Bund plant Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS
L'essentiel
- Der Bund steht kurz vor einem Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS.
- Insider berichten von einer Einigung mit den deutschen Eigentümerfamilien, die ihre Anteile beim geplanten Börsengang verkaufen wollen.
- Der Bund würde 40 Prozent der Anteile übernehmen und damit auf Augenhöhe mit Frankreich agieren.
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Pourquoi c'est important
Der Bund plant den Einstieg bei KNDS, einem deutsch-französischen Rüstungskonzern, der aus Nexter und KMW hervorging. Dies geschieht vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs der deutschen Eigentümerfamilien.
Ein geplanter Einstieg des Bundes beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS ist offenbar noch vor der Sommerpause möglich. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, dass sich der Bund mit den deutschen Eigentümerfamilien geeinigt habe, die bisher 50 Prozent der Anteile an dem Konzern halten.
Die Eigentümerfamilien wollen sich demnach mit dem geplanten Börsengang von KNDS aus dem Konzern zurückziehen, der Bund will 40 Prozent der Anteile übernehmen – und damit genauso viele Anteile halten wie der französische Staat, der bereits mit 50 Prozent an KNDS beteiligt ist und seine Beteiligung auf 40 Prozent reduzieren will.
Demnach soll der anvisierte Börsengang des Konzerns noch vor Ende des Monats anvisiert werden. Wie Reuters und das Magazin Spiegel übereinstimmend berichten, soll der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits am Mittwoch über den deutschen Einstieg entscheiden. Dadurch könnte KNDS im Juli an die Börse gehen. Der Konzern wird den Reuters-Informationen zufolge mit 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, der Bund würde somit bis zu sieben Milliarden Euro für die Übernahme des 40-Prozent-Anteils investieren. Die EU-Kommission hat vergangene Woche eine Beteiligung des Bundes an KNDS zugelassen.
Bund soll laut Bericht weitgehende Eingriffsrechte erhalten
Hintergrund der geplanten Übernahme ist der geplante Ausstieg der deutschen Eigentümerfamilien, die ihre Anteile beim anvisierten Börsengang verkaufen wollen. KNDS, vor elf Jahren hervorgegangen aus dem staatlichen französischen Unternehmen Nexter und der deutschen Rüstungsfirma KMW, hätte dann ohne einen Einstieg des Bundes keinen deutschen Gesellschafter mehr – den das Verteidigungsministerium wegen der Relevanz von KNDS für notwendig hält, wie der Spiegel unter Berufung auf ein Papier des Ministeriums berichtet.
Die Panzerfahrzeuge des Konzerns, darunter etwa der Kampfpanzer Leopard 2, seien »das Rückgrat der gepanzerten und geschützten Verbände der Bundeswehr und damit der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands«, zitiert der Spiegel aus dem Dokument. Angesichts der Beschaffungspläne der Bundeswehr und der »fehlenden vergleichbaren Beschaffungen auf französischer Seite« werde die Bedeutung von KNDS für Deutschland nach Erwartungen des Ministeriums noch weiter steigen.
Auf dieser Grundlage wolle sich der Bund bei dem Einstieg weitgehende Eingriffsrechte sichern, die jenen des französischen Staates entsprechen, berichtet der Spiegel weiter. So sollen Vorstandsmitglieder nicht gegen den Willen des Bundes abberufen werden können, zudem soll Deutschland Mitglieder des künftigen Aufsichtsrats nominieren und bei den anderen Mitgliedern ein Vetorecht haben, ebenso wie Frankreich. Bei Fragen, die unmittelbar die deutschen Teile des Konzerns betreffen, etwa dem Standortschutz und Fragen geistigen Eigentums, solle der Bund zusätzliche Eingriffsrechte erhalten.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
KNDS geht noch im Juli an die Börse.
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
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