Mittelfeld, dort, wo Angriffe eingeleitet oder verhindert werden, herrschte ein komplettes Vakuum. Brasilien war gut bedient, dass es nur den Gegentreffer von Ismael Saibari (21. Minute) schlucken musste.

Erinnerungen an 2014 werden wach

Es war ausschließlich der Klasse von Vinicius Junior zu verdanken, dass es zur Pause 1:1 stand. Der Real-Star sprintete in der 32. Minute von halblinker Position aus mit dem Ball in den Strafraum Richtung Grundlinie, änderte dann blitzschnell die Richtung, umkurvte Neil El Aynaoui und schoss ansatzlos ins lange Eck. Die ganze Aktion verlief so schnell und präzise, dass es nicht zu verhindern war. Die WM hatte ihren ersten magischen Moment – doch dieser hatte bis dahin mit dem Spielverlauf nicht das Geringste zu tun. Für die brasilianische Zeitung „O Globo“ war die erste Halbzeit die schlechteste seit dem 1:7 gegen Deutschland von 2014.

Ancelotti brauchte die Pause, um das Team zu resetten. Er brachte mit Danilo für Roger Ibanez einen neuen Rechtsverteidiger, um die Abwehr zu stabilisieren – vor allem aber erlöste er Casemiro in der Schaltzentrale des Mittelfeldes. An dem mittlerweile 34-Jährigen, einst einer der gefürchtetsten Zweikämpfer und Strategen im Weltfußball, wird ein Teil des Problems deutlich: Er wirkte wie ein müder Abklatsch seiner selbst, konnte schlicht das Tempo nicht mitgehen. Im zweiten Durchgang gewann Brasilien dank der Hereinnahme von Fabinho und guter Positionsdisziplin die Kontrolle über das Spiel. Doch richtig zwingend wurde Brasilien nur selten.

Prüfsteine folgen erst nach der Gruppenphase

Die bange Frage ist: Ist die Mannschaft, die mit einem relativ hohen Altersdurchschnitt und einigen Sorgen an den Start gegangen war – die Anfälligkeit von Neymar, der seit drei Jahren kein Länderspiel mehr bestritten hat, ist nur eine davon – überhaupt robust genug, wenn gute Gegner ihr in der K.o.-Phase mit Pressing zu Leibe rücken werden? Wenn Brasilien, wie in der zweiten Halbzeit, selbst den Ball hat, kann es nach wie vor hohes Niveau spielen. Aber wehe, das Spiel wird physisch und schnell.

„Eine WM gewinnt man nicht im ersten Spiel“, sagte Ancelotti und versuchte, die Zweifler zu beruhigen. Die Mannschaft stehe erst „am Anfang dieser Reise.“ Tatsächlich scheint es etwas Zeit zu geben, um sich in Form zu bringen. Erst in einer Woche, wenn es in Philadelphia gegen Haiti geht, steht die nächste Aufgabe an. Ein echter Prüfstein dürfte dies genauso wenig werden wie das letzte Gruppenspiel gegen Schottland.

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Klar ist aber: Wenn Brasilien bei dieser WM eine gute Rolle oder gar um den Titel spielen will, müssen seine Individualisten abliefern. Raphinha, der in der zweiten Hälfte die einzig gute Chance auf den Siegtreffer vergab, und Vini Jr. müssen dann endlich auch in der Auswahl zu den Leistungsträgern werden, die sie in Barcelona und Madrid seit Jahren sind. Doch auch was das angeht, bleibt Ancelotti gelassen. Beide haben „alle Qualitäten, um eine großartige WM zu spielen“. Ob dies für die Auswahl insgesamt auch gilt, wird bezweifelt.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Brasilien wird sich im Laufe des Turniers steigern.

    Possible · En quelques semaines

Questions ouvertes

  • Ist die Mannschaft robust genug für die K.o.-Phase?
  • Werden die Individualisten ihr Potenzial abrufen?

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This article was originally published by Die Welt.

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